Lendenschnitten mit Cham­pig­nons nach al­tem Re­zept

Lendenschnitten mit Champignons nach altem Rezept

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Lendenschnitten mit Cham­pig­nons (nach al­tem Re­zept)

Das Rezept war ei­nes un­se­rer ers­ten Sonn­tags­ge­rich­te, als wir vor 40 (!) Jah­ren ge­mein­sam mit dem Ko­chen an­ge­fan­gen ha­ben.

Da es uns sehr ge­mun­det hat, ha­ben wir es vie­le Jah­re lang oft und ger­ne zu­be­rei­tet. In den letz­ten Jah­ren war es dann je­doch – aus wel­chen Grün­den auch im­mer – in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten. Sehr scha­de ei­gent­lich und des­halb ein gu­ter Grund, das le­cke­re Re­zept wie­der ein­mal zu ge­nießen und mit an­de­ren Ge­nie­ßern zu tei­len.

Ehrliches und gesund­heits­för­dern­des Koch-Hand­werk

Wich­ti­ger Be­stand­teil des Ge­richts ist sei­ne cre­mi­ge Sau­ce, bei de­ren Zu­be­re­itung wir auf in­dus­tri­el­le Fer­tig­pro­duk­te wie Sau­cen­bin­der oder gar Tü­ten­sau­cen komp­lett ver­zich­tet ha­ben. Ehr­li­ches Hand­werk eben. Der schö­ne Ne­ben­ef­fekt da­bei: Der bei wei­ter­ver­ar­bei­te­ten Le­bens­mit­teln ob­li­ga­to­ri­sche »Che­mie­bau­kas­ten« in Form ei­ner el­len­lan­gen »E-XXX«-Auf­lis­tung glänzt durch Ab­we­sen­heit. Im Zeit­al­ter ei­ner stets stei­gen­den Pro­zent­zah­l an Men­schen, die un­ter Le­bens­mit­tel­un­ver­träg­lich­kei­ten lei­den, ein nicht un­er­heb­li­cher As­pekt.

Clean Eating – Rein und gesund essen »

In der Wo­che, nach Fei­er­abend mal eben, wä­re das Re­zept al­ler­dings nicht ge­ra­de un­se­re ers­te Wahl. Et­was Mu­ße und Zeit, ganz im Sin­ne von »Ger­ne­ko­chen – Mit Wein ge­nie­ßen«, soll­te man schon mit­brin­gen, wenn man das Re­zept ein­mal aus­pro­bie­ren möch­te. Und wel­cher Wo­chen­tag eig­net sich für die­ses Vor­ha­ben bes­ser als ein ver­reg­ne­ter Sonn­tag, an dem man am liebs­ten zuhause bleibt?

Wie im­mer, ana­ly­siert un­ser Mi­cha­el die für das Re­zept ver­wen­de­ten Zu­ta­ten: Nährwert- und Ge­sund­heits­ana­lyse »

Claudia Cartoons – in vino veritas
Gernekochen-Weintipp

Zu »Len­den­schnit­ten mit Cham­pig­nons nach al­tem Re­zept« har­mo­niert ein cre­mi­ger Char­don­nay von Wein­gut Manz, ein Vor­zei­ge-Char­don­nay, mit rei­fer Frucht, pral­ler Struk­tur und lan­gem Nach­hall. Ein­fach mal auf un­se­r Wein­tipp-Icon tip­pen und mehr er­fah­ren. Wir wün­schen wie stets ei­nen Gu­ten Ap­pe­tit und: Wohl be­komm's!

Rezept:
Lendenschnitten mit Cham­pig­nons

Zutaten für 4 Personen

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Einkaufszettel:

  • 800 g Lendenschnitten alias »Tour­ne­dos« von der Fi­let­spit­ze des Rinds, die man zu klei­nen, rund­li­chen, ca. 2–2,5 cm di­cken Steaks ver­ar­bei­tet)
  • 1 EL Butter
  • 1 EL Mehl
  • 2 Schalotten
  • 3 Eigelbe
  • 1–2 Spritzer Zitronensaft
  • ¼ l Weißwein (alternativ Milch)
  • 400 ml Rinderfond
  • 200 g braune Champignons
  • etwas Salz und
  • Pfeffer aus der Mühle
  • etwas gefrorene Mehlbutter

Für die Mehlbutter:

  • 2 EL Mehl
  • 2 EL Butter

Mehlbutter 45 Minuten vor­her zu­be­rei­ten! Dazu beide Zu­ta­ten gut mit­ein­an­der ver­meng­en und ins Eis­fach stel­len.

Für die Pommes-Chips:

  • 6–8 festkochende Kartoffeln, je nach Größe (z. B. »Belana« oder »Anna­belle«)
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 TL selbstgemachtes Zwiebel- und Knob­lauch­pulver

Wie man Zwie­bel- und Kno­blauch­pul­ver oh­ne be­denk­li­che Kon­ser­vie­rungs­stof­fe ganz ein­fach sel­ber ma­chen kann, ver­rät un­ser Work­shop ...

Als Beilage zu unseren Lenden­schnitt­chen em­pfeh­len wir ei­nen le­cke­ren Blatt­salat.

Rezept Kopfsalat Klara »

Zutaten »Kopfsalat Klara« :

  • 1 Kopf Blattsalat
  • 1 hartgekochtes Ei
  • 4 EL Premium-Olivenöl, z. B. AGURÉLEO-Frühernte-Olivenöl »
  • 1 TL deutscher Senf mittelscharf
  • 1 kleiner Becher (150 ml) saure oder
    125 ml süße Sahne, ganz nach Vor­liebe
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Bund Schnittlauch
  • etwas Pfeffer und
  • Salz aus der Mühle

Das benötigt man zusätzlich für das Haupt­gericht:

  • Wasserbad
    Dazu eine Edel­stahl­schüs­sel in ei­nem pas­sen­den, max. halb mit Was­ser ge­füll­ten Topf mit ko­chen­dem Was­ser hän­gen. Der Bo­den der Schüs­sel soll­te da­bei das Was­ser nicht be­rüh­ren, so­dass der Koch­vor­gang al­lein durch den auf­stei­gen­den Was­ser­dampf ge­schieht.
  • Schüs­sel­sieb zum Auf­fan­gen des Pilz­saf­tes (al­ter­na­tiv Kü­chen­sieb mit pas­sen­dem Topf ver­wen­den)
  • Backblech mit Backpapier oder alter­na­tiv
  • Perforiertes Backblech oder alter­na­tiv
  • Backkorb aus Draht­ge­flecht

Zubereitung:

1) Champignons nicht wa­schen, son­dern – falls nö­tig – mit ei­nem Kü­chen­pin­sel vor­sich­tig säu­bern. Ei­gel­be von Ei­­wei­ße tren­­nen. Scha­lot­ten pel­len und klein ha­cken. (Ei­ne ge­hack­te Scha­lot­te für die Cham­pig­nons auf­be­wah­ren.) Rest­li­che Zu­ta­ten für die Sau­ce be­reit­stel­len.

2.1) Kasserole mit­tel­stark er­hit­zen. But­ter und ge­hack­te Scha­lot­te un­ter Wen­den kurz da­rin an­schwit­zen. Mehl hin­zu­fü­gen, eben­falls kurz an­­schwit­­zen und mit ei­nem Schuss Weiß­wein ablöschen. Unter ständigem Rühren so lange weiter Wein zu­gie­ßen, bis eine schöne sämige Mehlschwitze mit der ge­­wün­sch­ten Konsistenz entstanden ist.

2.2) « Roux » bzw. Mehl­schwit­ze nun in ein Was­ser­bad (sie­he Hin­weis Ein­kaufs­zet­tel!) set­zen. Die­se Vor­ge­hens­wei­se ist zwin­gend not­wen­dig, da­mit die Ei­gel­be nicht ge­rin­nen(!) Nun die Ei­gel­be mit dem Schnee­besen un­ter stän­di­gem Rüh­ren mit der Roux ver­ar­bei­ten.

2.3) Nach und nach Rinder­fond in klei­nen Men­gen zu­ge­ben und mit der Sau­cenbasis ver­men­gen. Für ei­ne schö­ne Sen­so­rik Sau­ce da­nach noch mit dem Zau­ber­stab auf­mi­xen.

3.1) Beschichtete Schmor­­pfan­­ne mit But­­ter drei­­vier­­tel­­stark (max. 130°) er­­hit­­zen. Hit­­ze auf mitt­­le­­re Tem­­pe­­ra­­tur re­­du­­zie­­ren und Cham­­pig­­nons un­­ter Wen­­den nur kurz an­­bra­­ten. Sie sol­­len noch biss­­fest sein. Scha­­lot­­ten hin­­zu­­fü­­gen und ein paar Se­­kun­­den mit­­schwit­­zen las­­sen.

3.2) Pfanneninhalt mit ei­nem kräf­ti­gen Schuss Weißwein ab­lö­schen ...

3.3) und sofort in ein Schüssel­sieb um­fül­len. So ga­ren die Cham­pig­nons nicht wei­ter und be­hal­ten ihre biss­fes­te Kon­sis­tenz und ih­ren gu­ten Ge­schmack. De­ckel zum Warm­hal­ten auf­le­gen und ein paar Mi­nu­ten war­ten, bis der Pilz­­saft-But­ter-Wein-Sud in die Auf­fang­schüs­sel ge­tropft ist.

3.4) Den aufgefangenen Sud in die Sau­ce ge­ben und mit dem Schnee­be­sen mit die­­ser ver­men­gen.

3.5) Hat die Sau­ce noch nicht die ge­wünsch­te Kon­sis­tenz, kann man sie noch et­was ein­re­du­zieren und/oder bröck­chen­wei­se ge­fro­re­ne Mehl­but­ter un­ter­rüh­ren um sie et­was an­zu­di­cken. Cham­pig­nons so­lan­ge se­pa­rat warm­hal­ten. Sau­ce fi­nal noch mit Pfef­fer und Salz so­wie 1–2 Sprit­zern Zi­tro­nen­saft ab­schme­cken. Hit­ze re­du­zie­ren, Cham­­pig­­nons hin­­zu­­fü­­gen.

4) Backofen auf 80° Ober-/Un­terhitze vorwärmen. Steak­­pfan­ne auf ho­he Tem­pe­ra­tur er­hit­zen. Tour­ne­dos ali­as Len­den­schnit­ten ggf. por­ti­ons­weise 2 Min. von je­der Sei­te scharf bra­ten. Im Back­of­en vor dem Ser­vie­ren 10–15 Min. ru­hen las­sen.

Gernekochen-Basiswissen: Steaks richtig braten

Steak-Brattemperatur: Je nach Herd und ver­wen­de­ter Pfan­ne, kann die Tem­pe­ra­tur­ein­stel­lung (nie­drig, mit­tel, hoch) un­ter­schied­li­che Tem­pe­ra­tu­ren er­zeu­gen. Die op­ti­ma­le Brat­tem­pe­ra­tur für Steaks liegt bei 220–240 Grad. Liegt die Brat­tem­pe­ra­tur da­run­ter, ge­lingt das An­bra­ten der Steaks nicht. Des­halb vor dem An­bra­ten un­be­dingt den "Was­ser­trop­fen-Test" ma­chen. Da­zu ein­fach ein paar Trop­fen kal­tes Was­ser in die Pfan­ne sprit­zen. Wenn die Trop­fen zer­plat­zen und ver­damp­fen, hat die Pfan­ne die rich­ti­ge Ar­beits­tem­pe­ra­tur er­reicht.

Pommes chips – ohne Friteuse und ohne Plattenfett

1) Kartoffeln schälen und mit ei­nem schar­fen Mes­ser in ca. 3–4 mm di­cke Schei­ben schneiden.

2) Pommes chips in kaltem Wasser durch Bewegen von der Kar­toffelstärke befreien. Behälter erneut mit Wasser be­fül­len und Pom­mes chips noch 15 Min. da­rin las­sen, um noch die rest­li­che Stär­ke aus­zu­schwem­men.

3) Wasser abschütten, Pommes chips im Sieb trockenschütteln und in einer Schüssel in Olivenöl mehrfach wenden. Mit Zwie­bel-Knob­lauch-Pul­ver würzen.

4) Backofen auf 170° Um­luft vor­hei­zen. Back­blech mit Back­pa­pier aus­le­gen und Pom­mes chips da­rauf ver­­tei­len. Je nach Kar­tof­fel­sor­te 30–40 Min. gold­braun ba­cken. Nach der halben Garzeit ein­mal wen­den. Pommes chips in eine Schüssel geben, Salz hin­zu­fü­gen und un­ter mehr­fa­chen Wen­den der Chips auf die­se ver­tei­len.

Unser Tipp: Mit ei­nem Draht­korb oder per­fo­rier­tem Back­blech ent­fällt das Wen­den (und das Back­pa­pier). Klas­se!



Nährwert- & Ge­sund­heits­ana­ly­se

von Dipl. Ernährungs­wissen­schaftler Michael Pagelsdorf

Rindfleisch

– kräftig im Aroma, stark an Vitamin B12

Rindfleisch

Neben hochwerti­gem Ei­weiß ent­hält Rind- wie auch Lamm­fleisch die le­bens­wich­ti­gen Vi­ta­mi­ne B2, B6 und B12 so­wie wich­ti­ge Mi­ne­ral­stof­fe wie Ei­sen, Zink und Se­len. Vi­ta­min B1 ist eben­falls vor­han­den, je­doch in ge­rin­ge­ren Men­gen als bei­spiels­wei­se in Schwei­ne­fleisch.

Besonders Eisen und Vi­ta­min B12 spie­len ei­ne zen­tra­le Rol­le bei der Bil­dung ro­ter Blut­kör­per­chen. Vi­ta­min B12 kann in re­le­van­ten Men­gen fast nur üb­er tie­ri­sche Pro­duk­te auf­ge­nom­men wer­den.

Eisen ist nicht allein für die Blut­bil­dung, son­dern auch für den Mus­kel­auf­bau re­le­vant, da es ei­ne Schlüs­sel­rol­le beim Sau­er­stoff­trans­port zu den Mus­kel­zel­len spielt. Ei­ne aus­rei­chen­de Sau­er­stoff­ver­sor­gung ist für un­se­re Mus­keln die Vo­raus­set­zung für Leis­tung, Re­ge­ne­ra­tion und Wachs­tum.

Daher lässt sich feststellen, dass eine rein ve­gane Er­nährung oh­ne Sup­ple­mente nicht als voll­stän­dig aus­ge­wo­gen be­trach­tet wer­den kann. Be­reits 150 g Lamm- oder Rin­der­filet kön­nen den Ta­ges­be­darf eines Er­wach­se­nen an Vi­ta­min B12 de­cken und leis­ten zu­gleich ei­nen wert­vol­len Bei­trag zur Ei­sen­ver­sor­gung.

Kulinarische Verwendung:

Rindfleisch zählt zu den viel­sei­tigs­ten Fleisch­sor­ten über­haupt und ist aus der in­ter­na­tio­na­len Kü­che nicht weg­zu­den­ken. Je nach Teil­stück lässt es sich bra­ten, schmo­ren, gril­len oder roh ge­nie­ßen – et­wa als fei­nes Carpac­cio oder wür­zi­ges Ta­tar.

Zu den be­son­ders ed­len Cuts ge­hö­ren Filet, Ent­re­côte und Hüft­steak, die durch ihre zar­te Kon­sis­tenz und den kräf­ti­gen, aro­ma­ti­schen Ge­schmack über­zeu­gen. Für Schmor­ge­rich­te eig­nen sich hin­ge­gen Schul­ter, Wade oder Brust, die durch lang­sa­mes Garen in Wein, Brühe oder Ge­mü­se­sud be­son­ders saf­tig wer­den.

Auch in der mo­der­nen, leich­ten Küche spielt Rind­fleisch ei­ne wich­ti­ge Rol­le – et­wa in Form von kurz­ge­bra­te­nen Asia-Wok-Ge­rich­ten oder als pro­te­in­rei­ches Steak mit fri­schen Bei­la­gen.
So steht Rind­fleisch für in­ten­si­ven, ei­weiß­rei­chen Ge­nuss und kraft­vol­le Aro­men, die sich na­he­zu je­der Koch­kul­tur an­pas­sen las­sen.

Champignons

– zart im Geschmack, stark an Vi­ta­min D

Champignons

Champignons sind nicht nur ein wich­ti­ger Mi­ne­ral­stoff­lie­fe­rant (Ei­sen, Cal­ci­um, Ka­li­um u. Na­tri­um), son­dern auch ein wert­vol­ler Vi­ta­min-D-Lie­fe­rant und so­mit eben­falls ei­ne Em­pfeh­lung auf dem Spei­se­zet­tel wert. Vi­ta­min D ge­hört zur Fa­mi­lie der fett­lös­li­chen Vi­­ta­mi­ne, wel­che gleich meh­re­re gu­te Ei­gen­schaf­ten mit sich brin­gen. Da­zu ge­hö­ren die po­si­ti­ve Be­ein­flus­sung der Re­gu­la­tion des Cal­ci­um- und Phos­phat­haus­hal­tes im mensch­lichen Kör­per wie auch die Steue­rung der Ein­la­ge­rung von Cal­ci­um in die Kno­chen. Au­ßer­dem un­ter­stützt Vitamin D die Vor­beugung vor Os­teo­po­ro­se und hemmt zu­dem die Zell­pro­li­fe­ra­tion ver­schie­de­ner Tu­mor­zel­len.

Und ... Vitamin-D macht gute Laune. 😊

Kulinarische Verwendung:

Cham­pignons sind wah­re All­roun­der in der Kü­che und las­sen sich roh, ge­bra­ten oder ge­grillt ge­nießen. Ihr mil­der, leicht nussi­ger Ge­schmack macht sie zur per­fek­ten Bei­la­ge zu Fleisch-, Fisch- und Ge­mü­se­ge­rich­ten. In Schei­ben ge­schnit­ten ver­fei­nern sie fri­sche Sa­la­te, wäh­rend sie in But­ter oder Oliven­öl an­ge­bra­ten ihr vol­les Aro­ma ent­fal­ten – ide­al für Pas­ta, Ome­lettes oder Rahm­ge­rich­te.

Auch in der ve­ge­ta­ri­schen Kü­che spie­len Cham­pignons ei­ne wich­ti­ge Rol­le: als herz­haf­ter Fleisch­er­satz in Bur­gern, ge­füllt aus dem Ofen oder zu Risot­to und Quiche. Dank ih­rer aro­ma­ti­schen Tie­fe brin­gen sie ei­ne fei­ne Umami-Note in vie­le Ge­rich­te – ein leich­ter, stim­mungs­auf­hel­len­der Ge­nuss, der Kör­per und See­le glei­cher­ma­ßen guttut.

Hühnereier

– das unterschätzte Kraftpa­ket im Klein­for­mat

Hühnereier

Hühnereier be­sit­zen durch­schnitt­lich 7 g Pro­te­ine und da­mit ei­nen ho­hen Ge­halt an bio­lo­gisch wert­vol­len Subs­tan­zen. Bio­lo­gisch wert­voll des­halb, da die im Ei ent­hal­te­nen Pro­te­ine ei­nen ho­hen A­nteil an es­sen­ti­ell­en Ami­no­säuren mit ei­nem sehr gu­ten Gleich­ge­wicht auf­weis­en. Der Pro­te­in­ge­halt ei­nes Hüh­ner­eis wird des­halb als Re­fe­renz­wert an­ge­se­hen. Ein Ver­gleich mit an­de­ren Le­bens­mit­teln macht dies deut­lich: Zwei Hüh­ner­ei­er ent­hal­ten die­sel­be Men­ge an Pro­te­in­en wie bspw. 100 g Fisch oder 100 g Fleisch.

Der durchschnittliche Fettgehalt ist mit 7 g ge­nau so hoch wie der Pro­te­in­ge­halt. Es ist vor all­em im Ei­gelb und we­niger im Ei­weiß ent­halten. Bei den Fett­säu­ren im Ei handelt es sich zu zwei Dritteln um un­ge­sät­tig­te Fet­tsäuren.

Etwas in Verruf kam eine Zeit lang der Ver­zehr von Ei auf­grund sei­nes – mit ca. 180 mg – recht ho­hen Cho­les­te­rin­ge­halts, was man je­doch auf keinen Fall über­be­wer­ten soll­te, da solc­he Warnungen und Ein­stu­fun­gen meist ge­wissen Trends un­ter­lie­gen und sich so­mit auch wie­der än­dern kön­nen. Zu­dem be­sit­zen Hüh­ner­ei­er einen ho­hen Vitamin-A-, D- und E-An­teil und ent­hal­ten die Spu­ren­ele­men­te Ei­sen und Zink.

Kulinarische Verwendung:

Hühnereier lassen sich in der Kü­che au­ßer­or­dent­lich viel­sei­tig ein­set­zen und kön­nen so­wohl pur als auch in Kom­bi­na­tion mit an­de­ren Le­bens­mit­teln ge­nos­sen wer­den. Sie eig­nen sich zum Ko­chen, Bra­ten, Po­chieren oder Ba­cken, die­nen als Bin­de­mit­tel, Lo­cke­rungs­mit­tel und Ver­fei­ne­rung in Sau­cen, Auf­läufen und Tei­gen und er­gänzen zahl­rei­che Ge­rich­te auf ein­fa­che und ge­schmack­vol­le Wei­se.

Zwiebeln und Knoblauch

– natürliches Powerduo für Gesund­heit und Ge­schmack

Zwiebeln und Knoblauch

Beide sind ein na­tür­li­ches Anti­bio­ti­kum und be­kämp­fen wirk­sam schäd­li­che Pil­ze und krank­heits­er­re­gen­de Mi­kro­or­ga­nis­men. Die Zwie­bel ist eng mit dem Kno­blauch ver­wandt und be­sitzt ge­gen­über die­sem ei­ne mil­de­re Wir­kung. Die Kom­bi­na­tion der bei­den bringt ein star­kes Duo her­vor.

Bei­de ent­hal­ten wert­vol­le An­ti­oxi­dan­tien, die als Fän­ger »freier Ra­di­ka­ler« un­se­ren Or­ga­nis­mus da­bei hel­fen, ge­sund zu blei­ben.

Die zur Gat­tung der Li­li­en­ge­wäch­se ge­hö­ren­den Pflan­zen ver­fü­gen zu­dem über ei­nen ho­hen Vi­ta­min- und Mi­ne­ral­stoff­ge­halt, von dem wir eben­falls ge­sund­heit­lich pro­fi­tie­ren.

Ent­hal­ten sind die Vi­ta­mi­ne B1, B2 und B6 so­wie die Vi­ta­mi­ne C und E. Au­ßer den Mi­ne­ral­stof­fen Salz, Ei­sen, Zink und Mag­ne­si­um sind noch ei­ne gan­ze Rei­he wei­te­rer Mi­ne­ral­stof­fe in Zwie­beln und Kno­blauch ent­hal­ten, so­dass man bei­de Pflan­zen durch­aus als hoch­wer­ti­ge Mi­ne­ral­stoff-Lie­fe­ran­ten be­zeich­nen kann.

Kulinarische Verwendung:

Zwie­beln und Kno­blauch bil­den das aromatische Grund­ge­rüst un­zäh­li­ger Ge­rich­te – von der hei­mi­schen bis zur in­ter­na­tio­na­len Kü­che. Ob an­ge­schwitzt, ge­bra­ten, kon­fi­tiert oder roh – ihr Ge­schmack reicht von süß­lich-mild bis kräf­tig-wür­zig und sorgt stets für Tie­fe und Cha­rak­ter.

In der me­di­ter­ra­nen Kü­che sind sie un­ver­zicht­bar: in Pas­ta­saucen, Ri­sot­tos, Ge­mü­se­ra­gouts, Schmor­ge­rich­ten oder Fisch­zu­be­rei­tun­gen mit Oli­ven­öl und Kräu­tern. Auch in der asi­a­ti­schen, ori­en­ta­li­schen und kre­o­li­schen Kü­che sind sie fes­ter Be­stand­teil von Cur­rys, Dips, Würz­pas­ten und Su­ben.

Kno­blauch­öloder Zwie­bel­con­fit ver­lei­hen ve­ge­ta­ri­schen wie auch Fleisch­ge­rich­ten ei­nen fei­nen, tief­wür­zi­gen Ak­zent, wäh­rend ge­rös­te­ter oder ge­schmor­ter Kno­blauch ei­ne but­ter­wei­che Süße ent­fal­tet, die be­son­ders zu Lamm, Kalb, Pil­zen oder ge­rös­te­tem Ge­mü­se passt.

So wer­den Zwie­beln und Kno­blauch nicht nur zu Ge­schmacks­trä­gern ers­ter Gü­te, son­dern auch zu Sym­bo­len für Ge­nuss und Ge­sund­heit – ein Duo, das kei­ner Kü­che feh­len soll­te.

Butter alias Gute Butter

– cremiger Genuss voller wert­voller Ome­ga-3-Fett­säu­ren

Butter alias Gute Butter

Nachdem Butter über Jahrzehnte hin­weg sys­te­ma­tisch schlecht­ge­re­det wur­de, oh­ne dies auf wis­sen­schaft­li­che Stu­dien zu stützen, ist sie zwi­schen­zeit­lich von ih­rem schlech­ten Ruf »frei­ge­spro­chen« wor­den – und das völ­lig zu Recht.

Butter besitzt ei­nen ho­hen An­teil an ge­sät­tig­ten Fett­säu­ren, die eb­en NICHT – wie lan­ge Zeit be­haup­tet – schlecht für un­se­ren Or­ga­nis­mus sind. Aber auch ein­fach und mehr­fach un­ge­sät­tig­te Fett­säu­ren sind in But­ter ent­hal­ten.

Gegenüber Olivenöl kann sie zu­dem noch mit ei­nem ech­ten Plus­ punk­ten: Ab­hän­gig von der Nah­rung, die Kü­he zu sich neh­men, be­sitzt But­ter die für den Men­schen zwin­gend er­for­der­li­chen Ome­ga-3-Fett­säu­ren EPA und DHA. Je mehr fri­sches Gras (Stich­wort: Frei­land­hal­tung!) ei­ne Kuh zu sich nimmt, des­to hö­her der Ome­ga-3-Anteil in der Milch und de­ren Pro­duk­ten.

Hier können sich z. B. der deut­sche Markt­führer Ker­ry­gold so­wie ei­ne Hand­voll wei­te­rer Her­stel­ler mit der Qua­lität ihrer But­ter und den da­rin ent­hal­te­nen ge­sun­den Fett­säu­ren ganz klar aus der Men­ge der But­ter­pro­du­zen­ten her­vor­he­ben.

Freilandhaltung vorausgesetzt (gem. Bio-Ver­ord­nung min­des­tens 120 Ta­ge im Jahr), ver­dient But­ter ih­ren Na­men »Gu­te But­ter«, den ihr be­reits un­se­re Groß­el­tern ge­ge­ben ha­ben, al­so völ­lig zu Recht.

Butterschmalz

Wie auch Claudia und Jürgen in ih­ren Re­zep­ten mit But­ter­schmalz schrei­ben, gibt es vie­le Na­men für »Braune Butter«, die vom Milcheiweiß befreite (geläuterte) Variante der Ba­sis­but­ter. Um den Be­griff »Ghee« wird seit ge­rau­mer Zeit ein Hy­pe ge­macht, da­bei han­delt es sich dabei um nichts an­de­res als eben brau­ne Butter.

Mit dem Begriff »Ghee« ist aller­dings auch eine Le­bens­phi­lo­so­phie ver­bun­den. Das hat auch die In­dus­trie er­kannt und so kommt es, dass man Ghee im Ver­kaufs­re­gal meist hö­her­prei­sig vor­fin­det als eben »ordinäres« But­ter­schmalz, das ja be­reits mehr als teu­er ge­nug ist.

Greifen Sie in diesem Fall al­so ru­hig zum But­ter­schmalz. Art­ge­rech­te Frei­land­hal­tung zur Er­zeu­gung des Roh­stoffs Butter vo­raus­ge­setzt, ist die­ser ei­ne eben­so gu­te und zu­dem preis­wer­tere Wahl.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oecotrophologe)

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