Kalbsschnitzel mit Pfifferling-Rahm­sauce

– saisonale Rezeptidee mit fri­schen Pfif­fer­lingen

Kalbsschnitzel mit pfifferling rahmsauce Kalbsschnitzel mit Pfifferling-Rahmsauce

synonym

Kalbsschnitzel mit Pfif­fer­ling-Rahm­sauce

👉 saisonale Rezeptidee mit fri­schen Pfif­fer­lingen

Unser Kalbsschnitzel mit Pfif­fer­ling-Rahm­sauce ist ei­ne sai­so­na­le Re­zept­idee, die den Klas­si­ker aus der Wie­ner Kü­che mit den aro­ma­ti­schen Schät­zen des Spät­som­mers und Herbstes ver­bin­det. Zartes Kalbs­fleisch trifft auf frisch ge­sam­mel­te Pfif­fer­lin­ge, ei­ne cre­mi­ge Rahm­sauce und fri­sche Kräu­ter wie Pe­ter­si­lie und Thy­mi­an. Da­zu kommt ei­ne be­son­ders knusp­ri­ge, gold­gel­be Pa­nie­rung, die das Ge­richt nicht nur ge­schmack­lich, son­dern auch op­tisch zu ei­nem ech­ten Hin­gu­cker macht.

Bei der Zubereitung ori­en­tie­ren wir uns an den hand­werk­li­chen Grund­sät­zen, die auch für ein gu­tes Wie­ner Schnit­zel gel­ten: Das Kalbs­schnit­zel wird dünn aus­ge­klopft, lo­cker pa­niert und an­schlie­ßend in aus­rei­chend But­ter­schmalz schwim­mend aus­ge­ba­cken. Da­bei drü­cken wir die Pa­nie­rung nicht fest an, da­mit sie sich beim Aus­ba­cken schön lo­cker vom Fleisch ab­hebt.

Der Trick mit dem Paprikapulver

Für die Farbe der Panierung haben wir einen klei­nen Trick aus­pro­biert: Auf Nach­fra­ge hat uns ein Profi­koch em­pfoh­len, ei­nen ge­stri­che­nen Tee­löffel mil­des Pap­ri­ka­pul­ver unter das Pa­nier­mehl zu mi­schen. Das Pa­pri­ka­pul­ver sorgt tat­säch­lich für ei­ne be­son­ders schö­ne, kräf­ti­ge Gold­fär­bung der Pa­nie­rung – sie wird da­durch nicht rot, son­dern be­kommt ei­ne wun­der­bar war­me, gold­gel­be Far­be.

Allerdings hat un­ser Ex­pe­ri­ment auch ei­nen klei­nen Ha­ken: Un­ser sonst be­vor­zug­tes, grob­flock­iges Pan­ko­mehl nimmt das Pa­pri­ka­pul­ver nicht so gleich­mä­ßig auf. Des­halb ha­ben wir für die­sen Ver­such fei­nes Stan­dard-Pa­nier­mehl ver­wen­det. Die Far­be wur­de da­mit ge­nau so, wie wir sie uns ge­wünscht hat­ten – bei der Luft­ig­keit hat das fei­ne Pa­nier­mehl je­doch das Nach­se­hen.

Mit Pan­ko wird die Pa­nie­rung bei uns deut­lich lo­cke­rer und wirft beim Aus­ba­cken rich­tig schö­ne Wel­len. Da­durch kommt mehr Luft un­ter die Pa­nie­rung und sie wird be­son­ders knusp­rig und »fluf­fig«.

Un­ser Fa­zit da­her:
Die Pfifferling-Rahmsauce

Die Pfifferlinge wer­den in ei­ner cre­mi­gen Rahm­sauce zu­be­rei­tet und bil­den da­mit ei­nen aro­ma­ti­schen Ge­gen­pol zum knusp­ri­gen Schnit­zel. Pe­ter­si­lie und ein we­nig fri­scher Thy­mi­an brin­gen zu­sätz­lich fri­sche, wür­zi­ge No­ten ins Ge­richt.

Unsere bebilderte Schritt-für-Schritt-An­lei­tung und die da­zu­ge­hö­ri­gen Kü­chen­tipps zei­gen Dir, wor­auf es bei der Pa­nie­rung, beim Aus­ba­cken und bei der Zu­be­rei­tung der Pfif­fer­ling-Rahm­sauce an­kommt. So ge­lingt Dir ein knusp­ri­ges Kalbs­schnit­zel mit ei­ner cre­mi­gen, aro­ma­ti­schen Pfif­fer­ling­sauce, das nicht nur in der Pfif­fer­lings­sai­son Freu­de macht.

Gernekochen-Weintipp

Zu »Albóndigas – spanische Hack­bäll­chen in To­ma­ten­sau­ce« ser­vie­ren wir ei­nen mit­tel­kräf­ti­gen Rot­wein mit aus­ge­präg­ter Frucht und mil­dem Tan­nin. Ein­fach mal auf un­ser »Wein­tipp-Icon« tip­pen und mehr er­fah­ren. Wir wün­schen wie stets ei­nen gu­ten Ap­pe­tit und: Wohl be­komm's!

Warum Du dieses Kalbsschnitzel-Re­zept aus­pro­bie­ren soll­test

  • Zartes Kalbsfleisch: Wir ver­wen­den klas­si­sches Wie­ner Schnit­zel aus zar­tem Kalbs­fleisch – für ein be­son­ders fei­nes und saf­ti­ges Schnit­zel
  • Besonders lockere Pa­nie­rung: Ein klei­ner Schuss ge­schla­ge­ne Sah­ne im ver­quirl­ten Ei macht die Pa­nie­rung be­son­ders »fluf­fig«
  • Schöne goldgelbe Farbe: Ein gestrichener Teelöffel Paprikapulver im feinen Paniermehl sorgt für eine besonders kräftige, goldgelbe Färbung
  • Aromatische Pfiffer­lin­ge: Fri­sche Pfif­fer­lin­ge tref­fen auf ei­ne cre­mi­ge Rahm­sauce und bil­den ei­nen herr­li­chen Ge­gen­pol zum knusp­ri­gen Schnit­zel
  • Besonders lockere Panierung: Ein kleiner Schuss geschlagene Sahne im Ei und das lockere Panieren ohne fest angedrückte Brösel sorgen für eine luftige, wellige Kruste
  • Frische Kräu­ter: Pe­ter­si­lie und Thy­mi­an ge­ben dem Ge­richt ei­ne fri­sche, wür­zi­ge No­te und ma­chen es auch op­tisch zu ei­nem Hin­gu­cker
  • Viele praktische Kü­chen­tipps: Un­se­re Tipps zei­gen Dir, wor­auf es bei Pa­nie­rung, Aus­ba­cken und der Zu­be­rei­tung der Rahm­sauce wirk­lich an­kommt
  • Einfach nachzukochen: Unsere be­bil­derte Schritt-für-Schritt-An­leitung führt auch Koch­an­fänger si­cher ans Ziel.

Rezept:
Kalbsschnitzel mit Pfif­fer­ling-Rahm­sauce

Zutaten für 4 Personen

Hinweis zu Affiliate-Links

Die mit einem * Sternchen ge­kenn­zeich­neten Links sind Affi­liate-Links. Wenn Du über einen dieser Links et­was kaufst, er­halten wir eine kleine Pro­vi­sion. Für Dich ent­stehen da­durch keine Mehr­kos­ten.

Für den Einkaufszettel:

  • 4 Kalbschnit­zel aus der Kalbs­nuss (als Va­ri­an­te der ge­ho­be­nen Kü­che)
    – das zar­te, ma­ge­re Teil­stück aus der Keu­le, per­fekt für Schnit­zel & fei­ne Bra­ten)
    oder alternativ:
  • 4 Schweineschnitzel (als Variante der gut­bür­ger­li­chen Kü­che)
  • 500 g frische Pfifferlinge
  • 400 g frische Kartoffeln oder Spätzle
  • 30 g Speck, z. B. »Guanciale« oder »Lardo« (unser Clean-Eating-Tipp!).
  • 1 weiße Zwiebel oder Scha­lot­te
  • 250 ml Kalbsfond
  • 125 ml Schlagsahne 30 %
  • ½ TL frisch gehackter oder getrock­ne­ter Thy­mi­an
  • 1 Bund Petersilie
  • 4–5 Thymianzweige
  • 1–2 TL Mehlbutter
  • 2–4 EL braune Butter bzw. Butter­schmalz
  • 4 halbe Orangenscheiben als Garnitur
  • etwas Salz und
  • Pfeffer aus der Mühle

Dazu passen

  • Petersilienkartoffeln
  • Spätzle
  • Pommes frites 
  • Reis oder
  • Kartoffelkroketten
     

Lardo-Rückenspeck – traditionell luft­ge­trocknet ohne Zu­satz­stoffe

Traditionell hergestellter Lardo vom Altmeister Marino Giannarelli

Auf der Zu­ta­ten­lis­te fin­den sich:

  • Schweinespeck
  • Meersalz
  • Pfeffer
  • Gewürze (Zimt, Gewürznelken, Muskatnuss, Koriander)
  • frischer Knoblauch
  • frischer Rosmarin
  • Von Natur aus glutenfrei und laktosefrei
  • Ohne Farbstoffe
  • Ohne Aromastoffe
  • Ausschließlich Naturgewürze

Das Pro­dukt ist im On­line­han­del er­hält­lich. (Al­le An­ga­ben ohne Ge­währ!)

1) Schalotten pellen und in dün­ne Spal­ten schnei­den. Pe­ter­si­lie und Thy­mi­an ab­brau­sen und tro­cken­schüt­teln. Thy­mian von den Zwei­gen strei­fen, Peter­si­lie klein ha­cken, die zar­ten Stie­le mit ver­wen­den. Rest­li­che Zu­ta­ten be­reit­stel­len. Optional: Je eine halbe Oran­gen­schei­be als Deko. Wir ha­ben das beim Gar­nie­ren glatt ver­schwitzt! 😉

2.1) Butter in einer Kasserolle bzw. Saucentopf auf mitt­le­re Tem­pe­ra­tur er­hit­zen und Mehl kurz da­rin an­schwit­zen. Mit ei­nem Schuss Weiß­wein ab­lö­schen. Un­ter stän­di­gem Rüh­ren so lan­ge Pilz­fond zu­gie­ßen, bis eine schö­ne cre­mi­ge Mehl­schwit­ze mit der ge­wün­sch­ten Kon­sis­tenz ent­stan­den ist.

2.2) Nach und nach Sahne hin­zu­gie­ßen, gut mit der Sauce ver­men­gen und wei­ter ein­re­du­zie­ren lassen, so­dass eine schöne, cre­mige Rahm­sauce ent­steht. Mit wei­ßem Pfeffer ab­schme­cken. 

(!) Salzen nur bei Be­darf, da der ein­re­du­zier­te Fond be­reits eine sal­zige Note er­zeugt.

3.1) Pfanne dreiviertelstark er­hit­zen. Pfif­fer­lin­ge in But­ter und Oli­ven­öl un­ter ge­le­gent­li­chem Wen­den 5–6 Min. an­bra­ten.

3.2) Anschließend die Zwiebel­spal­ten zu­fü­gen und kurz mit­schwit­zen las­sen.

3.3) Thymian zufügen, mit den Pfiffer­lingen ver­men­gen. Nach ca. 12–15 Min. Ge­samt­brat­zeit (je nach Grö­ße der Pilze), sind die Pfif­fer­linge durch­ge­bra­ten und ser­vier­be­reit.

So gelingt Dir das per­fekte Kalbs­schnitzel

4.1) Mehl, Eier und Paniermehl in je ei­nen Tel­ler ge­ben. Eier auf­schla­gen und nur grob ver­quir­len. Mit ei­ner fei­nen Kü­chen­rei­be et­was Bio-Zi­tro­nen­scha­le, Mus­kat­nuss und die ge­schla­ge­ne Sah­ne da­zu­ge­ben und un­ter die ver­quirl­ten Ei­er schla­gen.

Profitipp für die verquirlten Eier:

👉 Durch die Kombination von ver­quirl­ten Ei­ern mit ei­nem EL ge­schla­gene Sah­ne wird die Pa­nie­rung be­son­ders luftig.

4.2) Paniermehl mit einem gestr. TL Pap­rika­pul­ver ver­meng­en. Die ge­plät­te­ten Schnit­zel (wer kei­nen Fleisch­plät­ter hat, nimmt ei­nen schwe­ren Sau­cen­topf) mit Pfef­fer und Salz wür­zen und dann der Rei­he nach

  1. Zu­erst meh­lie­ren
  2. Da­nach durch die Ei-Sah­ne­mi­schung zie­hen. 
  3. Ab­schlie­ßend noch in dem mit Pap­rika­pul­ver ver­meng­ten Pa­nier­mehl wen­den
So panierst Du ein Schnit­zel rich­tig:

👉 Da­mit die Pa­nie­rung »fluf­fig« bleibt, da­rauf ach­ten, dass die Brö­sel nicht fest an­ge­drückt wer­den.

Panierung oder Panade – gibt es da ei­nen Un­ter­schied?

Schnitzel, Fisch oder eben Jagdwurst in einer schö­nen, knus­pri­gen »Pa­na­de«. Je­der weiß, was da­mit ge­meint ist. Aber ist der Be­griff auch hand­werk­lich kor­rekt? Im All­tag wer­den bei­de Be­grif­fe häu­fig gleich­ge­setzt. In der klas­si­schen Kü­chen­spra­che wird die knusp­ri­ge Hül­le ei­nes Schnit­zels je­doch meist als Pa­nie­rung be­zeich­net, wäh­rend der Begriff »Pa­na­de« eher ein Füll- oder Lo­cke­rungs­mit­tel aus ein­ge­weich­tem Brot meint.

Quelle: gastronomische-akademie.de »

Im all­täg­li­chen Sprach­ge­brauch hat sich der Be­griff Pa­na­de für die knusp­ri­ge Hül­le je­doch weit ver­brei­tet.

5) Panierte Schnitzel richtig bra­ten: Reichlich But­terschmalz in ei­ner be­schich­te­ten Schmor­pfan­ne er­hit­zen. Schnit­zel bei mitt­le­rer bis drei­vier­tel Hit­ze – nicht hö­her! – auf ei­ner Sei­te so­lan­ge bra­ten, bis die Schnit­zel­rän­der gold­braun wer­den. Schnit­zel da­nach wen­den und das Gan­ze wie­der­ho­len.

So brätst du ein paniertes Schnitzel richtig:

👉 Entscheidend für eine fluffige Pa­nade bzw. Pa­nie­rung ist, dass die Schnit­zel in reich­lich Butter­schmalz »schwimmend« aus­ge­ba­cken werden.

Tipp: Haben die Schnit­zel nach dem Wen­den noch hel­le Stel­len, die nicht knus­prig sind, kann man et­was Brat­fett da­rauf ge­ben. Dies ge­lingt am bes­ten, wenn man durch ei­ne leich­te Pfan­nen-Vor- und Rück­be­we­gung et­was von der Öl­but­ter über die Schnit­zel schwap­pen lässt. Wer da­zu kein Ge­schick hat nimmt ei­nen Ess­löf­fel und schöpft da­mit aus der schräg ge­hal­te­nen Pfan­ne das Brat­fett über die Schnit­zel.

6) Nach dem Braten die Schnit­zel auf Kü­chen­pa­pier gut ab­trop­fen las­sen. 

So kommen Deine Kalbs­schnit­zel knus­prig auf dem Teller:

Die Ob­er­sei­ten zu­sätz­lich mit Kü­chen­pa­pier leicht ab­tup­fen. 👉 So bleibt die Pa­nie­rung schön knus­prig. 

Die ab­ge­tropf­ten Schnit­zel zu­sam­men mit der Pfifferling-Rahmsauce, den Petersilienkar­tof­feln und den Orangen­scheibenhälften auf vor­ge­wärm­ten Tel­lern an­rich­ten und so­fort ser­vieren.

Nährwert- & Ge­sund­heits­ana­ly­se

von Dipl. Ernährungs­wissen­schaftler Michael Pagelsdorf

Kalbfleisch

– mild im Ge­schmack, wert­voll für die Er­näh­rung

Kalbfleisch

Neben hochwertigem Eiweiß enthält Kalb­fleisch die le­bens­wich­ti­gen Vi­ta­mi­ne B2, B6 und B12 so­wie wich­ti­ge Mi­ne­ral­stof­fe wie Zink und Se­len. Vi­ta­min B1 ist eben­falls vor­han­den, je­doch in ge­rin­ge­ren Men­gen als bei­spiels­wei­se in Schwei­ne­fleisch.

Im Vergleich zu Rind- oder Lamm­fleisch ist der Ei­sen­ge­halt von Kalb­fleisch et­was nied­rig­er, den­noch leis­tet es ei­nen wert­vol­len Bei­trag zur Ver­sor­gung mit diesem Spu­ren­ele­ment. Be­son­ders Ei­sen und Vi­ta­min B12 spie­len ei­ne zen­tra­le Rol­le bei der Bil­dung ro­ter Blut­kör­per­chen. Vi­ta­min B12 kann in re­le­van­ten Men­gen fast nur über tie­ri­sche Pro­duk­te auf­ge­nom­men wer­den.

Daher lässt sich fest­stel­len, dass ei­ne rein ve­ga­ne Er­näh­rung oh­ne Sup­ple­mente nicht als voll­stän­dig aus­ge­wo­gen be­trach­tet wer­den kann. Be­reits 150 g Kalbs­filet kön­nen den Ta­ges­be­darf ei­nes Er­wach­se­nen an Vi­ta­min B12 de­cken und gleich­zei­tig zur Mi­ne­ral­stoff­ver­sor­gung bei­tra­gen.

Kulinarische Verwendung:

Kalb­fleisch zeich­net sich durch sei­ne zar­te Tex­tur und den fei­nen, mil­den Ge­schmack aus – ei­ne Ei­gen­schaft, die es in der ge­ho­be­nen Kü­che be­son­ders be­liebt macht. Es eig­net sich her­vor­ra­gend zum Bra­ten, Dünsten oder Schmo­ren, aber auch für fei­ne Ragouts und Schnit­zel. Zu den klas­si­schen Zu­be­rei­tun­gen zäh­len das Wiener Schnitzel, das Kalbs­rahm­ge­schnet­zel­te oder ein zart ge­schmor­tes Kalbs­haxn-Gericht. Auch Kalbs­rücken oder Filet las­sen sich kurz an­bra­ten und mit kräf­ti­gen Kräu­tern wie Sal­bei, Thy­mi­an oder Ros­ma­rin ver­fei­nern.

Dank sei­ner fei­nen Struk­tur har­mo­niert Kalb­fleisch be­son­ders gut mit cre­mi­gen Sau­cen, leich­ten Ge­mü­se­bei­la­gen oder Kar­tof­fel­pü­ree – ein leich­ter und ele­gan­ter Ge­nuss, der auch in mo­der­nen, ge­sund­heits­be­wuss­ten Kü­chen sei­nen fes­ten Platz hat.

Pfifferlinge alias Gelböhrchen

– der aromatische und nahrhafte Schatz des Wal­des

Pfifferlinge alias Gelböhrchen

Im früheren Ostpreu­ßen, vor al­lem in Ma­su­ren, kann­te man sie un­ter dem Na­men »Gelb­öhr­chen«. Im Vogt­land hei­ßen sie »Gelb­schwäm­me­le«. Die schmack­haften Wald­pil­ze sind ein hoch­wer­ti­ger Ei­weiß­lie­fe­rant mit sehr we­nig Fett und auch nur ei­nem ge­rin­gen An­teil an Koh­len­hy­dra­ten: idea­le Vo­raus­set­zun­gen für fi­gur­be­wuss­te Ge­nie­ßer. Aus dem in den gel­ben Pil­zen enthaltenen Be­ta-Ca­ro­tin kann un­ser Or­ga­nis­mus wert­vol­les Vi­ta­min A her­stel­len. Zu­dem ver­fü­gen Pfif­fer­lin­ge über ei­nen ho­hen Ge­halt an Ei­sen und Ka­li­um, beides wich­ti­ge Mi­ne­ral­stoff­lie­fe­r­an­ten.

Der lös­li­che Bal­last­stoff Be­ta-Glu­can, den man auch in Ha­fer­flo­cken fin­det, ist auch in Pil­zen ent­hal­ten. Er ist be­son­ders un­se­rem Darm bzw. dem Mi­kro­bi­om (Darm­flo­ra) zu­träg­lich und re­gu­liert zu­gleich den Blut­zu­cker­spie­gel.

Re­gel­mä­ßig wird vor dem über­mä­ßi­gen Ver­zehr von Wald­pil­zen ge­warnt, da die­se an­geb­lich durch den Re­ak­tor­un­fall von Tscher­no­byl im­mer noch be­las­tet sein kön­nen. Die Em­pfeh­lung für ei­nen un­be­denk­li­chen Ge­nuss be­läuft sich auf ca. 200 g pro Wo­che. Stil­len­de Müt­ter und Klein­kin­der soll­ten ge­mäß den Em­pfeh­lun­gen ge­ne­rell auf den Ge­nuss von Wald­pil­zen ver­zich­ten. Da mir hier­zu die not­wen­di­gen wis­sen­schaft­li­ch­en Stu­dien feh­len, kann ich die­se Aus­sa­ge we­der be­stä­ti­gen noch de­men­tie­ren.

Kulinarische Verwendung:

Kulinarisch gehören Pfif­fer­lin­ge zu den be­lieb­tes­ten Wald­pil­zen und über­zeu­gen durch ihr fein-wür­zi­ges, leicht pfef­fri­ges Aro­ma. Be­son­ders klas­sisch wer­den sie in der Pfan­ne mit et­was But­ter und Zwie­beln an­ge­bra­ten und ent­fal­ten da­bei ih­ren vol­len Ge­schmack. In Kom­bi­na­ti­on mit fri­schen Kräu­tern eig­nen sie sich her­vor­ra­gend als Bei­la­ge zu Fleisch­ge­rich­ten oder als aro­ma­ti­sche Er­gän­zung zu Kar­tof­feln und Pas­ta.

Auch in cremigen Sau­cen, et­wa zu Schnit­zel oder Ge­flü­gel, sind Pfif­fer­lin­ge ein ech­ter Klas­si­ker der sai­so­na­len Kü­che. Dar­über hin­aus las­sen sie sich gut in Ri­sot­to, Ome­letts oder herz­haf­te Tar­tes in­te­grie­ren. In der mo­der­nen Kü­che fin­den sie zu­dem Ver­wen­dung in leich­ten Som­mer­ge­rich­ten, bei­spiels­wei­se in Sa­la­ten oder als fei­nes Top­ping für Bowls, wo sie ei­nen wür­zi­gen und na­tür­li­chen Wald­ak­zent set­zen.

Zwiebeln und Knoblauch

– natürliches Powerduo für Gesund­heit und Ge­schmack

Zwiebeln und Knoblauch

Beide sind ein na­tür­li­ches Anti­bio­ti­kum und be­kämp­fen wirk­sam schäd­li­che Pil­ze und krank­heits­er­re­gen­de Mi­kro­or­ga­nis­men. Die Zwie­bel ist eng mit dem Kno­blauch ver­wandt und be­sitzt ge­gen­über die­sem ei­ne mil­de­re Wir­kung. Die Kom­bi­na­tion der bei­den bringt ein star­kes Duo her­vor.

Bei­de ent­hal­ten wert­vol­le An­ti­oxi­dan­tien, die als Fän­ger »freier Ra­di­ka­ler« un­se­ren Or­ga­nis­mus da­bei hel­fen, ge­sund zu blei­ben.

Die zur Gat­tung der Li­li­en­ge­wäch­se ge­hö­ren­den Pflan­zen ver­fü­gen zu­dem über ei­nen ho­hen Vi­ta­min- und Mi­ne­ral­stoff­ge­halt, von dem wir eben­falls ge­sund­heit­lich pro­fi­tie­ren.

Ent­hal­ten sind die Vi­ta­mi­ne B1, B2 und B6 so­wie die Vi­ta­mi­ne C und E. Au­ßer den Mi­ne­ral­stof­fen Salz, Ei­sen, Zink und Mag­ne­si­um sind noch ei­ne gan­ze Rei­he wei­te­rer Mi­ne­ral­stof­fe in Zwie­beln und Kno­blauch ent­hal­ten, so­dass man bei­de Pflan­zen durch­aus als hoch­wer­ti­ge Mi­ne­ral­stoff-Lie­fe­ran­ten be­zeich­nen kann.

Kulinarische Verwendung:

Zwie­beln und Kno­blauch bil­den das aromatische Grund­ge­rüst un­zäh­li­ger Ge­rich­te – von der hei­mi­schen bis zur in­ter­na­tio­na­len Kü­che. Ob an­ge­schwitzt, ge­bra­ten, kon­fi­tiert oder roh – ihr Ge­schmack reicht von süß­lich-mild bis kräf­tig-wür­zig und sorgt stets für Tie­fe und Cha­rak­ter.

In der me­di­ter­ra­nen Kü­che sind sie un­ver­zicht­bar: in Pas­ta­saucen, Ri­sot­tos, Ge­mü­se­ra­gouts, Schmor­ge­rich­ten oder Fisch­zu­be­rei­tun­gen mit Oli­ven­öl und Kräu­tern. Auch in der asi­a­ti­schen, ori­en­ta­li­schen und kre­o­li­schen Kü­che sind sie fes­ter Be­stand­teil von Cur­rys, Dips, Würz­pas­ten und Su­ben.

Kno­blauch­öloder Zwie­bel­con­fit ver­lei­hen ve­ge­ta­ri­schen wie auch Fleisch­ge­rich­ten ei­nen fei­nen, tief­wür­zi­gen Ak­zent, wäh­rend ge­rös­te­ter oder ge­schmor­ter Kno­blauch ei­ne but­ter­wei­che Süße ent­fal­tet, die be­son­ders zu Lamm, Kalb, Pil­zen oder ge­rös­te­tem Ge­mü­se passt.

So wer­den Zwie­beln und Kno­blauch nicht nur zu Ge­schmacks­trä­gern ers­ter Gü­te, son­dern auch zu Sym­bo­len für Ge­nuss und Ge­sund­heit – ein Duo, das kei­ner Kü­che feh­len soll­te.

Hühnereier

– das unterschätzte Kraftpa­ket im Klein­for­mat

Hühnereier

Hühnereier be­sit­zen durch­schnitt­lich 7 g Pro­te­ine und da­mit ei­nen ho­hen Ge­halt an bio­lo­gisch wert­vol­len Subs­tan­zen. Bio­lo­gisch wert­voll des­halb, da die im Ei ent­hal­te­nen Pro­te­ine ei­nen ho­hen A­nteil an es­sen­ti­ell­en Ami­no­säuren mit ei­nem sehr gu­ten Gleich­ge­wicht auf­weis­en. Der Pro­te­in­ge­halt ei­nes Hüh­ner­eis wird des­halb als Re­fe­renz­wert an­ge­se­hen. Ein Ver­gleich mit an­de­ren Le­bens­mit­teln macht dies deut­lich: Zwei Hüh­ner­ei­er ent­hal­ten die­sel­be Men­ge an Pro­te­in­en wie bspw. 100 g Fisch oder 100 g Fleisch.

Der durchschnittliche Fettgehalt ist mit 7 g ge­nau so hoch wie der Pro­te­in­ge­halt. Es ist vor all­em im Ei­gelb und we­niger im Ei­weiß ent­halten. Bei den Fett­säu­ren im Ei handelt es sich zu zwei Dritteln um un­ge­sät­tig­te Fet­tsäuren.

Etwas in Verruf kam eine Zeit lang der Ver­zehr von Ei auf­grund sei­nes – mit ca. 180 mg – recht ho­hen Cho­les­te­rin­ge­halts, was man je­doch auf keinen Fall über­be­wer­ten soll­te, da solc­he Warnungen und Ein­stu­fun­gen meist ge­wissen Trends un­ter­lie­gen und sich so­mit auch wie­der än­dern kön­nen. Zu­dem be­sit­zen Hüh­ner­ei­er einen ho­hen Vitamin-A-, D- und E-An­teil und ent­hal­ten die Spu­ren­ele­men­te Ei­sen und Zink.

Kulinarische Verwendung:

Hühnereier lassen sich in der Kü­che au­ßer­or­dent­lich viel­sei­tig ein­set­zen und kön­nen so­wohl pur als auch in Kom­bi­na­tion mit an­de­ren Le­bens­mit­teln ge­nos­sen wer­den. Sie eig­nen sich zum Ko­chen, Bra­ten, Po­chieren oder Ba­cken, die­nen als Bin­de­mit­tel, Lo­cke­rungs­mit­tel und Ver­fei­ne­rung in Sau­cen, Auf­läufen und Tei­gen und er­gänzen zahl­rei­che Ge­rich­te auf ein­fa­che und ge­schmack­vol­le Wei­se.

Butter alias Gute Butter

– cremiger Genuss voller wert­voller Ome­ga-3-Fett­säu­ren

Butter alias Gute Butter

Nachdem Butter über Jahrzehnte hin­weg sys­te­ma­tisch schlecht­ge­re­det wur­de, oh­ne dies auf wis­sen­schaft­li­che Stu­dien zu stützen, ist sie zwi­schen­zeit­lich von ih­rem schlech­ten Ruf »frei­ge­spro­chen« wor­den – und das völ­lig zu Recht.

Butter besitzt ei­nen ho­hen An­teil an ge­sät­tig­ten Fett­säu­ren, die eb­en NICHT – wie lan­ge Zeit be­haup­tet – schlecht für un­se­ren Or­ga­nis­mus sind. Aber auch ein­fach und mehr­fach un­ge­sät­tig­te Fett­säu­ren sind in But­ter ent­hal­ten.

Gegenüber Olivenöl kann sie zu­dem noch mit ei­nem ech­ten Plus­ punk­ten: Ab­hän­gig von der Nah­rung, die Kü­he zu sich neh­men, be­sitzt But­ter die für den Men­schen zwin­gend er­for­der­li­chen Ome­ga-3-Fett­säu­ren EPA und DHA. Je mehr fri­sches Gras (Stich­wort: Frei­land­hal­tung!) ei­ne Kuh zu sich nimmt, des­to hö­her der Ome­ga-3-Anteil in der Milch und de­ren Pro­duk­ten.

Hier können sich z. B. der deut­sche Markt­führer Ker­ry­gold so­wie ei­ne Hand­voll wei­te­rer Her­stel­ler mit der Qua­lität ihrer But­ter und den da­rin ent­hal­te­nen ge­sun­den Fett­säu­ren ganz klar aus der Men­ge der But­ter­pro­du­zen­ten her­vor­he­ben.

Freilandhaltung vorausgesetzt (gem. Bio-Ver­ord­nung min­des­tens 120 Ta­ge im Jahr), ver­dient But­ter ih­ren Na­men »Gu­te But­ter«, den ihr be­reits un­se­re Groß­el­tern ge­ge­ben ha­ben, al­so völ­lig zu Recht.

Butterschmalz

Wie auch Claudia und Jürgen in ih­ren Re­zep­ten mit But­ter­schmalz schrei­ben, gibt es vie­le Na­men für »Braune Butter«, die vom Milcheiweiß befreite (geläuterte) Variante der Ba­sis­but­ter. Um den Be­griff »Ghee« wird seit ge­rau­mer Zeit ein Hy­pe ge­macht, da­bei han­delt es sich dabei um nichts an­de­res als eben brau­ne Butter.

Mit dem Begriff »Ghee« ist aller­dings auch eine Le­bens­phi­lo­so­phie ver­bun­den. Das hat auch die In­dus­trie er­kannt und so kommt es, dass man Ghee im Ver­kaufs­re­gal meist hö­her­prei­sig vor­fin­det als eben »ordinäres« But­ter­schmalz, das ja be­reits mehr als teu­er ge­nug ist.

Greifen Sie in diesem Fall al­so ru­hig zum But­ter­schmalz. Art­ge­rech­te Frei­land­hal­tung zur Er­zeu­gung des Roh­stoffs Butter vo­raus­ge­setzt, ist die­ser ei­ne eben­so gu­te und zu­dem preis­wer­tere Wahl.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oecotrophologe)