Omas Jägerschnitzel
– Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce und Spätzle
Um so mehr waren wir erstaunt, wie wahnsinnig lecker dieses einfach und schnell zuzubereitende Gericht doch ist. Zwei kleine Tipps gilt es für ein perfektes Geschmackserlebnis zu beachten:
TIPP 1: Den austretenden Champignonsaft nach dem Anbraten der Champignons auffangen und in die Jägersauce geben.
TIPP 2: Nicht am Schinken sparen und einen hochwertigen »Südtiroler-Schinkenspeck« (alternativ »Panchetta« oder »Guanciale«) verwenden. Der gibt so richtig leckere Geschmacksaromen an die Jägersauce ab und trägt so in hohem Maß zum Geschmackserlebnis bei. Einfach lecker!
»Jägerschnitzel« aus Jagdwurst? Zum Rezept »
Geboren aus der Not heraus, als Schnitzelfleisch Mangelware war, entstand in der ehemaligen DDR auch eine regionale Rezeptvariante aus Jagdwurst. Die Wurst wurde in fingerdicke Scheiben geschnitten, mit einer Semmelbrösel-Panierung versehen und in Butterschmalz knusprig ausgebraten.
Zu »Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce«, empfehlen wir einen charaktervollen Grauburgunder aus Baden. Einfach mal auf unser »Weintipp-Icon« tippen und mehr erfahren. Wir wünschen wie stes einen guten Appetit und: Wohl bekomm's!
Rezept:
Omas Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce und Spätzle
Zutaten für 4 Personen
Für den Einkaufszettel:
- 4 Kalbschnitzel aus der Kalbsnuss (das zarte, magere Teilstück aus der Keule, perfekt für Schnitzel & feine Braten)
- 500 g frische weiße oder braune Champignons
- 400 g frische Spätzle
- 30 g Südtiroler Speck, z. B. Handl oder Greisinger. Alternativ eignet sich auch »ein Guanciale« (ital. Backenspeck) ganz hervorragend
- 1 weiße Zwiebel oder Schalotte
- 125 g Gemüsebrühe
- 125 ml Schlagsahne 30 %
- 1 Schuss Milch
- ½ TL frisch gehackter oder getrockneter Thymian
- 1 paar Thymianzweige zur Dekoration
- 1 Bund Petersilie
- 1 Rebe Weintrauben
- 4 halbe Orangenscheiben
- 1–2 TL Mehlbutter
- 2–4 EL braune Butter bzw. Butterschmalz
- etwas Salz und
- Pfeffer aus der Mühle
Für die Schnitzelpanierung:
- 2 Eier
- 1 Msp. abgeriebene Zitronenschale (Bio!)
- 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
- 1 EL geschlagene Sahne
- 80 g *Semola di grano duro rimacinata » (Weizendunst bzw. »Spätzle-Mehl« – doppelgriffiges Mehl)
- 200 g Weißbrotbrösel
- etwas Salz
- Pfeffer aus der Mühle
- 150 ml Öl (am besten Olivenöl)
- 50 g braune Butter
Für die Mehlbutter:
- 2 EL Mehl
- 2 EL Butter
Mehlbutter 45 Minuten vorher zubereiten! Dazu beide Zutaten gut miteinander verkneten und ins Eisfach stellen.
Omas Jägersauce – Zubereitung:
1) Champignons nur putzen, nicht abbrausen. Falls nötig, mit einem Pilzpinsel vorsichtig säubern. Pilze schälen, Stiele am Ende 5 mm abschneiden und Pilze in dicke Scheiben schneiden. Schalotten oder weiße Zwiebeln schälen und klein hacken. Speck in kleine Würfel schneiden.
2.1) Champignons ohne Fett auf mittlerer bis hoher Temperatur nicht länger als 1 Min. von jeder Seite anbraten. (Durch das Anbraten ohne Fett intensiviert sich der Pilzgeschmack!). Butter zufügen und Pilze darin schwenken, bis sie sich vollgesogen haben. Danach zum Abtropfen in ein Sieb geben.
2.2) Den abtropfenden Champignonsaft in einem geeigneten Behälter auffangen. (Der Saft kommt später in die Jägersauce und verleiht dieser einen schönen Pilzgeschmack).
2.3) Braune Butter auf hohe Temperatur erhitzen. Zuerst den Speck zugeben. Nach ein paar Minuten auf mittlere Temperatur runterschalten. Gehackte Zwiebeln ebenfalls in die Pfanne geben. Speck knusprig, Zwiebeln hellbraun braten.
2.4) Speck und Zwiebeln mit Brühe und Sahne ablöschen und aufkochen lassen. Temperatur reduzieren. Pilze einschließlich Pilzsaft und Thymian hinzufügen. Salzen und pfeffern. Jägersauce 15–20 Min. weiter köcheln lassen (einreduzieren). Evtl. noch einen Schuss Milch zugeben, falls die Sauce zu dick geworden ist. Ist sie zu dünn, – sie soll ja eine cremige Konsistenz erhalten – nach und nach bröckchenweise eisgekühlte Mehlbutter unter die Sauce rühren bis sie gebunden ist.
3.1) Eier in einem tiefen Teller aufschlagen und verquirlen. Mit einer feinen Küchenreibe etwas Bio-Zitronenschale, Muskatnuss und die geschlagene Sahne dazugeben. Zutaten gut verrühren. Nun auch das Mehl und die Weißbrotbrösel in je einen Teller geben. Die geplätteten Schnitzel (wer keinen Fleischplätter hat, nimmt einen schweren Kochtopf) mit Pfeffer und Salz würzen. Dann der Reihe nach zuerst gut mehlieren und danach durch den Teller mit der Eier-Sahnemischung ziehen. Abschließend noch in den Semmelbröseln wenden. Damit die Panierung »fluffig« bleibt, darauf achten, dass die Brösel nicht zu fest angedrückt werden.
Panierung oder Panade – Gibt's da einen Unterschied?
Schnitzel, Fisch oder eben Jagdwurst in einer schönen, knusprigen »Panade«. Jeder weiß, was damit gemeint ist. Aber ist der Begriff auch handwerklich korrekt? Obwohl umgangssprachlich mehr als geläufig, ist er es in der Tat nicht! Unter einer Panade versteht man in der professionellen Gastronomie ein Füll- und Lockerungsmittel (z. B. eingeweichtes Weißbrot oder Brötchen für Hackmassen). Eine knusprige Umhüllung dagegen, wird korrekt als »Panierung« und eben NICHT als »Panade« bezeichnet.
Quelle: gastronomische-akademie.de »
3.2) Olivenöl und braune Butter in einer tiefen, beschichteten Schmorpfanne erhitzen und die Schweineschnitzel bei mittlerer Hitze – nicht höher! – auf einer Seite solange braten, bis sie goldbraun werden. Dies gelingt am besten, wenn man durch eine leichte Pfannen-Vor- und Rückbewegung etwas von der Ölbutter über die Schnitzel schwappen lässt. Wer dazu kein Geschick hat, nimmt einen Esslöffel und schöpft damit aus der schräg gehaltenen Pfanne das Bratfett über die Schnitzel. Diese danach wenden und das Ganze wiederholen. Evtl. nach dem Wenden noch etwas Öl und Butter hinzufügen.
4) Backofen auf 150 Grad vorheizen und Teller darin warmstellen. Frische Spätzle gemäß Packungsanleitung in etwas Butter und Olivenöl auf mittlerer Temperatur erhitzen. Mit frisch gehackter Petersilie, Pfeffer und Salz abschmecken.
Vorgewärmte Teller aus dem Backofen nehmen. Mit den Schnitzeln und der Pilzrahmsauce belegen und Spätzle in einer Schüssel dazureichen.
Jägerschnitzel Beilagen:
Alternativ zu den Spätzle, passen als Beilage natürlich auch – ganz nach persönlichem Geschmack – Pommes frites oder Kartoffelkroketten. Wie man frische Pommes frites oder Kartoffelkroketten ganz einfach und schnell selbst zubereitet, verraten unsere Workshops:
Workshop für selbstgemachte Pommes frites »
Kartoffelkroketten selber machen »
Nährwert- & Gesundheitsanalyse
von Dipl. Ernährungswissenschaftler Michael Pagelsdorf
Kalbfleisch
– mild im Geschmack, wertvoll für die Ernährung
Neben hochwertigem Eiweiß enthält Kalbfleisch die lebenswichtigen Vitamine B2, B6 und B12 sowie wichtige Mineralstoffe wie Zink und Selen. Vitamin B1 ist ebenfalls vorhanden, jedoch in geringeren Mengen als beispielsweise in Schweinefleisch.
Im Vergleich zu Rind- oder Lammfleisch ist der Eisengehalt von Kalbfleisch etwas niedriger, dennoch leistet es einen wertvollen Beitrag zur Versorgung mit diesem Spurenelement. Besonders Eisen und Vitamin B12 spielen eine zentrale Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen. Vitamin B12 kann in relevanten Mengen fast nur über tierische Produkte aufgenommen werden.
Daher lässt sich feststellen, dass eine rein vegane Ernährung ohne Supplemente nicht als vollständig ausgewogen betrachtet werden kann. Bereits 150 g Kalbsfilet können den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin B12 decken und gleichzeitig zur Mineralstoffversorgung beitragen.
Kulinarische Verwendung:
Kalbfleisch zeichnet sich durch seine zarte Textur und den feinen, milden Geschmack aus – eine Eigenschaft, die es in der gehobenen Küche besonders beliebt macht. Es eignet sich hervorragend zum Braten, Dünsten oder Schmoren, aber auch für feine Ragouts und Schnitzel. Zu den klassischen Zubereitungen zählen das Wiener Schnitzel, das Kalbsrahmgeschnetzelte oder ein zart geschmortes Kalbshaxn-Gericht. Auch Kalbsrücken oder Filet lassen sich kurz anbraten und mit kräftigen Kräutern wie Salbei, Thymian oder Rosmarin verfeinern.
Dank seiner feinen Struktur harmoniert Kalbfleisch besonders gut mit cremigen Saucen, leichten Gemüsebeilagen oder Kartoffelpüree – ein leichter und eleganter Genuss, der auch in modernen, gesundheitsbewussten Küchen seinen festen Platz hat.
Champignons
– zart im Geschmack, stark an Vitamin D
Champignons sind nicht nur ein wichtiger Mineralstofflieferant (Eisen, Calcium, Kalium u. Natrium), sondern auch ein wertvoller Vitamin-D-Lieferant und somit ebenfalls eine Empfehlung auf dem Speisezettel wert. Vitamin D gehört zur Familie der fettlöslichen Vitamine, welche gleich mehrere gute Eigenschaften mit sich bringen. Dazu gehören die positive Beeinflussung der Regulation des Calcium- und Phosphathaushaltes im menschlichen Körper wie auch die Steuerung der Einlagerung von Calcium in die Knochen. Außerdem unterstützt Vitamin D die Vorbeugung vor Osteoporose und hemmt zudem die Zellproliferation verschiedener Tumorzellen.
Und ... Vitamin-D macht gute Laune. ;-)
Kulinarische Verwendung:
Champignons sind wahre Allrounder in der Küche und lassen sich roh, gebraten oder gegrillt genießen. Ihr milder, leicht nussiger Geschmack macht sie zur perfekten Beilage zu Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichten. In Scheiben geschnitten verfeinern sie frische Salate, während sie in Butter oder Olivenöl angebraten ihr volles Aroma entfalten – ideal für Pasta, Omelettes oder Rahmgerichte.
Auch in der vegetarischen Küche spielen Champignons eine wichtige Rolle: als herzhafter Fleischersatz in Burgern, gefüllt aus dem Ofen oder zu Risotto und Quiche. Dank ihrer aromatischen Tiefe bringen sie eine feine Umami-Note in viele Gerichte – ein leichter, stimmungsaufhellender Genuss, der Körper und Seele gleichermaßen guttut.
Zwiebeln und Knoblauch
– natürliches Powerduo für Gesundheit und Geschmack
Beide sind ein natürliches Antibiotikum und bekämpfen wirksam schädliche Pilze und krankheitserregende Mikroorganismen. Die Zwiebel ist eng mit dem Knoblauch verwandt und besitzt gegenüber diesem eine mildere Wirkung. Die Kombination der beiden bringt ein starkes Duo hervor.
Beide enthalten wertvolle Antioxidantien, die als Fänger »freier Radikaler« unseren Organismus dabei helfen, gesund zu bleiben.
Die zur Gattung der Liliengewächse gehörenden Pflanzen verfügen zudem über einen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt, von dem wir ebenfalls gesundheitlich profitieren.
Enthalten sind die Vitamine B1, B2 und B6 sowie die Vitamine C und E. Außer den Mineralstoffen Salz, Eisen, Zink und Magnesium sind noch eine ganze Reihe weiterer Mineralstoffe in Zwiebeln und Knoblauch enthalten, sodass man beide Pflanzen durchaus als hochwertige Mineralstoff-Lieferanten bezeichnen kann.
Kulinarische Verwendung:
Zwiebeln und Knoblauch bilden das aromatische Grundgerüst unzähliger Gerichte – von der heimischen bis zur internationalen Küche. Ob angeschwitzt, gebraten, konfitiert oder roh – ihr Geschmack reicht von süßlich-mild bis kräftig-würzig und sorgt stets für Tiefe und Charakter.
In der mediterranen Küche sind sie unverzichtbar: in Pastasaucen, Risottos, Gemüseragouts, Schmorgerichten oder Fischzubereitungen mit Olivenöl und Kräutern. Auch in der asiatischen, orientalischen und kreolischen Küche sind sie fester Bestandteil von Currys, Dips, Würzpasten und Suben.
Knoblauchöl oder Zwiebelconfit verleihen vegetarischen wie auch Fleischgerichten einen feinen, tiefwürzigen Akzent, während gerösteter oder geschmorter Knoblauch eine butterweiche Süße entfaltet, die besonders zu Lamm, Kalb, Pilzen oder geröstetem Gemüse passt.
So werden Zwiebeln und Knoblauch nicht nur zu Geschmacksträgern erster Güte, sondern auch zu Symbolen für Genuss und Gesundheit – ein Duo, das keiner Küche fehlen sollte.
Geräucherter Speck bzw. gepökeltes Schweinefleisch
– besser nicht zu oft genießen
So lecker er auch ist: Zu oft – im Sinne von regelmäßig – sollte man ihn nicht auf seinen Speisezettel setzen, da das für die Pökelung und Konservierung des Schinkens verwendete Nitritpökelsalz aufgrund zahlreicher, in den letzten Jahren durchgeführter Studien im Ruf steht, indirekt krebserregend zu sein.
Achtung: Nitrite sind toxisch!
Nitrite sind für sich allein bereits für den Menschen toxisch, doch damit nicht genug. Besonders bei starker Erhitzung (z. B. Grillen) begünstigt Natriumnitrit im sauren Milieu des Magens die Entstehung sogenannter »Nitrosamine«, die von der Wissenschaft als krebserregend eingestuft werden. Oder anders formuliert: Wer Lebensmittel, die mit Nitritpökelsalz haltbar gemacht wurden, zu oft konsumiert, setzt sich damit einem erhöhten Krebsrisiko aus!
Petition: Schluss mit den Nitriten, die unserer Nahrung zugesetzt werden »
Mehl bzw. Getreide
– Energielieferant mit Köpfchen
Entgegen häufiger Aussagen besitzt Getreide keine großen Mengen an pflanzlichem Eiweiß. Dafür punktet es mit einem hohen Anteil an Kohlenhydraten und deckt – bezogen auf 100 g – fast ein Drittel des täglichen Ballaststoffbedarfs, bei gleichzeitig sehr geringem Fettgehalt.
Darüber hinaus liefert Getreide wertvolle Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink – wichtige Komponenten für Muskel- und Nervenfunktionen – und beinhaltet Vitamine der B-Gruppe, die unseren Stoffwechsel unterstützen.
Für Menschen, die auf Fleisch verzichten möchten, also Vegetarier und Veganer (bei veganer Ernährung: Pasta secca ohne Ei!), liegt Getreide damit voll im Trend und ist ein fester Bestandteil des modernen Speiseplans geworden.
Für Personen mit Glutenunverträglichkeit ist Getreide jedoch ungeeignet. Auch Diabetiker oder Low-Carb-Anhänger halten sich wegen des hohen Kohlenhydratanteils besser zurück.
Kerntemperaturen und »Slow Cooking« – der neue (alte) Trend
– durch ein Braten-Kernthermometer Fleisch und Fisch optimal garen
Die wichtigsten Gargrade und deren empfohlene Kerntemperaturen. So garen Sie Rind, Kalb, Lamm, Wild, Schwein, Fisch und Geflügel perfekt auf den Punkt. Wissenswertes über: »Slow Cooking – der neue (alte) Trend« und wertvolle Hintergrundinfos zum Thema Langzeitgaren ergänzen unseren Beitrag.
Unsere Empfehlungen
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