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Original Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce
– Nach Omas Rezept – herzhaft, cremig und einfach zubereitet
Original Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce
In Deutschland ist das Jägerschnitzel bis heute eine der beliebtesten Schnitzel-Varianen überhaupt. Kaum ein Gericht sorgt in Deutschland für so viele Diskussionen wie das Jägerschnitzel. Während im Westen meist ein paniertes Schweineschnitzel mit Pilzrahmsauce auf den Teller kommt, ist das DDR-Jägerschnitzel aus panierter Jagdwurst bis heute fest mit der Esskultur der ehemaligen DDR verbunden. Und blickt man nach Österreich, gilt vielerorts sogar das Naturschnitzel mit Pilzen als das eigentliche Original.
Wer hat also recht?
Tatsächlich alle – denn hinter dem Namen verbergen sich verschiedene regionale Traditionen. In diesem Rezept zeigen wir die westdeutsche Variante mit knusprig paniertem Schnitzel und einer cremigen Pilzrahmsauce. Ob Du Dir »Omas Jägerschnitzel« vom Kalb oder vom Schwein zubereiten möchtest, entscheidest Du!
Unser Rezept lässt sich einfach und schnell zubereiten. Zwei kleine Tipps gilt es für ein perfektes Geschmackserlebnis zu beachten:
TIPP 1: Den austretenden Champignonsaft nach dem Anbraten der Champignons auffangen und in die Jägersauce geben.
TIPP 2: Nicht am Schinken sparen und einen hochwertigen »Südtiroler-Schinkenspeck« (alternativ »Lardo«, »Panchetta« oder »Guanciale«) verwenden. Der gibt so richtig leckere Geschmacksaromen an die Jägersauce ab und trägt so in hohem Maß zum Geschmackserlebnis bei. Einfach lecker!
Falls Du eigentlich das DDR-Jägerschnitzel aus panierter Jagdwurst suchst, findest Du bei uns selbstverständlich auch dieses Originalrezept.
»Jägerschnitzel« aus Jagdwurst – Zum Rezept »
Zu »Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce«, empfehlen wir einen charaktervollen Grauburgunder aus Baden. Einfach mal auf unser »Weintipp-Icon« tippen und mehr erfahren. Wir wünschen wie stes einen guten Appetit und: Wohl bekomm's!
Warum Du unser Original Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce ausprobieren solltest
- Knuspriges Schnitzel trifft auf cremige Pilzrahmsauce – ein echter Klassiker der deutschen Küche, der mit seiner herzhaften Kombination seit Generationen begeistert
- Nach Omas Rezept verfeinert – mit aromatischen Champignons, würzigem Südtiroler Speck und kleinen Kniffen, die der Sauce besonders viel Geschmack verleihen
- Flexibel mit Kalb oder Schwein – bereite Dein Jägerschnitzel ganz nach Deinem Geschmack zu, ohne auf den klassischen Charakter des Gerichts zu verzichten
- Einfach nachzukochen – unsere bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung führt auch Kochanfänger sicher ans Ziel
Rezept:
Original Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce
Zutaten für 4 Personen
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Für den Einkaufszettel:
- 4 Kalbschnitzel aus der Kalbsnuss (als Variante der gehobenen Küche)
– das zarte, magere Teilstück aus der Keule, perfekt für Schnitzel & feine Braten)
oder alternativ: - 4 Schweineschnitzel (als Variante der gutbürgerlichen Küche)
- 500 g frische weiße oder braune Champignons
- 400 g frische Spätzle
- 30 g Südtiroler Speck, z. B. Handl oder Greisinger. Alternativ eignet sich auch »ein Guanciale« (ital. Backenspeck) ganz hervorragend
- 1 weiße Zwiebel oder Schalotte
- 125 g Gemüsebrühe
- 125 ml Schlagsahne 30 %
- 1 Schuss Milch
- ½ TL frisch gehackter oder getrockneter Thymian
- 1 paar Thymianzweige zur Dekoration
- 1 Bund Petersilie
- 1 Rebe Weintrauben
- 4 halbe Orangenscheiben
- 1–2 TL Mehlbutter
- 2–4 EL braune Butter bzw. Butterschmalz
- etwas Salz und
- Pfeffer aus der Mühle
Für die Schnitzelpanierung:
- 2 Eier
- 1 Msp. abgeriebene Zitronenschale (Bio!)
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
- 1 EL geschlagene Sahne
- 80 g Semola di grano duro rimacinata » (Weizendunst bzw. »Spätzle-Mehl« – doppelgriffiges Mehl)
- 80 g Semola di grano duro rimacinata (Weizendunst bzw. »Spätzle-Mehl« – doppelgriffiges Mehl)
- 200 g Weißbrotbrösel
- etwas Salz
- Pfeffer aus der Mühle
- 150 ml Öl (am besten Olivenöl)
- 50 g braune Butter
Für die Mehlbutter:
- 2 EL Mehl
- 2 EL Butter
Mehlbutter 45 Minuten vorher zubereiten! Dazu beide Zutaten gut miteinander verkneten und ins Eisfach stellen.
Omas Jägersauce – Zubereitung:
1) Champignons nur putzen, nicht abbrausen. Falls nötig, mit einem Pilzpinsel vorsichtig säubern. Pilze schälen, Stiele am Ende 5 mm abschneiden und Pilze in dicke Scheiben schneiden. Schalotten oder weiße Zwiebeln schälen und klein hacken. Speck in kleine Würfel schneiden.
2.1) Champignons ohne Fett auf mittlerer bis hoher Temperatur nicht länger als 1 Min. von jeder Seite anbraten. (Durch das Anbraten ohne Fett intensiviert sich der Pilzgeschmack!). Butter zufügen und Pilze darin schwenken, bis sie sich vollgesogen haben. Danach zum Abtropfen in ein Sieb geben.
2.2) Den abtropfenden Champignonsaft in einem geeigneten Behälter auffangen. (Der Saft kommt später in die Jägersauce und verleiht dieser einen schönen Pilzgeschmack).
2.3) Braune Butter auf hohe Temperatur erhitzen. Zuerst den Speck zugeben. Nach ein paar Minuten auf mittlere Temperatur runterschalten. Gehackte Zwiebeln ebenfalls in die Pfanne geben. Speck knusprig, Zwiebeln hellbraun braten.
2.4) Speck und Zwiebeln mit Brühe und Sahne ablöschen und aufkochen lassen. Temperatur reduzieren. Pilze einschließlich Pilzsaft und Thymian hinzufügen. Salzen und pfeffern. Jägersauce 15–20 Min. weiter köcheln lassen (einreduzieren). Evtl. noch einen Schuss Milch zugeben, falls die Sauce zu dick geworden ist. Ist sie zu dünn, – sie soll ja eine cremige Konsistenz erhalten – nach und nach bröckchenweise eisgekühlte Mehlbutter unter die Sauce rühren bis sie gebunden ist.
3.1) Eier in einem tiefen Teller aufschlagen und verquirlen. Mit einer feinen Küchenreibe etwas Bio-Zitronenschale, Muskatnuss und die geschlagene Sahne dazugeben. Zutaten gut verrühren. Nun auch das Mehl und die Weißbrotbrösel in je einen Teller geben. Die geplätteten Schnitzel (wer keinen Fleischplätter hat, nimmt einen schweren Kochtopf) mit Pfeffer und Salz würzen. Dann der Reihe nach zuerst gut mehlieren und danach durch den Teller mit der Eier-Sahnemischung ziehen. Abschließend noch in den Semmelbröseln wenden. Damit die Panierung »fluffig« bleibt, darauf achten, dass die Brösel nicht zu fest angedrückt werden.
Panierung oder Panade – gibt es da einen Unterschied?
Schnitzel, Fisch oder eben Jagdwurst in einer schönen, knusprigen »Panade«. Jeder weiß, was damit gemeint ist. Aber ist der Begriff auch handwerklich korrekt? Im Alltag werden beide Begriffe häufig gleichgesetzt. In der klassischen Küchensprache wird die knusprige Hülle eines Schnitzels jedoch meist als Panierung bezeichnet, während der Begriff »Panade« eher ein Füll- oder Lockerungsmittel aus eingeweichtem Brot meint.
Quelle: gastronomische-akademie.de »
Im alltäglichen Sprachgebrauch hat sich der Begriff Panade für die knusprige Hülle jedoch weit verbreitet.
3.2) Olivenöl und braune Butter in einer tiefen, beschichteten Schmorpfanne erhitzen und die Schweineschnitzel bei mittlerer Hitze – nicht höher! – auf einer Seite solange braten, bis sie goldbraun werden. Dies gelingt am besten, wenn man durch eine leichte Pfannen-Vor- und Rückbewegung etwas von der Ölbutter über die Schnitzel schwappen lässt. Wer dazu kein Geschick hat, nimmt einen Esslöffel und schöpft damit aus der schräg gehaltenen Pfanne das Bratfett über die Schnitzel. Diese danach wenden und das Ganze wiederholen. Evtl. nach dem Wenden noch etwas Öl und Butter hinzufügen.
4) Backofen auf 150 Grad vorheizen und Teller darin warmstellen. Frische Spätzle gemäß Packungsanleitung in etwas Butter und Olivenöl auf mittlerer Temperatur erhitzen. Mit frisch gehackter Petersilie, Pfeffer und Salz abschmecken.
Vorgewärmte Teller aus dem Backofen nehmen. Mit den Schnitzeln und der Pilzrahmsauce belegen und Spätzle in einer Schüssel dazureichen.
Jägerschnitzel Beilagen:
Alternativ zu den Spätzle, passen als Beilage natürlich auch – ganz nach persönlichem Geschmack – Pommes frites oder Kartoffelkroketten. Wie man frische Pommes frites oder Kartoffelkroketten ganz einfach und schnell selbst zubereitet, verraten unsere Workshops:
Workshop für selbstgemachte Pommes frites »
Kartoffelkroketten selber machen »
Nährwert- & Gesundheitsanalyse
von Dipl. Ernährungswissenschaftler Michael Pagelsdorf
Kalbfleisch
– mild im Geschmack, wertvoll für die Ernährung
Neben hochwertigem Eiweiß enthält Kalbfleisch die lebenswichtigen Vitamine B2, B6 und B12 sowie wichtige Mineralstoffe wie Zink und Selen. Vitamin B1 ist ebenfalls vorhanden, jedoch in geringeren Mengen als beispielsweise in Schweinefleisch.
Im Vergleich zu Rind- oder Lammfleisch ist der Eisengehalt von Kalbfleisch etwas niedriger, dennoch leistet es einen wertvollen Beitrag zur Versorgung mit diesem Spurenelement. Besonders Eisen und Vitamin B12 spielen eine zentrale Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen. Vitamin B12 kann in relevanten Mengen fast nur über tierische Produkte aufgenommen werden.
Daher lässt sich feststellen, dass eine rein vegane Ernährung ohne Supplemente nicht als vollständig ausgewogen betrachtet werden kann. Bereits 150 g Kalbsfilet können den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin B12 decken und gleichzeitig zur Mineralstoffversorgung beitragen.
Kulinarische Verwendung:
Kalbfleisch zeichnet sich durch seine zarte Textur und den feinen, milden Geschmack aus – eine Eigenschaft, die es in der gehobenen Küche besonders beliebt macht. Es eignet sich hervorragend zum Braten, Dünsten oder Schmoren, aber auch für feine Ragouts und Schnitzel. Zu den klassischen Zubereitungen zählen das Wiener Schnitzel, das Kalbsrahmgeschnetzelte oder ein zart geschmortes Kalbshaxn-Gericht. Auch Kalbsrücken oder Filet lassen sich kurz anbraten und mit kräftigen Kräutern wie Salbei, Thymian oder Rosmarin verfeinern.
Dank seiner feinen Struktur harmoniert Kalbfleisch besonders gut mit cremigen Saucen, leichten Gemüsebeilagen oder Kartoffelpüree – ein leichter und eleganter Genuss, der auch in modernen, gesundheitsbewussten Küchen seinen festen Platz hat.
Schweinefleisch
– zart im Biss, reich an B-Vitaminen
Bio-Haltung vorausgesetzt, liefert Schweinefleisch hochwertiges Eiweiß sowie wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Besonders bemerkenswert ist sein hoher Gehalt an Vitamin B1 (Thiamin) – Schweinefleisch gehört hier zu den Spitzenreitern unter allen Fleischsorten. Darüber hinaus enthält es nennenswerte Mengen an Vitamin B2, B6 und B12 sowie Mineralstoffe und Spurenelemente.
Vitamin B12 ist für die Bildung roter Blutkörperchen unentbehrlich und kann in relevanten Mengen fast ausschließlich nur über tierische Lebensmittel aufgenommen werden. Bei rein pflanzlicher (veganer) Ernährung muss es daher über Supplemente oder angereicherte Produkte zugeführt werden.
Im direkten Vergleich liefert rotes Fleisch wie Rind oder Lamm zwar deutlich mehr Vitamin B12 pro Portion, Schweinefleisch trägt jedoch – insbesondere durch seinen hohen Thiamin-Gehalt – wesentlich zu einer ausgewogenen Ernährung bei.
Kulinarische Verwendung:
Schweinefleisch bietet eine außergewöhnliche Vielfalt in der Küche – von traditionellen Schmorgerichten bis zu modernen, leichten Zubereitungen. Zartes Schweinefilet oder Schweinemedaillons eignen sich hervorragend zum Kurzbraten, während Nacken oder Schulter als aromatische Grundlage für Braten, Pulled Pork oder Gulasch dienen.
Auch Schnitzel, Koteletts und Kamm- alias Nackensteaks sind beliebte Klassiker, die sich durch würzige Panaden oder feine Kräuterkrusten verfeinern lassen. In der mediterranen Küche wird Schweinefleisch häufig mit Rosmarin, Thymian und Knoblauch kombiniert, in der asiatischen Küche mit Ingwer, Sojasauce und Sesamöl.
Ein besonderer Tipp für Feinschmecker ist geschmorter Schweinebauch oder *confiertes Schweinekarrée – eine Kombination aus zarter Textur und tiefem, aromatischem Geschmack. Ob gebraten, geschmort oder gegrillt – Schweinefleisch lässt sich wunderbar vielseitig zubereiten und bietet dabei ein breites Spektrum von rustikal bis elegant.
(*Confieren: Für eine besonders feine, nährstoffschonende Zubereitung empfiehlt sich das sanfte Garen bei niedriger Temperatur oder das Sous-vide-Verfahren.)
Champignons
– zart im Geschmack, stark an Vitamin D
Champignons sind nicht nur ein wichtiger Mineralstofflieferant (Eisen, Calcium, Kalium u. Natrium), sondern auch ein wertvoller Vitamin-D-Lieferant und somit ebenfalls eine Empfehlung auf dem Speisezettel wert. Vitamin D gehört zur Familie der fettlöslichen Vitamine, welche gleich mehrere gute Eigenschaften mit sich bringen. Dazu gehören die positive Beeinflussung der Regulation des Calcium- und Phosphathaushaltes im menschlichen Körper wie auch die Steuerung der Einlagerung von Calcium in die Knochen. Außerdem unterstützt Vitamin D die Vorbeugung vor Osteoporose und hemmt zudem die Zellproliferation verschiedener Tumorzellen.
Und ... Vitamin-D macht gute Laune. 😊
Kulinarische Verwendung:
Champignons sind wahre Allrounder in der Küche und lassen sich roh, gebraten oder gegrillt genießen. Ihr milder, leicht nussiger Geschmack macht sie zur perfekten Beilage zu Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichten. In Scheiben geschnitten verfeinern sie frische Salate, während sie in Butter oder Olivenöl angebraten ihr volles Aroma entfalten – ideal für Pasta, Omelettes oder Rahmgerichte.
Auch in der vegetarischen Küche spielen Champignons eine wichtige Rolle: als herzhafter Fleischersatz in Burgern, gefüllt aus dem Ofen oder zu Risotto und Quiche. Dank ihrer aromatischen Tiefe bringen sie eine feine Umami-Note in viele Gerichte – ein leichter, stimmungsaufhellender Genuss, der Körper und Seele gleichermaßen guttut.
Zwiebeln und Knoblauch
– natürliches Powerduo für Gesundheit und Geschmack
Beide sind ein natürliches Antibiotikum und bekämpfen wirksam schädliche Pilze und krankheitserregende Mikroorganismen. Die Zwiebel ist eng mit dem Knoblauch verwandt und besitzt gegenüber diesem eine mildere Wirkung. Die Kombination der beiden bringt ein starkes Duo hervor.
Beide enthalten wertvolle Antioxidantien, die als Fänger »freier Radikaler« unseren Organismus dabei helfen, gesund zu bleiben.
Die zur Gattung der Liliengewächse gehörenden Pflanzen verfügen zudem über einen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt, von dem wir ebenfalls gesundheitlich profitieren.
Enthalten sind die Vitamine B1, B2 und B6 sowie die Vitamine C und E. Außer den Mineralstoffen Salz, Eisen, Zink und Magnesium sind noch eine ganze Reihe weiterer Mineralstoffe in Zwiebeln und Knoblauch enthalten, sodass man beide Pflanzen durchaus als hochwertige Mineralstoff-Lieferanten bezeichnen kann.
Kulinarische Verwendung:
Zwiebeln und Knoblauch bilden das aromatische Grundgerüst unzähliger Gerichte – von der heimischen bis zur internationalen Küche. Ob angeschwitzt, gebraten, konfitiert oder roh – ihr Geschmack reicht von süßlich-mild bis kräftig-würzig und sorgt stets für Tiefe und Charakter.
In der mediterranen Küche sind sie unverzichtbar: in Pastasaucen, Risottos, Gemüseragouts, Schmorgerichten oder Fischzubereitungen mit Olivenöl und Kräutern. Auch in der asiatischen, orientalischen und kreolischen Küche sind sie fester Bestandteil von Currys, Dips, Würzpasten und Suben.
Knoblauchöl oder Zwiebelconfit verleihen vegetarischen wie auch Fleischgerichten einen feinen, tiefwürzigen Akzent, während gerösteter oder geschmorter Knoblauch eine butterweiche Süße entfaltet, die besonders zu Lamm, Kalb, Pilzen oder geröstetem Gemüse passt.
So werden Zwiebeln und Knoblauch nicht nur zu Geschmacksträgern erster Güte, sondern auch zu Symbolen für Genuss und Gesundheit – ein Duo, das keiner Küche fehlen sollte.
Räucherspeck
– besser nicht zu oft genießen
So lecker er auch ist: Zu oft – im Sinne von regelmäßig – sollte man ihn nicht auf seinen Speisezettel setzen, da das für die Pökelung und Konservierung des Schinkens verwendete Nitritpökelsalz aufgrund zahlreicher, in den letzten Jahren durchgeführter Studien im Ruf steht, indirekt krebserregend zu sein.
Achtung: Nitrite sind toxisch!
Nitrite sind für sich allein bereits für den Menschen toxisch, doch damit nicht genug. Besonders bei starker Erhitzung (z. B. Grillen) begünstigt Natriumnitrit im sauren Milieu des Magens die Entstehung sogenannter »Nitrosamine«, die von der Wissenschaft als krebserregend eingestuft werden. Oder anders formuliert: Wer Lebensmittel, die mit Nitritpökelsalz haltbar gemacht wurden, zu oft konsumiert, setzt sich damit einem erhöhten Krebsrisiko aus!
Petition: Schluss mit den Nitriten, die unserer Nahrung zugesetzt werden »
Hühnereier
– das unterschätzte Kraftpaket im Kleinformat
Hühnereier besitzen durchschnittlich 7 g Proteine und damit einen hohen Gehalt an biologisch wertvollen Substanzen. Biologisch wertvoll deshalb, da die im Ei enthaltenen Proteine einen hohen Anteil an essentiellen Aminosäuren mit einem sehr guten Gleichgewicht aufweisen. Der Proteingehalt eines Hühnereis wird deshalb als Referenzwert angesehen. Ein Vergleich mit anderen Lebensmitteln macht dies deutlich: Zwei Hühnereier enthalten dieselbe Menge an Proteinen wie bspw. 100 g Fisch oder 100 g Fleisch.
Der durchschnittliche Fettgehalt ist mit 7 g genau so hoch wie der Proteingehalt. Es ist vor allem im Eigelb und weniger im Eiweiß enthalten. Bei den Fettsäuren im Ei handelt es sich zu zwei Dritteln um ungesättigte Fettsäuren.
Etwas in Verruf kam eine Zeit lang der Verzehr von Ei aufgrund seines – mit ca. 180 mg – recht hohen Cholesteringehalts, was man jedoch auf keinen Fall überbewerten sollte, da solche Warnungen und Einstufungen meist gewissen Trends unterliegen und sich somit auch wieder ändern können. Zudem besitzen Hühnereier einen hohen Vitamin-A-, D- und E-Anteil und enthalten die Spurenelemente Eisen und Zink.
Kulinarische Verwendung:
Hühnereier lassen sich in der Küche außerordentlich vielseitig einsetzen und können sowohl pur als auch in Kombination mit anderen Lebensmitteln genossen werden. Sie eignen sich zum Kochen, Braten, Pochieren oder Backen, dienen als Bindemittel, Lockerungsmittel und Verfeinerung in Saucen, Aufläufen und Teigen und ergänzen zahlreiche Gerichte auf einfache und geschmackvolle Weise.
Mehl bzw. Getreide
– Energielieferant mit Köpfchen
Entgegen häufiger Aussagen besitzt Getreide keine großen Mengen an pflanzlichem Eiweiß. Dafür punktet es mit einem hohen Anteil an Kohlenhydraten und deckt – bezogen auf 100 g – fast ein Drittel des täglichen Ballaststoffbedarfs, bei gleichzeitig sehr geringem Fettgehalt.
Darüber hinaus liefert Getreide wertvolle Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink – wichtige Komponenten für Muskel- und Nervenfunktionen – und beinhaltet Vitamine der B-Gruppe, die unseren Stoffwechsel unterstützen.
Für Menschen, die auf Fleisch verzichten möchten, also Vegetarier und Veganer (bei veganer Ernährung: Pasta secca ohne Ei!), liegt Getreide damit voll im Trend und ist ein fester Bestandteil des modernen Speiseplans geworden.
Für Personen mit Glutenunverträglichkeit ist Getreide jedoch ungeeignet. Auch Diabetiker oder Low-Carb-Anhänger halten sich wegen des hohen Kohlenhydratanteils besser zurück.
Und Khorasan-Weizen – das Urkorn?
Khorasan besitzt gegenüber konventionellen Sorten einen wesentlich höheren Eiweißanteil um bis zu 30–40 Prozent. Zudem verfügt Khorasan über einen höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren sowie über eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen. Zink, Phosphor und bis zu 30 % mehr Magnesium – essentiell für Herz- und Kreislauf – als in anderen Getreidesorten sind in dem Urkorn enthalten. An Vitaminen sind vor allem Vitamin E sowie Vitamine der B-Familie (B1 und B2) zu nennen.
Bemerkenswert ist außerdem der hohe Gehalt an Selen – einem Spurenelement, welches unser Immunsystem stärkt und in Kombination mit bestimmten Vitaminen der Bildung von freien Radikalen entgegenwirkt. Gemäß einiger Herstelleraussagen soll das Getreide zudem für Menschen mit leichter Glutenunverträglichkeit problemlos konsumierbar sein. Mir sind diesbezüglich jedoch noch keine wissenschaftlichen Studien bekannt, sodass ich diese Aussage aktuell weder bejahen noch verneinen kann.
Kulinarische Verwendung:
Getreide bildet die Basis unzähliger Speisen und ist einer der wichtigsten Grundbausteine unserer Ernährung. In Form von Mehl dient es als Hauptzutat für Brot, Brötchen, Kuchen, Pasta, Pizzateig und Backwaren aller Art.
Als ganzes Korn, gequollen oder gekocht, wird es in Salaten, Aufläufen, Suppen oder vegetarischen Bratlingen verwendet. Gemahlen, geröstet oder als Flocken und Brei (z. B. Hafer, Dinkel, Hirse oder Bulgur) eignet es sich für eine vollwertige Frühstücks- oder Beilagenküche.
In der modernen Ernährung gewinnen alternative Mehlsorten – etwa aus Hafer, Hirse, Reis, Buchweizen oder Mandeln – zunehmend an Bedeutung, da sie glutenfrei und oft mineralstoffreicher sind. Dadurch lässt sich klassische Backkunst mit individuellen Ernährungsformen verbinden.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oekotrophologe)