Original Jägerschnitzel mit Pilz­rahm­sau­ce

– Nach Omas Rezept – herz­haft, cre­mig und ein­fach zu­be­rei­tet

Original Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce Original Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce

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Original Jägerschnitzel mit Pilz­rahm­sau­ce

In Deutschland ist das Jäger­schnit­zel bis heute ei­ne der be­lieb­tes­ten Schnit­zel-Va­ri­an­en über­haupt. Kaum ein Ge­richt sorgt in Deutsch­land für so vie­le Dis­kus­sio­nen wie das Jä­ger­schnit­zel. Wäh­rend im Wes­ten meist ein pa­nier­tes Schwei­ne­schnit­zel mit Pilz­rahm­sauc­e auf den Tel­ler kommt, ist das DDR-Jäger­schnit­zel aus pa­nier­ter Jagd­wurst bis heute fest mit der Ess­kul­tur der ehe­ma­li­gen DDR ver­bun­den. Und blickt man nach Öster­reich, gilt vie­ler­orts so­gar das Na­tur­schnit­zel mit Pil­zen als das ei­gent­li­che Ori­gi­nal.

Wer hat also recht?

Tatsächlich alle – denn hinter dem Na­men ver­ber­gen sich ver­schie­de­ne re­gio­na­le Tra­d­itio­nen. In die­sem Re­zept zei­gen wir die west­deut­sche Va­ri­an­te mit knus­prig pa­nier­tem Schnit­zel und einer cre­mi­gen Pilz­rahm­sau­ce. Ob Du Dir »Omas Jägerschnitzel« vom Kalb oder vom Schwein zu­be­rei­ten möch­test, ent­schei­dest Du!

Unser Rezept lässt sich ein­fach und schnell zu­be­rei­ten. Zwei klei­ne Tipps gilt es für ein per­fek­tes Ge­schmacks­er­lebnis zu be­­ach­ten:

TIPP 1: Den aus­tre­ten­den Cham­pig­non­saft nach dem An­bra­ten der Cham­pig­nons auf­fan­gen und in die Jä­ger­sau­ce ge­ben.

TIPP 2: Nicht am Schin­ken spa­ren und ei­nen hoch­wer­ti­gen »Süd­ti­ro­ler-Schin­ken­speck« (al­ter­na­tiv »Lardo«, »Pan­chet­ta« oder »Gu­an­cia­le«) ver­wen­den. Der gibt so rich­tig le­cke­re Ge­­schmacks­­aro­­men an die Jä­ger­sau­ce ab und trägt so in ho­hem Maß zum Ge­schmacks­er­leb­nis bei. Ein­fach le­cker!

Falls Du eigentlich das DDR-Jäger­schnitzel aus pa­nier­ter Jagd­wurst suchst, fin­dest Du bei uns selbst­ver­ständ­lich auch die­ses Ori­gi­nal­re­zept.

»Jägerschnitzel« aus Jagd­wurst – Zum Rezept »

Gernekochen-Weintipp

Zu »Jä­ger­schnit­zel mit Pilz­rahm­sau­ce«, em­pfeh­len wir ei­nen cha­rak­ter­vol­len Grau­bur­gun­der aus Ba­den. Ein­fach mal auf un­ser »Wein­tipp-Icon« tip­pen und mehr er­fah­ren. Wir wün­schen wie stes ei­nen gu­ten Ap­pe­tit und: Wohl be­komm's!

Warum Du unser Original Jäger­schnitzel mit Pilz­rahm­sauce aus­pro­bie­ren soll­test

  • Knuspriges Schnitzel trifft auf cre­mige Pilz­rahm­sau­ce – ein ech­ter Klas­siker der deut­schen Küche, der mit seiner herz­haften Kom­bi­na­tion seit Ge­ne­ra­tio­nen be­geis­tert
  • Nach Omas Rezept verfeinert – mit aro­ma­ti­schen Cham­pig­nons, wür­zig­em Süd­ti­roler Speck und klei­nen Knif­fen, die der Sau­ce be­son­ders viel Ge­schmack ver­leihen
  • Flexibel mit Kalb oder Schwein – be­reite Dein Jägerschnitzel ganz nach Deinem Ge­schmack zu, ohne auf den klassischen Cha­rak­ter des Gerichts zu ver­zichten
  • Einfach nachzukochen – un­se­re be­bil­der­te Schritt-für-Schritt-An­leitung führt auch Koch­an­fänger sicher ans Ziel

Rezept:
Original Jägerschnitzel mit Pilz­rahm­sau­ce

Zutaten für 4 Personen

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Für den Einkaufszettel:

  • 4 Kalbschnit­zel aus der Kalbs­nuss (als Va­ri­an­te der ge­ho­be­nen Kü­che)
    – das zar­te, ma­ge­re Teil­stück aus der Keu­le, per­fekt für Schnit­zel & fei­ne Bra­ten)
    oder alternativ:
  • 4 Schweineschnitzel (als Variante der gut­bür­ger­li­chen Kü­che)
  • 500 g frische weiße oder braune Cham­pig­nons
  • 400 g frische Spätzle
  • 30 g Südtiroler Speck, z. B. Handl oder Grei­singer. Al­ter­na­tiv eig­net sich auch »ein Gu­an­ci­ale« (ital. Ba­cken­speck) ganz her­vor­ra­gend
  • 1 weiße Zwiebel oder Scha­lot­te
  • 125 g Gemüsebrühe
  • 125 ml Schlagsahne 30 %
  • 1 Schuss Milch
  • ½ TL frisch gehackter oder getrock­ne­ter Thy­mi­an
  • 1 paar Thymianzweige zur Deko­ra­tion
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Rebe Weintrauben
  • 4 halbe Orangenscheiben
  • 1–2 TL Mehlbutter
  • 2–4 EL braune Butter bzw. Butter­schmalz
  • etwas Salz und
  • Pfeffer aus der Müh­le

Für die Schnitzelpanierung:

  • 2 Eier
  • 1 Msp. abgeriebene Zitronen­scha­le (Bio!)
  • 1 Prise frisch geriebene Muskat­nuss
  • 1 EL geschlagene Sahne
  • 80 g Semola di gra­no du­ro ri­ma­ci­na­ta » (Wei­zen­dunst bzw. »Spätz­le-Mehl« – dop­pel­grif­fi­ges Mehl)
  • 200 g Weißbrotbrösel
  • etwas Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 150 ml Öl (am besten Olivenöl)
  • 50 g braune Butter

Für die Mehlbutter:

  • 2 EL Mehl
  • 2 EL Butter

Mehlbutter 45 Minuten vor­her zu­be­rei­ten! Da­zu bei­de Zu­ta­ten gut mit­ein­an­der ver­kne­ten und ins Eis­fach stel­len.

Omas Jägersauce – Zubereitung:

1) Champignons nur putzen, nicht ab­brau­sen. Falls nö­tig, mit ei­nem Pilz­pinsel vor­sich­tig säu­bern. Pil­ze schä­len, Stie­le am En­de 5 mm ab­schnei­den und Pil­ze in di­cke Schei­ben schnei­den. Scha­lot­ten oder wei­ße Zwie­beln schä­len und klein ha­cken. Speck in klei­ne Wür­fel schnei­den.

2.1) Champignons ohne Fett auf mitt­le­rer bis ho­her Tem­pe­ra­tur nicht län­ger als 1 Min. von je­der Sei­te an­bra­ten. (Durch das An­bra­ten ohne Fett in­ten­si­viert sich der Pilz­ge­schmack!). But­ter zu­fü­gen und Pil­ze da­rin schwen­ken, bis sie sich voll­ge­so­gen ha­ben. Da­nach zum Ab­trop­fen in ein Sieb ge­ben.

2.2) Den abtropfenden Cham­pig­non­saft in ei­nem ge­eig­ne­ten Be­­häl­­ter auf­fan­gen. (Der Saft kommt spä­ter in die Jä­­ger­­sau­­ce und ver­­leiht die­ser ei­nen schö­nen Pilz­ge­schmack).

2.3) Braune Butter auf ho­he Tem­pe­ra­tur er­hit­zen. Zu­erst den Speck zu­ge­ben. Nach ein paar Mi­nu­ten auf mitt­le­re Tem­pe­ra­tur run­ter­schal­ten. Ge­hack­te Zwie­beln eben­falls in die Pfan­­­ne ge­ben. Speck knus­prig, Zwie­beln hell­braun bra­ten.

2.4) Speck und Zwiebeln mit Brühe und Sahne ab­lö­schen und auf­ko­chen las­sen. Tem­pe­ra­tur re­du­zie­ren. Pil­ze ein­­schließ­­lich Pilz­saft und Thy­mi­an hin­zu­fü­gen. Sal­zen und pfef­fern. Jä­­ger­­sau­­ce 15–20 Min. wei­ter kö­cheln las­sen (ein­re­du­zie­ren). Evtl. noch ei­nen Schuss Milch zu­ge­ben, falls die Sau­ce zu dick ge­­wor­­den ist. Ist sie zu dünn, – sie soll ja eine cre­mige Kon­­sis­­tenz er­­hal­­ten – nach und nach bröck­chen­wei­se eis­ge­kühl­te Mehl­­but­­ter un­ter die Sau­ce rüh­ren bis sie ge­­bun­den ist.

3.1) Eier in einem tie­fen Tel­ler auf­schla­gen und ver­quir­len. Mit ei­ner fei­nen Kü­chen­rei­be et­was Bio-Zi­tro­nen­scha­le, Mus­­kat­­nuss und die ge­schla­ge­ne Sah­ne da­zu­ge­ben. Zutaten gut ver­­rüh­­ren. Nun auch das Mehl und die Weiß­­brot­­brö­­sel in je ei­nen Tel­ler ge­ben. Die ge­plät­te­ten Schnit­zel (wer kei­nen Fleisch­plät­ter hat, nimmt ei­nen schwe­­ren Koch­­topf) mit Pfef­fer und Salz wür­zen. Dann der Rei­he nach zu­erst gut meh­lie­ren und da­nach durch den Tel­ler mit der Ei­er-Sah­ne­mi­schung zie­hen. Ab­schlie­ßend noch in den Sem­mel­brö­seln wen­den. Da­mit die Pa­­nie­­rung »fluf­­fig« bleibt, da­rauf ach­ten, dass die Brö­sel nicht zu fest an­ge­drückt wer­den.

Panierung oder Panade – gibt es da ei­nen Un­ter­schied?

Schnitzel, Fisch oder eben Jagdwurst in einer schö­nen, knus­pri­gen »Pa­na­de«. Je­der weiß, was da­mit ge­meint ist. Aber ist der Be­griff auch hand­werk­lich kor­rekt? Im All­tag wer­den bei­de Be­grif­fe häu­fig gleich­ge­setzt. In der klas­si­schen Kü­chen­spra­che wird die knusp­ri­ge Hül­le ei­nes Schnit­zels je­doch meist als Pa­nie­rung be­zeich­net, wäh­rend der Begriff »Pa­na­de« eher ein Füll- oder Lo­cke­rungs­mit­tel aus ein­ge­weich­tem Brot meint.

Quelle: gastronomische-akademie.de »

Im all­täg­li­chen Sprach­ge­brauch hat sich der Be­griff Pa­na­de für die knusp­ri­ge Hül­le je­doch weit ver­brei­tet.

3.2) Olivenöl und braune Butter in einer tiefen, beschichteten Schmorpfanne erhitzen und die Schweineschnitzel bei mitt­le­rer Hitze – nicht hö­her! – auf einer Seite solange braten, bis sie gold­braun werden. Dies gelingt am besten, wenn man durch eine leichte Pfannen-Vor- und Rück­be­we­gung et­was von der Öl­but­ter über die Schnit­zel schwap­pen lässt. Wer da­zu kein Ge­schick hat, nimmt ei­nen Ess­löf­fel und schöpft da­mit aus der schräg ge­­hal­­te­­nen Pfan­ne das Brat­­fett über die Schnit­zel. Die­se da­nach wen­den und das Gan­ze wie­der­ho­len. Evtl. nach dem Wen­den noch et­was Öl und But­ter hin­zu­fü­gen.

4) Backofen auf 150 Grad vorheizen und Teller darin warm­stel­len. Frische Spätzle gemäß Pa­ckungs­an­lei­tung in et­­was But­ter und Oli­ven­öl auf mitt­le­rer Tem­pe­ra­tur er­hit­zen. Mit frisch ge­hack­ter Pe­ter­si­lie, Pfef­fer und Salz ab­­schme­­cken.

Vorgewärmte Tel­ler aus dem Back­of­en neh­men. Mit den Schnit­­­zeln und der Pilz­rahm­sau­ce be­le­gen und Spätz­le in ei­ner Schüs­sel da­zu­rei­chen.

Jägerschnitzel Beilagen:

Alternativ zu den Spätz­le, pas­sen als Beilage na­tür­lich auch – ganz nach per­sön­li­chem Ge­schmack – Pom­mes fri­tes oder Kar­­tof­­fel­­kro­­ket­­ten. Wie man fri­sche Pom­mes fri­tes oder Kar­tof­fel­kro­ket­ten ganz ein­fach und schnell selbst zu­bereitet, ver­ra­ten unse­re Work­shops:

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Nährwert- & Ge­sund­heits­ana­ly­se

von Dipl. Ernährungs­wissen­schaftler Michael Pagelsdorf

Kalbfleisch

– mild im Ge­schmack, wert­voll für die Er­näh­rung

Kalbfleisch

Neben hochwertigem Eiweiß enthält Kalb­fleisch die le­bens­wich­ti­gen Vi­ta­mi­ne B2, B6 und B12 so­wie wich­ti­ge Mi­ne­ral­stof­fe wie Zink und Se­len. Vi­ta­min B1 ist eben­falls vor­han­den, je­doch in ge­rin­ge­ren Men­gen als bei­spiels­wei­se in Schwei­ne­fleisch.

Im Vergleich zu Rind- oder Lamm­fleisch ist der Ei­sen­ge­halt von Kalb­fleisch et­was nied­rig­er, den­noch leis­tet es ei­nen wert­vol­len Bei­trag zur Ver­sor­gung mit diesem Spu­ren­ele­ment. Be­son­ders Ei­sen und Vi­ta­min B12 spie­len ei­ne zen­tra­le Rol­le bei der Bil­dung ro­ter Blut­kör­per­chen. Vi­ta­min B12 kann in re­le­van­ten Men­gen fast nur über tie­ri­sche Pro­duk­te auf­ge­nom­men wer­den.

Daher lässt sich fest­stel­len, dass ei­ne rein ve­ga­ne Er­näh­rung oh­ne Sup­ple­mente nicht als voll­stän­dig aus­ge­wo­gen be­trach­tet wer­den kann. Be­reits 150 g Kalbs­filet kön­nen den Ta­ges­be­darf ei­nes Er­wach­se­nen an Vi­ta­min B12 de­cken und gleich­zei­tig zur Mi­ne­ral­stoff­ver­sor­gung bei­tra­gen.

Kulinarische Verwendung:

Kalb­fleisch zeich­net sich durch sei­ne zar­te Tex­tur und den fei­nen, mil­den Ge­schmack aus – ei­ne Ei­gen­schaft, die es in der ge­ho­be­nen Kü­che be­son­ders be­liebt macht. Es eig­net sich her­vor­ra­gend zum Bra­ten, Dünsten oder Schmo­ren, aber auch für fei­ne Ragouts und Schnit­zel. Zu den klas­si­schen Zu­be­rei­tun­gen zäh­len das Wiener Schnitzel, das Kalbs­rahm­ge­schnet­zel­te oder ein zart ge­schmor­tes Kalbs­haxn-Gericht. Auch Kalbs­rücken oder Filet las­sen sich kurz an­bra­ten und mit kräf­ti­gen Kräu­tern wie Sal­bei, Thy­mi­an oder Ros­ma­rin ver­fei­nern.

Dank sei­ner fei­nen Struk­tur har­mo­niert Kalb­fleisch be­son­ders gut mit cre­mi­gen Sau­cen, leich­ten Ge­mü­se­bei­la­gen oder Kar­tof­fel­pü­ree – ein leich­ter und ele­gan­ter Ge­nuss, der auch in mo­der­nen, ge­sund­heits­be­wuss­ten Kü­chen sei­nen fes­ten Platz hat.

Schweinefleisch

– zart im Biss, reich an B-Vi­ta­mi­nen

Schweinefleisch als Kasseler

Bio-Haltung vorausgesetzt, lie­fert Schweinefleisch hoch­wer­tiges Ei­weiß so­wie wich­ti­ge Vi­ta­mi­ne und Mi­ne­ral­stof­fe. Be­son­ders be­mer­kens­wert ist sein ho­her Ge­halt an Vi­ta­min B1 (Thiamin) – Schwei­ne­fleisch ge­hört hier zu den Spit­zen­rei­tern un­ter al­len Fleisch­sor­ten. Da­rü­ber hi­naus ent­hält es nen­nens­wer­te Men­gen an Vi­ta­min B2, B6 und B12 so­wie Mi­ne­ral­stof­fe und Spu­ren­ele­men­te.

Vitamin B12 ist für die Bil­dung ro­ter Blut­kör­per­chen un­ent­behr­lich und kann in re­le­van­ten Men­gen fast aus­schließ­lich nur üb­er tie­ri­sche Le­bens­mit­tel auf­ge­nom­men wer­den. Bei rein pflanz­li­cher (ve­ga­ner) Er­näh­rung muss es da­her über Supp­le­men­te oder an­ge­rei­cher­te Pro­duk­te zu­ge­führt wer­den.

Im direkten Vergleich lie­fert ro­tes Fleisch wie Rind oder Lamm zwar deut­lich mehr Vi­ta­min B12 pro Por­tion, Schwei­ne­fleisch trägt je­doch – ins­be­son­de­re durch sei­nen ho­hen Thia­min-Ge­halt – we­sent­lich zu ei­ner aus­ge­wo­ge­nen Er­näh­rung bei.

Kulinarische Verwendung:

Schweinefleisch bietet eine außer­ge­wöhn­li­che Viel­falt in der Kü­che – von tra­di­tio­nel­len Schmor­ge­rich­ten bis zu mo­der­nen, leich­ten Zu­be­rei­tun­gen. Zartes Schwei­ne­fi­let oder Schwei­ne­me­dail­lons eig­nen sich her­vor­ra­gend zum Kurz­bra­ten, wäh­rend Nacken oder Schul­ter als aro­ma­ti­sche Grund­la­ge für Braten, Pul­led Pork oder Gulasch die­nen.

Auch Schnitzel, Kote­letts und Kamm- alias Nackensteaks sind be­lieb­te Klas­si­ker, die sich durch wür­zi­ge Pa­na­den oder fei­ne Kräu­ter­krus­ten ver­fei­nern las­sen. In der me­di­ter­ra­nen Kü­che wird Schwei­ne­fleisch häu­fig mit Ros­ma­rin, Thy­mi­an und Knob­lauch kom­bi­niert, in der asia­ti­schen Kü­che mit Ing­wer, So­ja­sauce und Se­sam­öl.

Ein besonderer Tipp für Fein­schme­cker ist ge­schmor­ter Schwei­ne­bauch oder *confiertes Schwei­ne­kar­rée – ei­ne Kom­bi­na­ti­on aus zar­ter Tex­tur und tie­fem, aro­ma­ti­schem Ge­schmack. Ob ge­bra­ten, ge­schmort oder ge­grillt – Schwei­ne­fleisch lässt sich wun­der­bar viel­sei­tig zu­be­rei­ten und bie­tet da­bei ein brei­tes Spek­trum von rus­ti­kal bis ele­gant.

(*Confieren: Für ei­ne be­son­ders fei­ne, nähr­stoff­scho­nen­de Zu­be­rei­tung emp­fiehlt sich das sanf­te Gar­en bei nied­ri­ger Tem­pe­ra­tur oder das Sous-vide-Ver­fah­ren.)

Champignons

– zart im Geschmack, stark an Vi­ta­min D

Champignons

Champignons sind nicht nur ein wich­ti­ger Mi­ne­ral­stoff­lie­fe­rant (Ei­sen, Cal­ci­um, Ka­li­um u. Na­tri­um), son­dern auch ein wert­vol­ler Vi­ta­min-D-Lie­fe­rant und so­mit eben­falls ei­ne Em­pfeh­lung auf dem Spei­se­zet­tel wert. Vi­ta­min D ge­hört zur Fa­mi­lie der fett­lös­li­chen Vi­­ta­mi­ne, wel­che gleich meh­re­re gu­te Ei­gen­schaf­ten mit sich brin­gen. Da­zu ge­hö­ren die po­si­ti­ve Be­ein­flus­sung der Re­gu­la­tion des Cal­ci­um- und Phos­phat­haus­hal­tes im mensch­lichen Kör­per wie auch die Steue­rung der Ein­la­ge­rung von Cal­ci­um in die Kno­chen. Au­ßer­dem un­ter­stützt Vitamin D die Vor­beugung vor Os­teo­po­ro­se und hemmt zu­dem die Zell­pro­li­fe­ra­tion ver­schie­de­ner Tu­mor­zel­len.

Und ... Vitamin-D macht gute Laune. 😊

Kulinarische Verwendung:

Cham­pignons sind wah­re All­roun­der in der Kü­che und las­sen sich roh, ge­bra­ten oder ge­grillt ge­nießen. Ihr mil­der, leicht nussi­ger Ge­schmack macht sie zur per­fek­ten Bei­la­ge zu Fleisch-, Fisch- und Ge­mü­se­ge­rich­ten. In Schei­ben ge­schnit­ten ver­fei­nern sie fri­sche Sa­la­te, wäh­rend sie in But­ter oder Oliven­öl an­ge­bra­ten ihr vol­les Aro­ma ent­fal­ten – ide­al für Pas­ta, Ome­lettes oder Rahm­ge­rich­te.

Auch in der ve­ge­ta­ri­schen Kü­che spie­len Cham­pignons ei­ne wich­ti­ge Rol­le: als herz­haf­ter Fleisch­er­satz in Bur­gern, ge­füllt aus dem Ofen oder zu Risot­to und Quiche. Dank ih­rer aro­ma­ti­schen Tie­fe brin­gen sie ei­ne fei­ne Umami-Note in vie­le Ge­rich­te – ein leich­ter, stim­mungs­auf­hel­len­der Ge­nuss, der Kör­per und See­le glei­cher­ma­ßen guttut.

Zwiebeln und Knoblauch

– natürliches Powerduo für Gesund­heit und Ge­schmack

Zwiebeln und Knoblauch

Beide sind ein na­tür­li­ches Anti­bio­ti­kum und be­kämp­fen wirk­sam schäd­li­che Pil­ze und krank­heits­er­re­gen­de Mi­kro­or­ga­nis­men. Die Zwie­bel ist eng mit dem Kno­blauch ver­wandt und be­sitzt ge­gen­über die­sem ei­ne mil­de­re Wir­kung. Die Kom­bi­na­tion der bei­den bringt ein star­kes Duo her­vor.

Bei­de ent­hal­ten wert­vol­le An­ti­oxi­dan­tien, die als Fän­ger »freier Ra­di­ka­ler« un­se­ren Or­ga­nis­mus da­bei hel­fen, ge­sund zu blei­ben.

Die zur Gat­tung der Li­li­en­ge­wäch­se ge­hö­ren­den Pflan­zen ver­fü­gen zu­dem über ei­nen ho­hen Vi­ta­min- und Mi­ne­ral­stoff­ge­halt, von dem wir eben­falls ge­sund­heit­lich pro­fi­tie­ren.

Ent­hal­ten sind die Vi­ta­mi­ne B1, B2 und B6 so­wie die Vi­ta­mi­ne C und E. Au­ßer den Mi­ne­ral­stof­fen Salz, Ei­sen, Zink und Mag­ne­si­um sind noch ei­ne gan­ze Rei­he wei­te­rer Mi­ne­ral­stof­fe in Zwie­beln und Kno­blauch ent­hal­ten, so­dass man bei­de Pflan­zen durch­aus als hoch­wer­ti­ge Mi­ne­ral­stoff-Lie­fe­ran­ten be­zeich­nen kann.

Kulinarische Verwendung:

Zwie­beln und Kno­blauch bil­den das aromatische Grund­ge­rüst un­zäh­li­ger Ge­rich­te – von der hei­mi­schen bis zur in­ter­na­tio­na­len Kü­che. Ob an­ge­schwitzt, ge­bra­ten, kon­fi­tiert oder roh – ihr Ge­schmack reicht von süß­lich-mild bis kräf­tig-wür­zig und sorgt stets für Tie­fe und Cha­rak­ter.

In der me­di­ter­ra­nen Kü­che sind sie un­ver­zicht­bar: in Pas­ta­saucen, Ri­sot­tos, Ge­mü­se­ra­gouts, Schmor­ge­rich­ten oder Fisch­zu­be­rei­tun­gen mit Oli­ven­öl und Kräu­tern. Auch in der asi­a­ti­schen, ori­en­ta­li­schen und kre­o­li­schen Kü­che sind sie fes­ter Be­stand­teil von Cur­rys, Dips, Würz­pas­ten und Su­ben.

Kno­blauch­öl oder Zwie­bel­con­fit ver­lei­hen ve­ge­ta­ri­schen wie auch Fleisch­ge­rich­ten ei­nen fei­nen, tief­wür­zi­gen Ak­zent, wäh­rend ge­rös­te­ter oder ge­schmor­ter Kno­blauch ei­ne but­ter­wei­che Süße ent­fal­tet, die be­son­ders zu Lamm, Kalb, Pil­zen oder ge­rös­te­tem Ge­mü­se passt.

So wer­den Zwie­beln und Kno­blauch nicht nur zu Ge­schmacks­trä­gern ers­ter Gü­te, son­dern auch zu Sym­bo­len für Ge­nuss und Ge­sund­heit – ein Duo, das kei­ner Kü­che feh­len soll­te.

Räucherspeck

– besser nicht zu oft ge­nießen

Räucherspeck

So lecker er auch ist: Zu oft – im Sin­ne von re­gel­mä­ßig – soll­te man ihn nicht auf sei­nen Spei­se­zet­tel set­zen, da das für die Pö­ke­lung und Kon­ser­vie­rung des Schin­kens ver­wen­de­te Nitrit­pökel­salz auf­grund zahl­rei­cher, in den letzten Jah­ren durch­ge­führ­ter Stu­dien im Ruf steht, in­di­rekt krebs­er­re­gend zu sein. 

Achtung: Nitrite sind toxisch!

Nitrite sind für sich al­lein be­reits für den Men­schen to­xisch, doch da­mit nicht ge­nug. Be­son­ders bei starker Er­hit­zung (z. B. Gril­len) be­güns­tigt Na­tri­um­ni­trit im sau­ren Mi­lieu des Ma­gens die Ent­steh­ung sogenannter »Ni­tro­sa­mi­ne«, die von der Wis­sen­schaft als krebs­er­re­gend ein­ge­stuft wer­den. Oder an­ders for­mu­liert: Wer Le­bens­mit­tel, die mit Ni­tri­tpö­kel­salz halt­bar ge­macht wurden, zu oft kon­su­miert, setzt sich da­mit ei­nem er­höh­ten Krebs­ri­si­ko aus!

Petition: Schluss mit den Nitriten, die unserer Nahrung zugesetzt werden »

Hühnereier

– das unterschätzte Kraftpa­ket im Klein­for­mat

Hühnereier

Hühnereier be­sit­zen durch­schnitt­lich 7 g Pro­te­ine und da­mit ei­nen ho­hen Ge­halt an bio­lo­gisch wert­vol­len Subs­tan­zen. Bio­lo­gisch wert­voll des­halb, da die im Ei ent­hal­te­nen Pro­te­ine ei­nen ho­hen A­nteil an es­sen­ti­ell­en Ami­no­säuren mit ei­nem sehr gu­ten Gleich­ge­wicht auf­weis­en. Der Pro­te­in­ge­halt ei­nes Hüh­ner­eis wird des­halb als Re­fe­renz­wert an­ge­se­hen. Ein Ver­gleich mit an­de­ren Le­bens­mit­teln macht dies deut­lich: Zwei Hüh­ner­ei­er ent­hal­ten die­sel­be Men­ge an Pro­te­in­en wie bspw. 100 g Fisch oder 100 g Fleisch.

Der durchschnittliche Fettgehalt ist mit 7 g ge­nau so hoch wie der Pro­te­in­ge­halt. Es ist vor all­em im Ei­gelb und we­niger im Ei­weiß ent­halten. Bei den Fett­säu­ren im Ei handelt es sich zu zwei Dritteln um un­ge­sät­tig­te Fet­tsäuren.

Etwas in Verruf kam eine Zeit lang der Ver­zehr von Ei auf­grund sei­nes – mit ca. 180 mg – recht ho­hen Cho­les­te­rin­ge­halts, was man je­doch auf keinen Fall über­be­wer­ten soll­te, da solc­he Warnungen und Ein­stu­fun­gen meist ge­wissen Trends un­ter­lie­gen und sich so­mit auch wie­der än­dern kön­nen. Zu­dem be­sit­zen Hüh­ner­ei­er einen ho­hen Vitamin-A-, D- und E-An­teil und ent­hal­ten die Spu­ren­ele­men­te Ei­sen und Zink.

Kulinarische Verwendung:

Hühnereier lassen sich in der Kü­che au­ßer­or­dent­lich viel­sei­tig ein­set­zen und kön­nen so­wohl pur als auch in Kom­bi­na­tion mit an­de­ren Le­bens­mit­teln ge­nos­sen wer­den. Sie eig­nen sich zum Ko­chen, Bra­ten, Po­chieren oder Ba­cken, die­nen als Bin­de­mit­tel, Lo­cke­rungs­mit­tel und Ver­fei­ne­rung in Sau­cen, Auf­läufen und Tei­gen und er­gänzen zahl­rei­che Ge­rich­te auf ein­fa­che und ge­schmack­vol­le Wei­se.

Mehl bzw. Getreide

– Energielieferant mit Köpfchen

Mehl bzw. Getreide

Entgegen häufiger Aussagen be­sitzt Ge­trei­de kei­ne gro­ßen Men­gen an pflanz­li­chem Ei­weiß. Da­für punk­tet es mit ei­nem ho­hen An­teil an Koh­len­hy­dra­ten und deckt – be­zo­gen auf 100 g – fast ein Drit­tel des täg­li­chen Bal­last­stoff­be­darfs, bei gleich­zei­tig sehr ge­rin­gem Fett­ge­halt.

Dar­über hin­aus lie­fert Ge­trei­de wert­vol­le Mi­ne­ral­stof­fe wie Mag­ne­si­um, Ei­sen und Zink – wich­ti­ge Kom­po­nen­ten für Mus­kel- und Ner­ven­funk­tio­nen – und be­inhal­tet Vi­ta­mi­ne der B-Grup­pe, die un­se­ren Stoff­wech­sel un­ter­stüt­zen.

Für Men­schen, die auf Fleisch ver­zich­ten möch­ten, al­so Ve­ge­ta­rier und Ve­ga­ner (bei ve­ga­ner Er­näh­rung: Pas­ta sec­ca oh­ne Ei!), liegt Ge­trei­de da­mit voll im Trend und ist ein fes­ter Be­stand­teil des mo­der­nen Spei­se­plans ge­wor­den.

Für Per­so­nen mit Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit ist Ge­trei­de je­doch un­ge­eig­net. Auch Dia­be­ti­ker oder Low-Carb-Anhänger hal­ten sich we­gen des ho­hen Koh­len­hy­drat­an­teils bes­ser zu­rück.

Und Kho­ra­san-Wei­zen – das Urkorn?

Kho­ra­san be­sitzt ge­gen­über kon­ven­tio­nel­len Sor­ten ei­­nen we­sent­lich hö­­he­­ren Ei­weiß­an­teil um bis zu 30–40 Pro­zent. Zu­dem ver­fügt Kho­ra­san über einen hö­he­ren An­teil an un­ge­sät­tig­ten Fett­säu­ren sowie über ei­ne Viel­zahl an Vi­ta­mi­nen und Mi­ne­ral­stof­fen. Zink, Phos­phor und bis zu 30 % mehr Mag­ne­si­um – es­sen­ti­ell für Herz- und Kreis­lauf – als in an­de­ren Ge­trei­de­sor­ten sind in dem Ur­korn ent­hal­ten. An Vi­ta­mi­nen sind vor al­lem Vi­ta­min E so­wie Vi­ta­mi­ne der B-Fa­mi­lie (B1 und B2) zu nen­nen.

Bemerkenswert ist au­ßer­dem der ho­he Ge­halt an Se­len – einem Spu­ren­ele­ment, wel­ches un­ser Im­mun­sys­tem stärkt und in Kom­bi­na­tion mit be­stimm­ten Vi­ta­mi­nen der Bil­dung von frei­en Ra­di­ka­len ent­ge­gen­wirkt. Ge­mäß ei­ni­ger Her­stel­ler­aus­sa­gen soll das Ge­trei­de zu­dem für Men­schen mit leich­ter Glutenunverträglichkeit pro­blem­los kon­su­mier­bar sein. Mir sind dies­be­züg­lich je­doch noch kei­ne wis­sen­schaft­li­chen Stu­dien be­kannt, so­dass ich die­se Aus­sa­ge ak­tu­ell we­der be­ja­hen noch ver­nei­nen kann.

Kulinarische Verwendung:

Getreide bil­det die Ba­sis un­zäh­li­ger Spei­sen und ist ei­ner der wich­tigs­ten Grund­bau­stei­ne un­se­rer Er­näh­rung. In Form von Mehl dient es als Haupt­zu­tat für Brot, Bröt­chen, Ku­chen, Pas­ta, Piz­za­teig und Back­wa­ren al­ler Art.

Als ganzes Korn, gequollen oder ge­kocht, wird es in Sa­la­ten, Auf­läu­fen, Sup­pen oder vegetarischen Brat­lin­gen ver­wen­det. Gemahlen, ge­rös­tet oder als Flocken und Brei (z. B. Ha­fer, Dink­el, Hirse oder Bul­gur) eig­net es sich für ei­ne voll­wer­ti­ge Früh­stücks- oder Bei­la­gen­kü­che.

In der modernen Ernäh­rung ge­win­nen al­ter­na­ti­ve Mehl­sor­ten – et­wa aus Hafer, Hirse, Reis, Buch­wei­zen oder Man­deln – zu­neh­mend an Be­deu­tung, da sie glu­ten­frei und oft mi­ne­ral­stoff­rei­cher sind. Da­durch lässt sich klas­si­sche Back­kunst mit in­di­vi­du­el­len Er­näh­rungs­for­men ver­bin­den.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissen­schaftler (Oeko­tropho­loge)