Gänsekeule mit Rot­kohl und Klö­ßen aus dem Slow Cooker

Gänsekeule mit Rotkohl und Klößen

blaukraut rotkraut

»Martinsgans« bzw. »Gänsekeule mit Rotkohl und Klößen aus dem Slow Cooker«

Ein tra­di­tio­nel­les Ge­richt der spät­herbst­li­chen deut­schen Küche ist die »Mar­tins­gans«. Da ei­ne gan­ze Gans je­doch im­mer meh­re­re Per­so­nen für de­ren Ver­zehr be­dingt, hat sich für Ein­zel­por­tio­nen die Gän­se­keu­le als Er­satz eta­bliert. Der al­te Brauch, am 11. No­vem­ber ei­nen Gän­se­bra­ten zu ver­spei­sen, ba­siert auf zwei ver­schie­de­nen his­to­ri­schen Über­lie­fe­run­gen.

Die Ers­te, ist die christ­li­che Le­gen­de des »Hei­li­gen Mar­tin«, dem Schutz­pa­tron der Ar­men. Der Er­zäh­lung nach, traf er als römi­scher Sol­dat ei­nen frie­ren­den Bett­ler. Um den Bett­ler in sei­ner Not zu hel­fen, teil­te er mit sei­nem Schwert sei­nen Man­tel in zwei Tei­le und schenk­te ei­nen da­von dem Bett­ler. Die gu­te Tat blieb nicht un­be­merkt. So wur­de Mar­tin in sei­nem späte­ren Le­ben zum Bi­schof von Tours ge­weiht und schließ­lich so­gar hei­lig ge­spro­chen.

Was hat das nun mit dem Gän­se­brauch zu tun?

Die Ge­schich­te er­zählt wei­ter, dass Mar­tin – als er von sei­ner No­mi­nie­rung zum Bi­schof er­fuhr – sich aus Be­schei­den­heit und um der Wahl zum Bi­schof zu ent­ge­hen, sich in ei­nem Gän­se­stall ver­steck­te. Das blieb von den Gän­sen na­tür­lich nicht un­be­merkt. Mit ih­rem lau­tem Ge­schnat­ter, ver­rieten sie die An­we­sen­heit Mar­tins, so­dass er sich schließ­lich doch der Wahl zum Bi­schof stel­len muss­te.

Ei­ner an­de­ren Er­zäh­lung nach, be­ruht der Brauch auf die Ge­ge­ben­heit, dass die Bau­ern im Mit­tel­al­ter am 11. No­vem­ber ei­ne Pacht an ih­ren Lehn­her­rn zah­len muss­ten. Man­gels Bar­geld, wur­de die­se dann in Na­tu­ra­lien – wie z. B. un­se­rer be­sag­ten Gans – be­gli­chen.

Ob eine der Er­zäh­lun­gen davon, und wenn ja wel­che, den Tat­sa­chen ent­spricht, wis­sen wir nicht. Wir freu­en uns aber nichts­des­to­trotz über die­sen schö­nen Brauch. Auch wir ha­ben uns statt für ei­ne gan­ze Gans, für Gän­se­keu­len ent­schie­den. Die klas­si­sche Zu­be­rei­tungs­me­tho­de ist das Schmo­ren im Brä­ter, aber auch ein en­er­gie­spa­ren­der Slow Coo­ker eig­net sich her­vor­ra­gend da­für. Bei den Bei­la­gen sind wir der Tra­di­tion treu ge­blie­ben und ha­ben Rot­kohl und (Frän­ki­sche) Klöße zu un­se­ren Gän­se­keu­len ge­reicht.

Gernekochen-Weintipp

Zu »Gänsekeu­le mit Rot­kohl und Klö­ßen aus dem Slow Coo­ker«, har­mo­niert ein fruch­ti­ger Spät­bur­gun­der ganz präch­tig. Ein­fach mal auf un­ser »Wein­tipp-Icon« tip­pen und mehr er­fah­ren. Wir wün­schen mit un­se­rem R­ezept­klas­si­ker beim Nach­ko­chen wie stets ei­nen gu­ten Ap­pe­tit und: Wohl be­komm's!

Martinsgans-Re­zept:
Gänsekeule mit Rot­kohl und Klö­ßen – Slow Cook­er-Re­zept

Zutaten für 4 Personen


Für den Einkaufszettel:

  • 4 Gänsekeulen à 350–400 g
  • 1 Pastinake
  • 1 St. (ca. 80–100 g) Knollensellerie
  • 1 kleine Stange Lauch bzw. Porree
  • 1 kleine Möhre bzw. Karotte
  • 350 ml trockener Rotwein
  • 800 ml (2 große Gläser) Gänsefond
  • ¼ rotschaliger Apfel, z. B. »Elstar«
  • 2 Zesten unbehandelte Orangenschale (Bio-Orange)
  • 300 ml roter Portwein
  • 2 weiße Zwiebeln
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 TL Honig, direkt vom Imker
  • 2 Scheiben Ingwer
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL getrockneter Beifuß
  • 1 TL getrockneter Majoran
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 kleiner Bund frische Petersilie
  • etwas Puderzucker
  • etwas Tomatenmark
  • ½ TL mildes Chilisalz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Prise Muskatnussabrieb
  • Für die Fränkischen Klöße halb und halb:

  • 1 kg mehlig kochende Kartoffeln
  • 180 g Mehl (Typ 405 oder ital. »00«)
  • 2 Eier Größe »M«
  • 2 TL Natron, Back­pul­ver, Spei­se- oder Kar­tof­fel­stär­ke (wir ha­ben die Kar­tof­fel­stär­ke aus den Kar­tof­feln ex­tra­hiert)
  • 125 ml hei­ße Milch (op­tio­na­le Re­zept­va­rian­te)
  • 2 Schei­ben ent­rin­de­tes Toast­brot, in gro­be Wür­fel ge­schnit­ten
  • Butter
  • ½ TL Zwiebel-Knoblauchpulver (optional)
  • Salz für den Teig
  • etwas Salz und Kümmel (ca. je 2 TL) für das Koch­was­ser
  • Das benötigt man zusätzlich:

  • Slow Cooker 3,5 l
  • Römertopf (alternativ)
  • Bräter (alternativ)

Für den Rotkohl:

  • 1 ganzer Rotkohl
  • 1 Schalotte oder Rote Zwiebel
  • 3 saure Äpfel
  • 200 ml Rotwein
  • 3 Zesten einer unbehandelten Bio-Orange
  • 4 EL Apfel- oder Himbeeressig
  • 2 EL Johannisbeergelee
  • 1 Sternanis
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1–2 Gewürznelken
  • ½ TL Zimt
  • 1 TL Pimentpfeffer
  • 1 EL Weizenmehl
  • 125 ml Wasser
  • 1 Prise Zucker
  • 1 EL Butterschmalz (braune Butter)
  • etwas Salz und
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Das wird zusätzlich für den Rotkohl benötigt:

  • 1 Gaze-Gewürzsäckchen oder Teebeutel
  • Hinweis: Rotkohl am Besten einen Tag vorher zubereiten und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

    Als Garnitur in Kombination mit dem Rotkohl:

  • Blätter von 4 Rosenkohlrößchen
  • Für die Mehlbutter:

  • 2 EL Mehl
  • 2 EL Butter
  • Mehlbutter 45 Minuten vorher zubereiten! Dazu beide Zutaten gut miteinander vermengen und ins Eisfach stellen.

Bräter vs. Slow Cooker

Es muss nicht im­mer Ka­viar sein, aber tra­di­tio­nel­le Kü­che darf es hin und wie­der ger­ne sein. Al­ter­na­tiv zum Brä­ter, lässt sich der deut­sche Kü­chen­klas­si­ker auch wun­der­bar im »Slow Coo­ker« – ei­ner mo­der­nen, strom­spa­ren­den Va­rian­te des Rö­mer­topfs – scho­nend auf Nied­rig­tem­pe­ra­tur ga­ren.

Vorteile: Beim Ga­ren auf Nied­rig­tem­pe­ratur ent­fällt das Wen­den des Schmorguts eben­so, wie die Ge­fahr des An­bren­nes und es wird un­glaub­lich zart und saf­tig.

Kerntemperaturen und »Slow Cooking« – der neue (alte) Trend

– durch ein Braten-Kern­ther­mo­me­ter Fleisch und Fisch op­ti­mal ga­ren

Die wich­tigs­ten Gar­gra­de und de­ren em­pfoh­le­ne Kern­tem­pe­ra­tu­ren. So ga­ren Sie Rind, Kalb, Lamm, Wild, Schwein, Fisch und Ge­flü­gel per­fekt auf den Punkt. Wis­sens­wer­tes über: »Slow Coo­king – der neue (alte) Trend« und wert­vol­le Hin­ter­grund­in­fos zum The­ma Lang­zeit­ga­ren er­gän­zen un­se­ren Bei­trag.

Kerntemperaturen und Slow Cooking


Zubereitung:

1) Gemüse putzen, waschen und schälen. Beim Lauch nur den zarten Teil des Grüns verwenden, den dunkelgrünen Rest so­wie das harte, weiße Lauch­en­de ab­trennen. Gemüse und Ap­fel in klei­ne Wür­fel bzw. Schei­ben (Lauch und Möh­re) schnei­­­den. Pe­ter­si­lie ab­brau­sen und tro­cken­schüt­teln. Mehl­but­ter vor­be­rei­ten und rest­li­che Zu­ta­ten be­reit­stel­len.

2.1) Puderzucker in einer mög­lichst gro­ßen Pfan­ne oder ei­nem Schmor­topf ka­ra­mel­li­sie­ren. Gän­se­schmalz hin­zu­fü­gen. Zu­erst die Ge­mü­se­wür­fel, dann die ge­hack­ten Zwie­beln da­rin an­düns­ten. Ho­nig und To­ma­ten­mark hin­zu­fü­gen und kurz mit­rös­ten.

2.2) Pfanneninhalt mit einem Drit­tel des Weins ab­lö­schen. Wa­chol­der­blatt hin­zu­fü­gen und al­les si­rup­ar­tig ein­ko­chen las­sen. Nach und nach den rest­li­chen Wein an­gie­ßen und ein­kö­cheln las­sen.

3) Gänseschmalz in einer aus­rei­chend gro­ßen Brat­pfan­ne er­hit­zen und Gän­se­keu­len da­rin von bei­den Sei­ten an­bra­ten.

4) Gänsekeulen und Schmorgemüse in den Crock-Pot geben und mit Gänsefond auffüllen. Deckel schließen, Crock-Pot auf »HIGH« stellen und 1 Std. garen. Danach die Temperatur auf »LOW« re­du­zie­ren und die Keu­len wei­te­re 4 Std. ga­ren. Wichtig: Während des Garens den Deckel stets aufgelegt lassen!

Klassisch: Omas Gänsekeulen aus dem Backofen

Alternativ: Bräter mit Schmor­­ge­­mü­­se und den Gän­­se­­keu­­len be­­fül­­len und mit dem Fond auf­­gie­­ßen, bis der In­halt fast voll­­stän­­dig be­­deckt sind. Brä­ter in den auf 150° vor­ge­heiz­ten Back­ofen stel­len und das Ge­flü­gel ca. 2,5 Stun­den of­fen schmo­ren.

5) Gänsekeulen aus dem Slow Cooker neh­men, sal­zen und un­ter dem vor­ge­heiz­ten Ofen­grill 6–8 Min. knus­prig gril­len.

6) Am Ende der Gar­zeit aus­rei­chend Schmor­fond ent­neh­men und durch ein fei­nes Sieb in ei­nen Sau­cen­topf um­fül­len. Ap­fel­stücke, Oran­gen­zes­ten, Ing­wer- und Kno­blauch­schei­ben hin­zu­fü­gen und mit­kö­cheln las­sen. Die spe­zi­el­len Zu­ta­ten ver­lei­hen der Sau­ce ei­nen sehr de­li­ka­ten Ge­schmack. Sau­ce ein­re­du­zie­ren und durch bröck­chen­wei­ses hin­zu­fü­gen und ein­rüh­ren von ge­fro­re­ner Mehl­but­ter bin­den, bis sie die ge­wünsch­te Kon­sis­tenz er­reicht hat. Mit Chili­salz und Pfef­fer ab­schme­cken

7) Als farblichen und geschmack­li­chen Kon­trast zum Rot­kohl so­wie für eine schöne Tellerdeko, haben wir noch Ro­sen­kohl zu­be­rei­tet. Dazu die ein­zel­nen Ro­sen­kohl­blät­ter vor­sich­tig vom Strunk ab­zup­fen, 30 Sek. in sie­den­dem Was­ser blan­chie­ren und da­nach noch bei mitt­le­rer Tem­pe­ra­tur in But­ter schwen­ken. Mit ei­ner Pri­se Mus­kat­nuss­ab­rieb und Salz ab­schme­cken.

Kommentare:

Hallo vielen Dank für das tol­le Re­zept. Es hat su­per ge­schmeckt. Die So­ße war der Wahn­sinn.

Besten Dank

Yvonne

Apfelrotkohl selber machen

1) Beim Rotkohl die äu­ße­ren Blät­ter ent­fer­nen und den Kohl mit ei­nem schar­fen Mes­ser in fei­ne Strei­fen schnei­den. Rot­kohl mit Rot­wein, Es­sig, Ge­wür­zen im Gewürz­sack oder Tee­beu­tel, Salz und Zu­cker in eine Schüs­sel ge­ben, gut mit­ein­an­der ver­men­gen und 24 Std. ma­ri­nie­ren lassen.

2.1) Schalotte oder Ro­te Zwiebel schälen und in fei­ne Strei­fen schnei­den. Kas­se­ro­le mit ei­nem EL brau­ner But­ter auf mitt­le­rer Tem­pe­ra­tur er­hit­zen und Scha­lot­ten da­rin ca. 8–10 Min. gla­sig düns­ten.

2.2) Rotkohl zu den Schalot­ten ge­ben und bei ge­schlos­se­nem De­ckel ca. 50 Min. weich ga­ren.

2.3) Äpfel schälen, vier­teln, Kern­ge­häu­se ent­fer­nen und mit ei­ner gro­ben Kü­chen­rei­be an den Rot­kohl rei­ben. Um das "Blau­kraut" zu bin­den und ei­ne sä­mi­ge Kon­sis­tenz zu ver­lei­hen, am En­de der Gar­zeit noch 1 EL Wei­zen­mehl mit 2 EL Was­ser ver­men­gen und un­ter den Rot­kohl rüh­ren. Mit et­was Salz, Ap­fel­es­sig und 1 Pri­se Zu­cker ab­schme­cken.

Fränkische Klöße halb und halb

Nährwert- & Ge­sund­heits­ana­ly­se

von Dipl. Ernährungs­wissen­schaftler Michael Pagelsdorf

Gänsefleisch

– zart-würziger Festtags­ge­nus­s mit nähr­stoff­rei­cher Kraft

Gänsefleisch gilt als tra­di­tio­nel­le Fest­spei­se und hat in Eu­ro­pa ei­ne lan­ge Kü­chen­ge­schich­te, die bis ins Mit­tel­al­ter zu­rück­rei­cht. An­ders als leich­te­re Ge­flü­gel­ar­ten wie Hähn­chen oder Pute ist die Gans deut­lich fett­hal­ti­ger, was ih­ren cha­rak­te­ris­ti­schen, aus­ge­prägt wür­zi­gen Ge­schmack prägt und sie zu ei­nem be­son­de­ren Sai­son­pro­dukt macht.

Ernährungsphysiologisch lie­fert Gänse­fleisch ei­nen ho­hen An­teil an voll­wer­ti­gem Ei­weiß, das den Er­halt von Mus­kel­ge­we­be un­ter­stützt und wich­ti­ge Kör­per­funk­tio­nen sta­bi­li­siert. Zu­gleich ent­hält es gut ver­wert­ba­res Häm-Eisen, das die Blut­bil­dung för­dert und vor Er­mü­dungs­er­schei­nun­gen schützt

Der Gehalt an B-Vi­ta­mi­nen, be­son­ders Ni­a­cin und Vi­ta­min B6, un­ter­stützt den En­er­gie­stoff­wech­sel und trägt da­zu bei, dass Nah­rungs­fett, Koh­len­hy­dra­te und Ei­weiß ef­fi­zi­ent um­ge­setzt wer­den kön­nen. 

Besonders charakteristisch ist der ho­he Fett­an­teil, der sich vor al­lem im Haut­be­reich fin­det; er macht Gänse­fleisch ener­gie­reich, lie­fert aber gleich­zei­tig be­acht­li­che Men­gen ein­fach un­ge­sät­tig­ter Fet­t­säu­ren. Die­se kön­nen, in maß­vol­len Men­gen ver­zehrt, ei­nen po­si­ti­ven Ef­fekt auf den Cho­le­ste­rin­haus­halt ha­ben. Wer den Fett­ge­halt re­du­zie­ren möch­te, kann ei­nen be­trächt­li­chen Teil da­von über sorg­fäl­ti­ge Zube­rei­tung oder das Ent­fer­nen der Haut nach dem Gar­vor­gang aus­glei­chen.

Kulinarische Verwendung:

Kulinarisch wird die Gans gern als fest­li­ches Haupt­ge­richt ser­viert, et­wa als knusp­rig ge­bra­te­ne Maro­nen- oder Ap­fel­gans mit aro­ma­ti­schem Saft. Ihr voll­mun­di­ges Aro­ma eig­net sich ebenso für kräf­ti­ge Schmor­ge­rich­te, für Con­fit-Va­ri­an­ten oder für fein auf­ge­schnit­te­ne Brust­stü­cke, die mit fruch­ti­gen, säu­re­be­ton­ten Be­glei­tern wie Oran­gen, Rot­wein­re­duk­ti­on oder Hage­but­ten­so­ße be­son­ders gut har­mo­nie­ren. 

Durch den hohen Ei­weiß­ge­halt und die dich­te Nähr­stoff­kom­po­si­tion las­sen sich se­nio­ren­ge­rech­te wie auch sport­lich aus­ge­rich­te­te Spei­se­plä­ne rea­li­sie­ren, so­fern auf ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Fett­bi­lanz ge­ach­tet wird. 

Noch ein Praxistipp zum Abschluss –  Ent­fett­en des Bratensuds: Wird er nach dem Ab­küh­len ab­ge­schöpft, ent­steht ei­ne aro­ma­ti­sche, deut­lich leich­te­re Grund­la­ge für Sau­cen, die Ge­nuss und Ge­sund­heit an­spre­chend ver­bin­det.

Rotkohl alias Blau­kohl alias Blau­kraut

– der Vitalstoff-Booster für Dei­ne Ge­sund­heit

Rotkohl – auch als Blau­kraut oder Blau­kohl be­kannt – ist ein ech­ter Vi­ta­min-C-Lie­fe­rant. Be­reits 200 g Rot­kohl de­cken mit rund 100 mg den Ta­ges­be­darf ei­nes Er­wach­se­nen. Noch be­mer­kens­wer­ter ist al­ler­dings sein ho­her Vi­ta­min-K-An­teil: Mit bis zu 400 % der emp­foh­le­nen Ta­ges­do­sis zählt Rot­kohl zu den wich­tigs­ten pflanz­li­chen Quel­len die­ses es­sen­ti­el­len Vi­ta­mins. Zu­sätz­lich ent­hält er reich­lich Se­len, Ka­li­um und Mag­ne­si­um.

Mit sei­nem ho­hen An­teil an Bal­last­stof­fen macht Rot­kohl lan­ge satt und bringt gleich­zei­tig ei­ne trä­ge Ver­dau­ung sanft in Schwung.

Für die kräf­ti­ge, tief­ro­te Far­be sind die se­kun­dä­ren Pflan­zen­stof­fe ver­ant­wort­lich – dar­un­ter An­tho­zy­a­ne, Fla­vo­noi­de und In­do­le. Sie wir­ken als na­tür­li­che An­ti­oxi­dan­ti­en, schüt­zen die Zel­len vor frei­en Ra­di­ka­len und kön­nen da­mit nicht nur den Al­te­rungs­pro­zess ver­lang­sa­men, son­dern auch zur Vor­beu­gung ge­wis­ser Krebs­ar­ten bei­tra­gen.

Ge­sund­heit­lich spricht al­so al­les für den re­gel­mä­ßi­gen Ge­nuss von Rot­kohl.

Ku­li­na­ri­sche Ver­wen­dung:

Rotkohl ist ein klassi­scher Be­glei­ter zu herz­haf­ten Ge­rich­ten und zeigt sich zu­gleich von sei­ner mo­der­nen Sei­te. Tra­di­tio­nell wird er ge­schmort und mit Ap­fel oder Preis­el­bee­ren ver­fei­nert zu Braten, Wild oder Ge­flü­gel ser­viert. In der fri­schen Kü­che macht er auch als knacki­ger Salat mit Oran­gen, Wal­nüs­sen oder Bal­sa­mi­co-Dres­sing ei­ne gu­te Fi­gur. Eben­so lässt er sich in Wraps, Bowls oder Wok­ge­rich­ten ver­ar­bei­ten – für ei­nen leich­ten, far­ben­fro­hen Ge­nuss mit Bo­nus für Ge­sund­heit und Au­ge.

Kartoffeln alias Erd­äp­fel

– natürliche Energie, die schmeckt

Kartof­feln, in be­stimm­ten Re­gio­nen Deutsch­lands so­wie ei­ni­gen Nach­bar­län­dern auch als »Erd­äp­fel« oder »Grund­bir­nen« bzw. »Grum­bee­ren« (Pfalz)) und wei­te­ren Re­gio­nal­na­men be­kannt, ge­hö­ren wie auch To­ma­ten und Pap­ri­ka zur Fa­mi­lie der Nacht­schat­ten­ge­wäch­se.

Gemäß statistischen Umfragen ist die Knol­len­frucht nach wie vor der Deut­schen liebs­te Bei­la­ge und das ist auch gar nicht schlecht.

Kartoffeln sind vi­ta­min- und mi­ne­ral­stoff­reich und da­bei noch ka­lo­ri­en­arm. Vor al­lem das Vi­ta­min-C ist in nen­nens­wer­ten Men­gen in der Nutz­pflan­ze ent­hal­ten. Des wei­te­ren be­sit­zen die Knollen ei­nen ho­hen Ei­weiß­an­teil, der in Kom­bi­na­tion mit den in un­se­rem Re­zept ver­wen­de­ten Ei­ern sehr gut von un­se­rem Or­ga­nis­mus re­sor­biert und in kör­per­ei­ge­nes Ei­weiß trans­for­miert werden kann.

Gekochte Kartoffeln wir­ken sich al­ler­dings stark auf den Blut­zu­cker aus, da die Stär­ke durch den Koch­vor­gang als na­he­zu rei­ne Glu­co­se im Dünn­darm auf­ge­nom­men wird.

Lässt man die Kartof­fel nach dem Koch­vor­gang er­kal­ten und ver­ar­bei­tet sie dann erst wei­ter, bil­det sich ei­ne »Re­sis­ten­te Stär­ke«, die sich we­sent­lich güns­ti­ger auf den Blut­zu­cker­spie­gel aus­wirkt. So wer­den z. B. Brat­kar­tof­feln klas­si­scher­wei­se aus ER­KALTE­TEN Kar­toffeln her­ge­stellt.

Kulinarische Verwendung:

Kartoffeln sind aus der Küche kaum weg­zu­den­ken – ob als cre­mi­ges Pü­ree, knusp­ri­ge Brat­kar­tof­feln, herz­haf­te Gra­tins oder fei­ne Sup­pen. Sie las­sen sich in un­zäh­li­gen Va­ria­tio­nen zu­be­rei­ten und pas­sen zu na­he­zu je­dem Ge­richt. Ihr zar­ter, neu­tra­ler Ge­schmack macht sie zu ei­nem idea­len Ba­sis­le­bens­mit­tel für leich­ten und ge­sun­den Ge­nuss.

Karotten alias Möhren

– vielseitiger Genuss, voll gesun­der Nähr­stoff­po­wer

Die in Deutsch­land sehr be­lieb­ten und in der Kü­che viel­sei­tig ver­wend­ba­ren Möh­ren bzw. Mohr­rü­ben ge­hö­ren zu den Dol­den­blü­ten­ge­wäch­sen. Sie sind reich an Mi­ne­ral­stof­fen und Spu­ren­ele­men­ten wie Ka­li­um, Phos­phor, Cal­ci­um, Mag­ne­si­um und Zink so­wie reich an Ca­ro­tin, welches in den Möh­­ren in Form von Alpha- wie auch Be­ta-Ca­ro­tin (Pro­vi­ta­min A, ei­ner Vor­stu­fe von Vi­ta­min A) vor­kommt. Vitamin A un­ter­stützt un­se­re Seh­fä­hig­keit, be­son­ders bei Nacht, und wirkt sich po­s­i­tiv auf un­ser Im­mun­sys­tem wie auch un­ser Zell­wachs­tum aus.

Carotin (und auch einige Vita­mi­ne) kann am bes­ten vom Kör­per re­sor­biert wer­den, wenn man es zu­sam­men mit Fett in Form von Öl oder But­ter isst.

Kulinarische Verwendung:

Karotten eignen sich her­vor­ra­gend für sü­ße wie her­zhaf­te Ge­rich­te – ob als cre­mi­ge Sup­pe, ge­schmor­te Bei­la­ge, fri­scher Sa­lat oder saf­ti­ger Ku­chen. Ihr zar­tes, süß­li­ches Aro­ma ent­fal­tet sich be­son­ders gut in Kom­bi­na­ti­on mit et­was Öl oder But­ter und sorgt da­mit für na­tür­li­chen, ge­sun­den Ge­nuss.

Porree alias Lauch

– leichter Genuss mit viel Ge­sund­heit

»Allium por­rum«, auch »Lauch« ge­nannt, ist ei­ne krau­tige Pflan­ze und ge­hört zur Fa­milie des aus dem Mit­tel­meer­raum stam­men­den Acker­lauchs. Ge­schmack­lich ist sie ei­ne mil­de Va­riante der Zwie­bel und des Knob­lauchs. Da das Zwie­bel­ge­mü­se win­ter­fest ist, wird es in Deutsch­land ger­ne und oft im hei­mi­schen Gar­ten an­ge­baut. Un­ter­schie­den wird zwi­schen Win­ter­lauch und Som­mer­lauch, wo­bei letz­te­rer die et­was dün­ne­re und mil­de­re Va­ri­an­te dar­stellt.

An Nährstoffen sind in Lauch die Mi­neral­stof­fe Ei­sen und Ka­li­um ent­halten, die bei­de für den Gesunderhalt un­se­res Or­ga­nis­mus ei­ne wich­ti­ge Rol­le spie­len. Auch mit Vita­min C kann Por­ree punk­ten, wel­ches frei­lich beim Er­hit­zen zum größ­ten Teil ver­lo­ren­geht.

Kulinarische Verwendung:

Porree ist ei­ne der viel­sei­tigs­ten Zwie­bel­pflan­zen in der Kü­che und bringt mit sei­nem mil­den, leicht süß­lich-wür­zi­gen Aro­ma ei­ne fei­ne, aber cha­rak­ter­vol­le No­te in zahl­rei­che Ge­rich­te.

Roh geschnitten oder fein ge­hackt eig­net sich Lauch für her­zhaf­te Sa­la­te, Auf­stri­che oder als de­zen­te Wür­ze in Vinaigrettes. Ge­düns­tet, ge­bra­ten oder ge­schmort ent­fal­tet er sei­nen vol­len Ge­schmack in Sup­pen, Eintöpfen, Lau­ch­to­rten oder Quiches.

Als Basisgemüse bil­det Por­ree zu­sam­men mit Karot­ten und Sel­le­rie das aro­ma­ti­sche Grund­ge­rüst des klas­sisch fran­zö­si­schen »Mire­poix« – ide­al für Brü­hen, Sau­cen und Schmor­ge­rich­te. Ge­grillt oder ka­ra­mel­li­siert ent­wi­ckelt er ei­ne fei­ne Sü­ße, die her­vor­ra­gend zu Fisch, Ge­flü­gel oder leich­tem Risot­to passt.

Kombinationstipp:

Besonders harmonisch wirkt Por­ree in Kom­bi­na­tion mit Kar­tof­feln, Kä­se oder ei­nem Hauch Mus­kat. Auch mit Ap­fel oder Bir­ne ent­steht ei­ne fei­ne Aus­ba­lan­cie­rung zwi­schen herz­haf­tem Grund­aro­ma und leich­ter Sü­ße – ei­ne stim­mi­ge Kom­po­si­tion aus Ge­nuss und Ge­sund­heit.

Äpfel

– fruchtige Frische, ge­sun­der Ge­nuss

Äpfel sind reich an Pek­tin, ei­nem Bal­last­stoff, der für un­se­re Darm­ge­sund­heit wich­tig ist. Wie vie­le an­de­re Obst­sor­ten auch be­sit­zen Äp­fel zu­dem ei­nen ho­hen Vi­ta­min-C-An­teil. Das macht sie zwei­fels­frei zu ei­nem ge­sun­den Le­bens­mit­tel.

»An apple a day keeps the doc­tor aw­ay.«

Ein Apfel allein – wie wir es von ei­nem al­ten eng­li­schen Sprich­wort her ken­nen – hält je­doch den Doktor nicht fern. Wie im­mer ist es statt­des­sen das Zu­sam­men­spiel ver­schie­de­ner, sich er­gän­zen­der Nähr­stoff­bau­stei­ne, wel­ches uns bei der Er­hal­tung un­se­rer Ge­sund­heit un­ter­stützt. Oder auf den Punkt ge­bracht: eine aus­ge­wo­ge­ne und so­mit ge­sun­de Er­näh­rung.

Zwiebeln und Knoblauch

– natürliches Powerduo für Gesund­heit und Ge­schmack

Beide sind ein na­tür­li­ches Anti­bio­ti­kum und be­kämp­fen wirk­sam schäd­li­che Pil­ze und krank­heits­er­re­gen­de Mi­kro­or­ga­nis­men. Die Zwie­bel ist eng mit dem Kno­blauch ver­wandt und be­sitzt ge­gen­über die­sem ei­ne mil­de­re Wir­kung. Die Kom­bi­na­tion der bei­den bringt ein star­kes Duo her­vor.

Bei­de ent­hal­ten wert­vol­le An­ti­oxi­dan­tien, die als Fän­ger »freier Ra­di­ka­ler« un­se­ren Or­ga­nis­mus da­bei hel­fen, ge­sund zu blei­ben.

Die zur Gat­tung der Li­li­en­ge­wäch­se ge­hö­ren­den Pflan­zen ver­fü­gen zu­dem über ei­nen ho­hen Vi­ta­min- und Mi­ne­ral­stoff­ge­halt, von dem wir eben­falls ge­sund­heit­lich pro­fi­tie­ren.

Ent­hal­ten sind die Vi­ta­mi­ne B1, B2 und B6 so­wie die Vi­ta­mi­ne C und E. Au­ßer den Mi­ne­ral­stof­fen Salz, Ei­sen, Zink und Mag­ne­si­um sind noch ei­ne gan­ze Rei­he wei­te­rer Mi­ne­ral­stof­fe in Zwie­beln und Kno­blauch ent­hal­ten, so­dass man bei­de Pflan­zen durch­aus als hoch­wer­ti­ge Mi­ne­ral­stoff-Lie­fe­ran­ten be­zeich­nen kann.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oekotrophologe)

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