Gebratener Kabel­jau auf Oran­gen-Sel­le­rie-Kar­tof­fel­pü­ree

Gebratener Kabeljau auf Orangen-Sellerie-Kartoffelpüree

fischpfanne fischgerichte

Gebratener Kabel­jau auf Oran­gen-Sel­le­rie-Kartof­fel­pü­ree – Re­zept­idee aus der deut­schen »Kreativ­­che«

Kabeljau ver­fügt über ei­nen äu­ßerst fei­nen Ge­schmack. Op­tisch hin­zu, kommt sein schnee­wei­ßes, zartes und saf­ti­ges Fleisch, was ihn in Sum­me zu ei­nem per­fek­ten Kan­di­da­ten für krea­ti­ve Re­zept­ideen macht. Nicht nur in Res­tau­rants, auch in »Gerne­kü­chen« so wie un­se­rer, ist er des­halb ein gern ge­se­he­ner Gast auf dem Spei­se­plan.

Sensorisch wie auch op­tisch ge­lingt die Zu­be­rei­tung von Kabel­jau be­son­ders gut, wenn man ihn mit Haut zu­be­rei­tet. Beim Bra­ten auf der Haut­sei­te, ver­leiht die Haut dem Fisch einen wirk­sa­men Schutz vor über­mä­ßi­ger Hit­ze, so­dass das Fisch­ei­weiß beim Bra­ten nicht so schnell aus­drin­gen kann. Der Fisch bleibt saf­tig und er zer­fällt beim Wen­den nicht. Die Vo­raus­set­zung für ei­ne schö­ne Op­tik auf dem Tel­ler. Wer mag, kann die su­per­knus­pri­ge Haut auch mit­es­sen. Un­ser Re­zept ver­rät, wie das Bra­ten des Fisches per­fekt ge­lingt.

Kom­bi­niert und an­ge­rich­tet, ha­ben wir un­se­ren Ka­bel­­jau die­ses Mal auf ei­nem hoch­aro­ma­ti­schen Oran­gen-Sel­le­rie-Kar­tof­fel­püree. Ein ech­ter Tipp für Fein­schme­cker und »Le­cker­mäu­ler«. Als Bei­la­ge gab es ge­bra­te­ne Fen­chel­spal­ten, die wir mit ge­rös­te­ten Fen­chel­sa­men und ei­nem Schuss Anis aro­ma­ti­siert ha­ben. Un­wi­der­steh­lich und da­zu noch ge­sund. Im Zu­sammen­spiel auf dem Tel­ler, be­scher­ten uns die ver­wen­de­ten Zu­ta­ten ei­ne un­ver­gess­li­che Aro­men­ex­plo­sion auf dem Gau­men, ein­fach Ge­nuss « pu­re ex­cel­lence ».

Gernekochen-Weintipp

Zu »Gebratener Kabeljau auf Oran­gen-Sel­lerie-Kar­tof­fel­pü­ree« har­mo­niert z. B. ein aro­ma­ti­scher Malagousiá » von der Pe­lo­pon­nes mit frisch-fruch­ti­gen Zi­trus­no­ten ganz her­vor­ra­gend. Auch ein mit­tel­kräf­ti­ger, tro­cke­ner As­syr­ti­ko » von San­to­rin(i) oder si­zi­li­ani­scher »Gril­lo« aus Ita­lien. Ein­fach mal auf un­ser »Wein­tipp-Icon« tip­pen und mehr er­fah­ren. Wir wün­schen wie stets ei­nen gu­ten Ap­pe­tit und: Wohl be­komm's!


Rezept:
Gebratener Kabeljau auf Oran­gen-Sel­le­rie-Pür­ree

Zutaten für 4 Personen

Für den Einkaufszettel:

  • 2 Kabeljauhälften mit Haut
    Tipp: Nutze die Saison und er­setze von Ja­nu­ar bis Os­tern den Ka­bel­jau durch »Win­ter­ka­bel­jau« ali­as Skrei
  • 800 g mehligkochende Kartoffeln
  • je 1 Stich Butter für den Karof­fel­stampf und als Brat­fett für Fisch und Fen­chel
  • ca. 80 ml leicht-fruchtiges Olivenöl »
  • 4 frische Orangen
  • 1 Bund Staudensellerie
  • 1 kleiner Bund Petersilie
  • 400 ml Gemüsefond a.d. Glas oder
    Gemüsefond selber machen »
  • 2 Zitronenzesten (Bio-Zitrone)
  • 1–2 Lorbeerblätter, je nach Größe
  • 5–6 ganze Pfefferkörner
  • 4 Rosmarinzweige
  • Rosa Beeren
  • etwas Meersalz und
  • Pfeffer aus der Mühle

Für das Fenchelgemüse:

  • 1 große oder zwei kleine Fenchelknolle(n)
  • 1½ TL Fenchelsamen
  • 1 Schuss Pastis
  • Gernekochen – Mit Wein ge­nießen-Tipp: Statt Sa­men vom Gar­ten­fen­chel, un­bedingt ei­nmal si­zi­lianischen Berg­fen­chel (er­hält­lich im On­li­ne-Han­del) aus­pro­bie­ren. Er ist ge­gen­über dem Gar­ten­fen­chel um ein viel­fa­ches aro­ma­ti­scher.
  • etwas Meersalz und
  • Pfeffer aus der Mühle

Für die Marinade:

  • das Grün der Fenchelknolle(n)
  • 8 EL Premium-Olivenöl »
  • 3–4 klein gehackte Knoblauchzehen, je nach Vorliebe
  • Saft einer halben Zitrone
  • 1–2 Msp. Zitronenschalenabrieb (Bio-Zitrone)
  • ½ TL Chilipulver
  • etwas Meersalz und
  • Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

1) Kabeljau und Fenchel­grün ab­brau­sen und tro­cken­schüt­teln. Den Fisch in vier, mög­lichst gleich gro­ße Stü­cke schnei­den. Knob­lauch pel­len und zu­sam­men mit dem Fen­chel­grün klein ha­cken. Oran­gen­scha­len­ab­rieb zu­sam­men mit den rest­li­chen Zu­ta­ten der Ma­ri­na­de be­reit­stel­len.

2) Olivenöl in einer Schüs­sel mit al­len Zu­ta­ten der Ma­ri­na­de gut ver­rüh­ren. Ka­bel­jau­stü­cke mit je 2 EL Ma­ri­na­de be­gie­ßen und auf dem Fisch ver­tei­len. Ka­bel­jau zu­ge­deckt 2 Std. im Kühl­schrank ma­ri­nie­ren las­sen.

3) Pellkartoffeln in kochendem Was­ser mit Küm­mel und Salz – je nach Grö­ße – ca. 20–30 Min. weich­­ko­­chen.

4) Staudensellerie und Peter­si­lie ab­brau­sen tro­cken­schüt­teln. Sel­le­rie put­zen. Mit ei­nem schar­fen Mes­ser 1–2 Zi­­tro­­nen­­zes­­ten aus der Scha­le schnei­den, mög­­lichst ohne das Weiß mitzunehmen. Mit einem Kü­chen­mes­ser – mit Dau­men und Klinge – jeweils 2–3 Fäden greifen und aus den Stangen zie­hen. Sel­le­rie da­nach quer in Stü­cke schnei­den. Lorbeer und Pfefferkörner be­reit­le­gen. Fen­chel ebenfalls waschen, putzen, in schmale Spalten schneiden und für später beiseite legen.

5) Fond in einem Saucentopf er­­hit­­zen und Stau­den­sel­lerie da­­rin mit den Zu­­ta­­ten weich ­­ko­­chen.

6) Orangen halbieren und mit ei­ner Frucht­presse ent­saf­ten.

7) Orangensaft in einer Kas­se­ro­le auf mitt­le­rer bis ho­her Tem­pe­ra­tur ein­re­du­zie­ren. Da­bei ge­le­gent­lich um­rüh­ren. Er ist fer­tig re­du­ziert, wenn er ei­ne zäh­flüs­si­ge, »lack­ar­ti­ge« Kon­sis­tenz be­kom­men hat.

8.1) Kartoffeln aus dem Was­ser neh­men, noch heiß pel­len und durch ei­ne Kar­tof­fel­pres­se drü­cken.

8.2) »Orangen-Lack« und But­ter zur  Kar­tof­fel­mas­se ge­ben und gut mit die­ser ver­men­gen.

8.3) Weichge­koch­ten Sel­­le­­rie durch ein Sieb schüt­ten. Pfef­fer­kör­ner, Zes­ten und Lor­beer ent­­fer­­nen. Sel­le­rie zur Kar­tof­fel­mas­se ge­ben. Al­­le Zu­­ta­­ten mit dem Kar­tof­fel­stamp­fer zu ei­nem Pü­ree ver­­ar­­bei­­ten. Kar­tof­fel­stampf mit Pfef­­fer, Salz und ei­­ner Pri­­se Mus­­kat­­nuss­­ab­­rieb ab­schme­cken.

9) Butter und Olivenöl in eine Fischpfanne geben. Kochfeld auf drei­vier­tel Hit­ze schal­ten und Ka­bel­jau zu­erst von der Haut­sei­te, je nach Di­cke der Stü­cke, ca. 8–10 Min. bra­ten. Da­nach wen­den und auf der Nuss­sei­te 2–4 Min. fer­tig ga­ren. Beim Ga­ren da­rauf ach­ten, dass kein Fisch­ei­weiß (Kle­ber-Ei­weiß) aus­tritt. Ist dies der Fall, so­fort die Hitze re­du­zie­ren. Tipp: Man kann den Gar­grad sehr gut seit­lich des Fi­sches be­ob­ach­ten. Der Fisch gart von un­ten nach oben durch. Hat er sich von Ro­sa nach Weiß ver­färbt, ist er gar.

10) Parallel zum Braten des Fi­sches, eine Schmor­pfan­ne mit­tel­stark bis stark er­hitzen. Fen­chel­sa­men ohne Fett in der Pfan­ne rös­ten. Da­nach ent­neh­men und be­reit­stel­len. Fen­chel­spal­ten in brau­ner But­ter und Oli­ven­öl auf mit­tel­star­ker Hit­ze gold­braun bra­ten. Mit ei­nem Schuss Pas­tis ab­lö­schen und mit Fen­chel­sa­men, Pfef­fer und Salz, ab­schme­cken.

Nährwert- & Ge­sund­heits­ana­ly­se

von Dipl. Ernährungs­wissen­schaftler Michael Pagelsdorf

Kabeljau alias Dorsch

– leich­ter Ge­nuss und rei­ne Ge­sund­heit aus dem Meer

Ka­bel­jau – auch als Dorsch be­kannt – zählt zu den wert­volls­ten Ma­ger­fi­schen der nörd­li­chen Mee­re. Sein fei­nes, wei­ßes Fleisch ist be­son­ders fett­arm, leicht ver­daulich und reich an hoch­wer­ti­gem Ei­weiß, das den Kör­per mit wich­ti­gen Ami­no­säu­ren ver­sorgt.

Er ent­hält eine Viel­zahl wert­vol­ler Mi­ne­ral­stof­fe wie Phos­phor, Ma­gne­sium, Ka­li­um und Se­len – letz­te­res trägt ent­schei­dend zum Schutz der Zel­len vor oxi­da­ti­vem Stress bei und un­ter­stützt das Im­mun­sys­tem.

Obwohl Ka­bel­jau zu den fett­ar­men Fi­schen ge­hört, sind die ent­hal­te­nen Fett­an­tei­le von be­son­ders ho­her Qua­li­tät: Sie lie­fern wert­vol­le Ome­ga-3-Fett­säu­ren, die zur Ge­sund­heit von Herz, Ge­fä­ßen und Ner­ven bei­tra­gen. Zwar kann der Ka­bel­jau un­se­ren ge­sam­ten Ome­ga-3-Be­darf nicht de­cken, er leis­tet aber ei­nen wert­vol­len Bei­trag zu ei­ner herz­freund­li­chen Er­näh­rung.

Be­son­ders er­wäh­nens­wert ist sein ho­her Ge­halt an Vi­ta­min B12, das für die Bil­dung ro­ter Blut­kör­per­chen und die Funk­ti­on des Ner­ven­sys­tems un­ver­zicht­bar ist. Da Vi­ta­min B12 in re­le­van­ten Men­gen aus­schließ­lich in tie­ri­schen Le­bens­mit­teln vor­kommt, ist Ka­bel­jau ei­ne be­son­ders emp­feh­lens­wer­te Quel­le da­für.

Ku­li­na­ri­sche Ver­wen­dung:

Kabeljau ist ein ech­ter All­roun­der in der Kü­che. Sein fes­tes, zer­fal­len­des Fleisch eig­net sich per­fekt zum Düns­ten, Dämp­fen, Po­chie­ren oder für die Zu­be­rei­tung im Back­ofen. Auch in Sup­pen, Eintöpfen oder als leich­tes Ge­richt mit Ge­mü­se und kräu­teri­ger But­ter ent­fal­tet er sei­nen fei­nen Ge­schmack. Tra­di­tio­nell wird er als »Fish & Chips« ser­viert, doch auch in der me­di­ter­ra­nen oder skan­di­na­vi­schen Kü­che fin­det er viel­fäl­tige Ver­wen­dung.

Be­son­ders gut har­mo­niert Ka­bel­jau mit Zi­tro­nensaft, fri­schen Kräu­tern wie Dill oder Pe­ter­si­lie und ei­nem Schuss Oli­ven­öl – für ei­nen leich­ten und ge­sund­heits­be­wuss­ten Ge­nuss.

Zitrusfrüchte

– der frische geschmackliche Akzent der Mit­tel­meerkü­che

Zitronen, Mandarinen, Limet­ten und Oran­gen zäh­len zu den am häu­figs­ten an­ge­bau­ten Zit­rus­früch­ten der Welt. Bei der Oran­ge – oder um­gangs­sprach­lich Ap­fel­si­ne – han­delt es sich üb­ri­gens um ei­ne Kreu­zung aus Man­da­ri­ne und Pam­pel­mu­se.

Reich an Vi­ta­mi­nen und An­ti­oxi­dan­ti­en

Zit­rus­früch­te ent­hal­ten gro­ße Men­gen an Vi­ta­min C, das un­ser Im­mun­sys­tem stärkt und die Ab­wehr­kräf­te mo­bi­li­siert. Da­rü­ber hin­aus lie­fern sie Vi­ta­mi­ne der B-Grup­pe, Fol­säu­re so­wie die Mi­ne­ral­stof­fe Ka­li­um, Phos­phor und Ei­sen. Letz­te­res spielt ei­ne wich­ti­ge Rol­le bei der Bil­dung ro­ter Blut­kör­per­chen.

Ne­ben Vi­ta­mi­nen punk­ten Zit­rus­früch­te mit se­kun­dä­ren Pflan­zen­stof­fen wie Fla­vo­noi­den – sie wir­ken an­ti­oxi­da­tiv und schüt­zen un­se­re Zel­len vor frei­en Ra­di­ka­len.

Wer auf sei­ne Ka­lo­ri­en­bi­lanz ach­tet, darf bei Oran­gen, Zi­tro­nen & Co. ger­ne zu­grei­fen: Zit­rus­früch­te ge­hö­ren zu den ka­lo­ri­en­ar­men Le­bens­mit­teln und er­fri­schen durch ih­ren na­tür­li­chen Säu­re­ge­halt auf ge­sun­de Wei­se.

Kulinarische Verwendung:

In der me­di­ter­ra­nen Kü­che ver­lei­hen Zi­trus­früch­te mit ih­rem fei­nen Säu­re­a­ro­ma vie­len Ge­rich­ten – von Sa­la­ten bis Fisch – Fri­sche, Frucht (Frucht = Scha­len­ab­rieb) und ge­schmack­li­che Ba­lan­ce.

Kartoffeln alias Erd­äp­fel

– natürliche Energie, die schmeckt

Kartof­feln, in be­stimm­ten Re­gio­nen Deutsch­lands so­wie ei­ni­gen Nach­bar­län­dern auch als »Erd­äp­fel« oder »Grund­bir­nen« bzw. »Grum­bee­ren« (Pfalz)) und wei­te­ren Re­gio­nal­na­men be­kannt, ge­hö­ren wie auch To­ma­ten und Pap­ri­ka zur Fa­mi­lie der Nacht­schat­ten­ge­wäch­se.

Gemäß statistischen Umfragen ist die Knol­len­frucht nach wie vor der Deut­schen liebs­te Bei­la­ge und das ist auch gar nicht schlecht.

Kartoffeln sind vi­ta­min- und mi­ne­ral­stoff­reich und da­bei noch ka­lo­ri­en­arm. Vor al­lem das Vi­ta­min-C ist in nen­nens­wer­ten Men­gen in der Nutz­pflan­ze ent­hal­ten. Des wei­te­ren be­sit­zen die Knollen ei­nen ho­hen Ei­weiß­an­teil, der in Kom­bi­na­tion mit den in un­se­rem Re­zept ver­wen­de­ten Ei­ern sehr gut von un­se­rem Or­ga­nis­mus re­sor­biert und in kör­per­ei­ge­nes Ei­weiß trans­for­miert werden kann.

Gekochte Kartoffeln wir­ken sich al­ler­dings stark auf den Blut­zu­cker aus, da die Stär­ke durch den Koch­vor­gang als na­he­zu rei­ne Glu­co­se im Dünn­darm auf­ge­nom­men wird.

Lässt man die Kartof­fel nach dem Koch­vor­gang er­kal­ten und ver­ar­bei­tet sie dann erst wei­ter, bil­det sich ei­ne »Re­sis­ten­te Stär­ke«, die sich we­sent­lich güns­ti­ger auf den Blut­zu­cker­spie­gel aus­wirkt. So wer­den z. B. Brat­kar­tof­feln klas­si­scher­wei­se aus ER­KALTE­TEN Kar­toffeln her­ge­stellt.

Kulinarische Verwendung:

Kartoffeln sind aus der Küche kaum weg­zu­den­ken – ob als cre­mi­ges Pü­ree, knusp­ri­ge Brat­kar­tof­feln, herz­haf­te Gra­tins oder fei­ne Sup­pen. Sie las­sen sich in un­zäh­li­gen Va­ria­tio­nen zu­be­rei­ten und pas­sen zu na­he­zu je­dem Ge­richt. Ihr zar­ter, neu­tra­ler Ge­schmack macht sie zu ei­nem idea­len Ba­sis­le­bens­mit­tel für leich­ten und ge­sun­den Ge­nuss.

Knollensellerie alias Sellerie

– aromati­scher All­roun­der für leich­ten Ge­nuss mit Nähr­stoff­po­wer

Knollensel­lerie zählt zu den aro­ma­tischs­ten Ge­mü­se­sor­ten der hei­mi­schen Kü­che und ist – zu­sam­men mit Karot­ten, Lauch und Pe­ter­si­lie – ein fes­ter Be­stand­teil des klas­si­schen Sup­pen­grüns. Die knol­li­ge Wur­zel aus der Fa­mi­lie der Dol­den­blüt­ler wird in Mit­tel­eu­ro­pa seit Jahr­hun­der­ten kul­ti­viert und ge­schätzt – nicht nur we­gen ih­res aus­ge­präg­ten Ge­schmacks, son­dern auch we­gen ih­rer ge­sund­heits­för­dern­den Ei­gen­schaf­ten.

Knol­len­sel­le­rie ent­hält äthe­ri­sche Öle, die ver­dau­ungs­för­dernd, ent­wäs­sernd und ent­zün­dungs­hem­mend wir­ken. Zu­dem ist er reich an Vi­ta­min C, Vi­ta­min K, Folat und den B-Vi­ta­mi­nen, wel­che Stoff­wech­sel und Ner­ven­funk­ti­on un­ter­stüt­zen. Die ent­hal­te­nen Mi­ne­ral­stof­fe, vor al­lem Ka­li­um, Cal­ci­um, Na­tri­um und Phos­phor, tra­gen zu ei­nem aus­ge­gli­che­nen Säu­re-Ba­sen-Haus­halt bei.

Das aro­ma­ti­sche, leicht her­be Aro­ma des Sel­le­ries stammt von sei­nen na­tür­li­chen Phe­nyl­pro­pa­no­iden – se­kun­dä­ren Pflan­zen­stof­fen, die an­ti­oxi­da­tiv wir­ken und zur Stär­kung des Im­mun­sys­tems bei­tra­gen.

Kulinarische Verwendung

Knol­len­sel­le­rie ist ei­ne viel­sei­ti­ge Zu­tat, die in kei­ner Küche feh­len soll­te. Er dient als Grund­la­ge für Brü­hen, Sup­pen und Fonds, ver­leiht Ge­müse­ein­töpfen Tie­fe und Fleisch­ge­rich­ten ei­ne fei­ne Wür­ze. Fein ge­ras­pelt ver­wan­delt er sich in Sel­le­rie­sa­lat – klas­sisch mit Ap­fel und Joghurt oder ele­gant mit Wal­nuss und Zi­tro­ne.

Als Pü­ree oder Ge­mü­se­bei­la­ge har­mo­niert er wun­der­bar mit Wild, Rind, Fisch oder Ge­flü­gel, wäh­rend ge­rös­te­ter Sel­le­rie aus dem Ofen mit Oli­ven­öl und Thy­mi­an zu den mo­der­nen Stars der ve­ge­ta­ri­schen Kü­che zählt. Auch in cre­mi­gen Risot­tos oder fei­nen Soßen bringt er ei­ne un­ver­wech­sel­ba­re, war­me Aro­ma­tik ein.

 

Fenchel

– frische Aromatik, wohltuend für Kör­per und Geist

Nicht nur in der deut­schen, son­dern auch in der asi­a­ti­schen und me­di­ter­ra­nen Kü­che ist Fen­chel sehr be­liebt. Er ge­hört zur Fa­mi­lie der Dol­den­blüt­ler und wird nicht nur als Ge­mü­se oder Ge­würz (Fen­chel­sa­men), son­dern auch als Heil­pflan­ze ver­wen­det. Fen­chel ist reich an Vi­ta­min C und in Deutsch­land un­ter an­de­rem durch sei­nen „Fen­chel­tee“ sehr po­pu­lär.

In der Kü­che ver­wen­det man über­wie­gend die Knol­le – seltener das Fen­chel­grün – meist als Bei­la­ge zu Fisch, in Sup­pen oder ve­ge­ta­ri­schen Ge­rich­ten. Ne­ben sei­nem ho­hen Vi­ta­min-C-Ge­halt ent­hält Fen­chel Koh­len­hy­dra­te, Ei­weiß, Bal­last­stof­fe und wert­vol­le äthe­ri­sche Öle. Die­se be­inhal­ten die Wirk­stof­fe Fen­chon, Ane­thol und Men­thol, wel­che die Ver­dau­ung un­ter­stüt­zen und po­si­tiv auf den Ma­gen-Darm-Trakt wir­ken.
Ane­thol sorgt für das cha­rak­te­ris­ti­sche, anis­ähn­li­che Aro­ma, wäh­rend Fen­chon der Knol­le ei­ne leicht bit­te­re No­te ver­leiht.

Zu den wich­ti­gen Mi­ne­ral­stof­fen zäh­len Eisen (für die Blut­bil­dung), Ka­li­um und Pro­vi­ta­min A, die Fen­chel zu ei­nem rund­um wert­vol­len Ge­mü­se ma­chen – mit Frische, Aro­ma­tik und be­lebender Wir­kung.

Kulinarische Verwendung:

Fenchel ist ein wahres Multi­ta­lent in der Kü­che und ver­bin­det Fri­sche, Leich­tig­keit und me­di­ter­ra­ne Wür­ze. Die fei­ne, anis­ar­ti­ge No­te har­mo­niert her­vor­ra­gend mit Fisch und Meeresfrüchten – besonders in Gerichten wie gegrilltem Lachs oder Thunfisch auf Fenchelgemüse, Fenchel-Orangen-Salat » oder Ofen­fen­chel mit Par­me­san.

In der ita­lie­ni­schen Küche ist Fen­chel fes­ter Be­stand­teil zahl­rei­cher Tra­di­tions­ge­rich­te, et­wa in der si­zi­lia­ni­schen Spe­zi­ali­tät »Pasta con le sarde alla si­cili­ana«, bei der Fen­chel, Sar­dinen, Ro­si­nen und Pi­nien­ker­ne ein ein­zig­ar­tig aro­ma­ti­sches En­sem­ble bil­den.

Auch fein gehobelt als ro­her Fenchel­sa­lat mit Zi­tro­ne und Oli­ven­öl, in Ri­sot­ti oder zu­sam­men mit To­ma­ten, Oli­ven und Knob­lauch ent­fal­tet das Ge­­se sei­ne ele­gan­te Aro­ma­tik. Selbst das Fen­chel­grün lässt sich als fri­sche Kräu­ter­bei­ga­be nut­zen und ver­leiht Spei­sen ei­nen leich­ten, kräu­te­ri­gen Ak­zent.

Butter bzw. »Gute Butter« und Butter­schmalz

– cremiger Genuss voller wert­voller Ome­ga-3-Fett­säu­ren

Nachdem But­ter üb­er Jahr­zehn­te hin­weg sys­te­ma­tisch schlecht­ge­re­det wur­de, oh­ne dies auf wis­sen­schaft­li­che Stu­dien zu stützen, ist sie zwi­schen­zeit­lich von ih­rem schlech­ten Ruf »frei­ge­spro­chen« wor­den – und das völ­lig zu Recht.

Butter besitzt ei­nen ho­hen An­teil an ge­sät­tig­ten Fett­säu­ren, die eb­en NICHT – wie lan­ge Zeit be­haup­tet – schlecht für un­se­ren Or­ga­nis­mus sind. Aber auch ein­fach und mehr­fach un­ge­sät­tig­te Fett­säu­ren sind in But­ter ent­hal­ten.

Ge­gen­über Oli­ven­öl kann sie zu­dem noch mit ei­nem ech­ten Plus­ punk­ten: Ab­hän­gig von der Nah­rung, die Kü­he zu sich neh­men, be­sitzt But­ter die für den Men­schen zwin­gend er­for­der­li­chen Ome­ga-3-Fett­säu­ren EPA und DHA. Je mehr fri­sches Gras (Stich­wort: Frei­land­hal­tung!) ei­ne Kuh zu sich nimmt, des­to hö­her der Ome­ga-3-Anteil in der Milch und de­ren Pro­duk­ten.

Hier können sich z. B. der deut­sche Markt­führer Ker­ry­gold so­wie ei­ne Hand­voll wei­te­rer Her­stel­ler mit der Qua­lität ihrer But­ter und den da­rin ent­hal­te­nen ge­sun­den Fett­säu­ren ganz klar aus der Men­ge der But­ter­pro­du­zen­ten her­vor­he­ben.

Freilandhaltung vo­raus­ge­setzt, ver­dient But­ter ih­ren Na­men »Gu­te But­ter«, den ihr be­reits un­se­re Groß­el­tern ge­ge­ben ha­ben, al­so völ­lig zu Recht.

Butterschmalz

Wie auch Claudia und Jürgen in ih­ren Re­zep­ten mit But­ter­schmalz schrei­ben, gibt es vie­le Na­men für »Braune Butter«, die vom Milcheiweiß befreite (geläuterte) Variante der Ba­sis­but­ter. Um den Be­griff »Ghee« wird seit ge­rau­mer Zeit ein Hy­pe ge­macht, da­bei han­delt es sich dabei um nichts an­de­res als eben brau­ne Butter.

Mit dem Begriff »Ghee« ist aller­dings auch eine Le­bens­phi­lo­so­phie ver­bun­den. Das hat auch die In­dus­trie er­kannt und so kommt es, dass man Ghee im Ver­kaufs­re­gal meist hö­her­prei­sig vor­fin­det als eben »ordinäres« But­ter­schmalz, das ja be­reits mehr als teu­er ge­nug ist.

Greifen Sie in diesem Fall al­so ru­hig zum But­ter­schmalz. Art­ge­rech­te Frei­land­hal­tung zur Er­zeu­gung des Roh­stoffs Butter vo­raus­ge­setzt, ist die­ser ei­ne eben­so gu­te und zu­dem preis­wer­tere Wahl.

Zwiebeln und Knoblauch

– natürliches Powerduo für Gesund­heit und Ge­schmack

Beide sind ein na­tür­li­ches Anti­bio­ti­kum und be­kämp­fen wirk­sam schäd­li­che Pil­ze und krank­heits­er­re­gen­de Mi­kro­or­ga­nis­men. Die Zwie­bel ist eng mit dem Kno­blauch ver­wandt und be­sitzt ge­gen­über die­sem ei­ne mil­de­re Wir­kung. Die Kom­bi­na­tion der bei­den bringt ein star­kes Duo her­vor.

Bei­de ent­hal­ten wert­vol­le An­ti­oxi­dan­tien, die als Fän­ger »freier Ra­di­ka­ler« un­se­ren Or­ga­nis­mus da­bei hel­fen, ge­sund zu blei­ben.

Die zur Gat­tung der Li­li­en­ge­wäch­se ge­hö­ren­den Pflan­zen ver­fü­gen zu­dem über ei­nen ho­hen Vi­ta­min- und Mi­ne­ral­stoff­ge­halt, von dem wir eben­falls ge­sund­heit­lich pro­fi­tie­ren.

Ent­hal­ten sind die Vi­ta­mi­ne B1, B2 und B6 so­wie die Vi­ta­mi­ne C und E. Au­ßer den Mi­ne­ral­stof­fen Salz, Ei­sen, Zink und Mag­ne­si­um sind noch ei­ne gan­ze Rei­he wei­te­rer Mi­ne­ral­stof­fe in Zwie­beln und Kno­blauch ent­hal­ten, so­dass man bei­de Pflan­zen durch­aus als hoch­wer­ti­ge Mi­ne­ral­stoff-Lie­fe­ran­ten be­zeich­nen kann.

Kulinarische Verwendung:

Zwie­beln und Kno­blauch bil­den das aromatische Grund­ge­rüst un­zäh­li­ger Ge­rich­te – von der hei­mi­schen bis zur in­ter­na­tio­na­len Kü­che. Ob an­ge­schwitzt, ge­bra­ten, kon­fi­tiert oder roh – ihr Ge­schmack reicht von süß­lich-mild bis kräf­tig-wür­zig und sorgt stets für Tie­fe und Cha­rak­ter.

In der me­di­ter­ra­nen Kü­che sind sie un­ver­zicht­bar: in Pas­ta­saucen, Ri­sot­tos, Ge­mü­se­ra­gouts, Schmor­ge­rich­ten oder Fisch­zu­be­rei­tun­gen mit Oli­ven­öl und Kräu­tern. Auch in der asi­a­ti­schen, ori­en­ta­li­schen und kre­o­li­schen Kü­che sind sie fes­ter Be­stand­teil von Cur­rys, Dips, Würz­pas­ten und Su­ben.

Kno­blauch­öl oder Zwie­bel­con­fit ver­lei­hen ve­ge­ta­ri­schen wie auch Fleisch­ge­rich­ten ei­nen fei­nen, tief­wür­zi­gen Ak­zent, wäh­rend ge­rös­te­ter oder ge­schmor­ter Kno­blauch ei­ne but­ter­wei­che Süße ent­fal­tet, die be­son­ders zu Lamm, Kalb, Pil­zen oder ge­rös­te­tem Ge­mü­se passt.

So wer­den Zwie­beln und Kno­blauch nicht nur zu Ge­schmacks­trä­gern ers­ter Gü­te, son­dern auch zu Sym­bo­len für Ge­nuss und Ge­sund­heit – ein Duo, das kei­ner Kü­che feh­len soll­te.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oecotrophologe)

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