Kohlrouladen mit Hack­fleisch aus dem Slow Coo­ker

– Omas Krautwickel bzw. Kraut­wickerl mit Hack­fleisch, Wir­sing und Sauer­kraut

Kohlrouladen mit Hackfleisch aus dem Slow Cooker

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Kohlrouladen mit Hackfleisch aus dem Slow Coo­ker

»Omas Krautwickel« bzw. »Omas Krautwi­ckerl« ge­hören zu den gro­ßen Klas­sikern der deut­schen und öster­rei­chi­schen Küche. Auch in Nord­ita­lien und auf dem Bal­kan sind ge­füllte Kohl­blät­ter seit Lan­gem be­kannt. In der Balkan­küche kennt man sie bspw. als »Sarma«. Je nach Re­gion und Fa­milie unter­schei­den sich so­wohl die ver­wen­de­ten Kohl­arten als auch die Fül­lun­gen.

Sauerkraut-Cho­ri­za-Pa­pri­ka-Kom­bi­na­tion

Für unsere Variante verwenden wir Wirsing statt Weißkohl. Die zarten, gekräuselten Blätter lassen sich nach kurzem Blanchieren gut füllen und rollen. Als Grundlage für die Füllung dient Hack­fleisch, das wir mit einer herzhaften Kom­bination aus Sauer­kraut, grüner Paprika und fein geschnittener Chorizo ergänzen.

Gerade diese Kombination macht unsere Kohlrouladen zu einer etwas anderen Variante des Klassikers. Das Sauer­kraut bringt eine angenehme Säure mit, während Chorizo und Paprika für zusätzliche Würze sorgen. Die zuvor mit Piment und Wacholder aromatisierte Füllung lassen wir vor dem Wickeln etwas durchziehen, damit sich die Aromen verbinden können.

Auch bei der Zubereitung gehen wir einen etwas anderen Weg: Statt die Kohlrouladen im Backofen oder auf dem Herd zu schmoren, verwenden wir unseren Slow Cooker. Die Rouladen werden zuvor kräftig ange­braten und anschließend zusammen mit den geschmorten Zwiebeln und Gewürzen langsam gegart. So entsteht ein aromatischer Schmor­fond, aus dem wir anschließend eine kräftige Sauce zubereiten.

Dazu servieren wir einen bunten Möhren­mix und kleine Salz­kartoffeln, die nach dem Kochen noch kurz in Butter geschwenkt werden. Wer es klassischer oder etwas einfacher mag, kann die Beilagen natürlich auch durch Kartoffel­stampf, Reis oder Reis­nudeln wie »Kritharáki« ersetzen.

Gernekochen-Weintipp

Zu »Kohl­rou­la­den mit Hack­fleisch aus dem Slow Coo­ker« passt ein cha­rak­ter­vol­ler Char­don­nay aus Frank­reich. Ein­fach mal auf un­se­r Wein­tipp-Icon tip­pen und mehr er­fah­ren. Wir wün­schen wie stets ei­nen gu­ten Ap­pe­tit und: Wohl be­komm's!

Rezept:
Kohlrouladen mit Hack­fleisch

Zutaten für 4 Personen

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Einkaufszettel:

  • 1 Kopf Wirsingkohl oder Weißkohl
  • 500 g Hackfleisch (Rinderhack, Kalbshack oder am besten ge­mischt)
  • 3 weiße Zwiebeln
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 kräftiger Schuss Weißwein trocken (zum Ab­löschen)
  • 3 gestrichene TL Kokosblütenzucker
  • 1 Hühnerei Größe »M«
  • 1 TL deutscher Senf, mittel­scharf
  • 1 TL getrockneter Majoran
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 1 Bund Petersilie
  • 2 Lorbeerblätter
  • 250 g Sauerkraut (Abtropf­ge­wicht)
  • ½ Grüne Paprika
  • 120 g Chorizo in feinen Strei­fen
  • 1 kleiner Schuss Weißwein trocken für das Sauer­kraut
  • 3–4 Wacholderbeeren
  • 3 Pimentkörner

Des weiteren benötigt man:

  • Braune Butter
  • 1 EL Butter (für die Mehlschwitze)
  • 1 gehäufter EL Mehl
  • etwas Salz und
  • Pfeffer aus der Mühle
  • etwas gefrorene Mehlbutter

Für die Mehlbutter:

  • 2 EL Mehl
  • 2 EL Butter

gut mit­ein­an­der ver­men­gen und für 45 Min. ins Eis­fach stel­len.

Für die Beilage:

  • 400 g Möhren-Mix, Orange, Creme & Violett
  • 8 Kartoffeln festkochend, (z. B. »Belana« oder »Annabelle«)

Das benötigt man zusätzlich:

  • Slow Cooker bzw. Crock-Pot
    alternativ:
  • Bräter oder
  • Schmorpfanne
  • Küchengarn

Zubereitung:

1.1) Kräuter ab­brau­sen, tro­cken­schüt­teln und klein ha­cken. Zwie­beln pel­len. Ei­ne Zwie­bel für das Hack klein ha­­cken. Die bei­den An­de­ren in Spal­ten schnei­den und für den Slow Coo­ker bei­seite le­gen. Rest­­li­­che Zu­­ta­­ten für das Hack be­­reit­­stel­­len.

1.2) Zutaten für das Hack in eine Schüs­sel ge­ben, gut mit­ein­an­der ver­men­gen und zu­ge­deckt für 30 Min. in den Kühl­schrank stel­len.

2.1) Für die Sauerkraut-Fül­lung Pa­pri­ka ab­brau­sen und trock­nen. Kern­gehäuse ent­fer­nen und Pa­pri­ka in klei­ne Wür­fel schnei­den. Cho­ri­za zu­erst in Schei­ben und dann in fei­ne Strei­fen schnei­den. Rest­li­che Zu­taten be­reit­stel­len. (Für ei­ne schö­ne, fi­na­le Gar­ni­tur und sen­so­ri­schem »Biss«, ha­ben wir uns et­was Cho­ri­za-Pa­pri­ka-Mix bei­seite ge­legt.)

2.2) Sauerkraut kräf­tig aus­drü­cken und mit den an­de­ren Zu­ta­ten in ei­ne Schüs­sel ge­ben. Wein, Pi­ment­kör­ner und Wa­chol­der­bee­ren hin­zu­fü­gen. Al­les gut mit­ein­an­der ver­men­gen. Sau­er­kraut-Mix zu­ge­deckt für min­des­tens 30 Min. zum aro­ma­ti­sie­ren in den Kühl­schrank stel­len. Da­nach Ge­würz­kör­ner ent­fer­nen und evtl. noch vor­han­de­ne Flüs­sig­keit vor der Wei­ter­ver­ar­bei­tung der Kraut­fül­lung ab­gie­ßen.

3) Kohl­blät­ter vor­sich­tig vom Strunk lö­sen und 3 Min. in sie­den­dem Was­ser blan­chie­ren. Da­durch las­sen sich die Blät­ter rol­len und ver­lie­ren größ­ten­teils ih­re Bit­ter­stof­fe.

4.1) Den harten Stielansatz der Wir­sing­blät­ter mit ei­nem schar­fen Mes­ser ent­fer­nen. Da­bei die Klin­ge flach am di­cken Stiel­en­de an­set­zen und das Blatt als Klin­gen­auf­la­ge bzw. -füh­rung be­nut­zen.

4.2) Je nach Größe jeweils 2–3 Wir­sing­blät­ter pro Rou­la­de groß­zü­gig über­lap­pend ar­ran­gie­ren. Eine hand­voll Hack auf den Wir­sing­blät­tern zu ei­nem fla­chen Recht­eck for­men. Nun 2 EL Sauer­kraut als Fül­lung auf das Hack ge­ben und mit ei­ner zwei­ten La­ge Hack ver­schlie­ßen (Sand­­wich-Me­­tho­­de).

4.3) Um die Rouladen zu ver­schlie­ßen zu­erst die längs­sei­tig über­ste­hen­den Blatt­en­den nach in­nen über die Fül­lung klap­pen. Die bei­den an­deren Blatt­en­den zur Mit­te hin über­lap­pend ein­schla­gen und Rou­la­den zu ei­ner Rol­le for­men. Kohl­man­tel ab­schlie­ßend noch mit Kü­chen­garn fi­xie­ren.

5) Braune Butter in aus­rei­chend gro­ßer Brat­pfan­ne mit­tel­stark bis stark er­hit­zen. Kohl­rou­la­den von al­len Sei­ten kurz und kräf­tig an­bra­ten. (Beid­sei­tig mit zwei Holz­löf­feln gestützt, ge­lingt auch das An­bra­ten auf der schma­len Sei­te.)

6) Pfanne mittelstark bis stark er­hit­zen. Zwie­bel­spal­ten un­ter Wen­den kurz (10–15 Sek.) in Brau­ner But­ter an­bra­ten. To­ma­ten­mark hin­zu­fü­gen und eben­falls kurz an­rös­ten. Zu­cker da­rü­ber­streu­en und mit dem To­ma­ten­mark ka­ra­me­lli­sie­ren las­sen. Pfan­nen­in­halt mit Weiß­wein ab­lö­schen und auf­ko­chen las­sen.

7) Crock-Pot mit Kohl­rou­la­den und Zwie­bel­spal­ten be­fül­len. Lor­beer­blät­ter und Ge­wür­ze hin­zu­fü­gen, Slow Coo­ker mit Fond (knapp bedeckt) auf­gie­ßen. De­ckel auf­le­gen und das Schmor­ge­richt auf Ein­stel­lung »LOW« (ca. 80–85°) 2 Std. im Crock-Pot schmo­­ren las­sen. Wich­tig: Wäh­rend des Ga­rens den De­ckel stets auf­ge­legt las­sen!

8) Kurz vor Ende der Gar­zeit aus­rei­chend Schmor­­fond aus dem Crock-Pot ab­­schöp­­fen und durch ein fei­­nes Kü­chen­sieb in ei­nen Be­häl­ter fül­len. But­ter in ei­ner Kas­se­rol­le (Sau­cen­topf) auf mitt­le­re Tem­­pe­­ra­­tur er­hit­zen und Mehl kurz da­rin an­­schwit­­zen. Mit ei­nem Schuss Fond oder Weiß­wein ab­lö­schen. Nun mit dem Schnee­­be­­sen so lan­­ge rüh­ren, bis ei­ne schö­­ne sä­­mi­ge Mehl­­schwit­­ze ent­­stan­­den ist. Por­tions­wei­se wei­ter Fond zu­gie­ßen und un­ter ge­­le­­gent­­li­­chem Um­­rüh­ren ein­­re­­du­­zie­­ren las­­sen. Soll­­te die ge­­­­wün­sch­­­te Kon­­sis­­tenz noch nicht er­­reicht sein, kann man die Sau­­ce durch bröck­­chen­­wei­­ses Ei­n­rüh­­ren von ge­­fro­­re­­ner Mehl­­but­­ter wei­­ter bin­­den. Tipp: Für ei­nen ge­schmack­li­chen Kick kann man der Sau­ce noch die Zwie­bel­spal­ten aus dem Slow Coo­ker hin­zu­fü­gen.

9)  Kartoffeln waschen und mit dem Küm­mel ca. 20–25 Min. in Salz­was­ser ga­ren. Erd­äp­fel kurz aus­damp­fen las­sen und noch heiß pel­len. Grum­bee­ren da­nach mit je 1 Scheibe Früh­stücks­speck ein­wi­ckeln.

10) Brat­pfan­ne mit But­ter mit­tel­stark er­hit­zen. Grund­bir­nen kurz in der But­ter schwen­ken, bis der Ba­con Far­be be­kom­men hat. De­ckel auf­le­gen und Kar­tof­feln bis zum Ser­vie­ren auf klei­ner Tem­pe­ra­tur warm­hal­ten.

11) Karot­ten put­zen, schä­len und der Län­ge nach hal­bie­ren. Be­schich­te­te Brat­pfan­ne mit­tel­stark erhitzen. Möhren in Oli­ven­öl und Butterschmalz unter ge­le­gent­li­chem Wen­den ca 15–20 Min. bra­ten.

Nährwert- & Ge­sund­heits­ana­ly­se

von Dipl. Ernährungs­wissen­schaftler Michael Pagelsdorf

Rindfleisch

– kräftig im Aroma, stark an Vitamin B12

Rindfleisch

Neben hochwerti­gem Ei­weiß ent­hält Rind- wie auch Lamm­fleisch die le­bens­wich­ti­gen Vi­ta­mi­ne B2, B6 und B12 so­wie wich­ti­ge Mi­ne­ral­stof­fe wie Ei­sen, Zink und Se­len. Vi­ta­min B1 ist eben­falls vor­han­den, je­doch in ge­rin­ge­ren Men­gen als bei­spiels­wei­se in Schwei­ne­fleisch.

Besonders Eisen und Vi­ta­min B12 spie­len ei­ne zen­tra­le Rol­le bei der Bil­dung ro­ter Blut­kör­per­chen. Vi­ta­min B12 kann in re­le­van­ten Men­gen fast nur üb­er tie­ri­sche Pro­duk­te auf­ge­nom­men wer­den.

Eisen ist nicht allein für die Blut­bil­dung, son­dern auch für den Mus­kel­auf­bau re­le­vant, da es ei­ne Schlüs­sel­rol­le beim Sau­er­stoff­trans­port zu den Mus­kel­zel­len spielt. Ei­ne aus­rei­chen­de Sau­er­stoff­ver­sor­gung ist für un­se­re Mus­keln die Vo­raus­set­zung für Leis­tung, Re­ge­ne­ra­tion und Wachs­tum.

Daher lässt sich feststellen, dass eine rein ve­gane Er­nährung oh­ne Sup­ple­mente nicht als voll­stän­dig aus­ge­wo­gen be­trach­tet wer­den kann. Be­reits 150 g Lamm- oder Rin­der­filet kön­nen den Ta­ges­be­darf eines Er­wach­se­nen an Vi­ta­min B12 de­cken und leis­ten zu­gleich ei­nen wert­vol­len Bei­trag zur Ei­sen­ver­sor­gung.

Kulinarische Verwendung:

Rindfleisch zählt zu den viel­sei­tigs­ten Fleisch­sor­ten über­haupt und ist aus der in­ter­na­tio­na­len Kü­che nicht weg­zu­den­ken. Je nach Teil­stück lässt es sich bra­ten, schmo­ren, gril­len oder roh ge­nie­ßen – et­wa als fei­nes Carpac­cio oder wür­zi­ges Ta­tar.

Zu den be­son­ders ed­len Cuts ge­hö­ren Filet, Ent­re­côte und Hüft­steak, die durch ihre zar­te Kon­sis­tenz und den kräf­ti­gen, aro­ma­ti­schen Ge­schmack über­zeu­gen. Für Schmor­ge­rich­te eig­nen sich hin­ge­gen Schul­ter, Wade oder Brust, die durch lang­sa­mes Garen in Wein, Brühe oder Ge­mü­se­sud be­son­ders saf­tig wer­den.

Auch in der mo­der­nen, leich­ten Küche spielt Rind­fleisch ei­ne wich­ti­ge Rol­le – et­wa in Form von kurz­ge­bra­te­nen Asia-Wok-Ge­rich­ten oder als pro­te­in­rei­ches Steak mit fri­schen Bei­la­gen.
So steht Rind­fleisch für in­ten­si­ven, ei­weiß­rei­chen Ge­nuss und kraft­vol­le Aro­men, die sich na­he­zu je­der Koch­kul­tur an­pas­sen las­sen.

Kalbfleisch

– mild im Ge­schmack, wert­voll für die Er­näh­rung

Kalbfleisch

Neben hochwertigem Eiweiß enthält Kalb­fleisch die le­bens­wich­ti­gen Vi­ta­mi­ne B2, B6 und B12 so­wie wich­ti­ge Mi­ne­ral­stof­fe wie Zink und Se­len. Vi­ta­min B1 ist eben­falls vor­han­den, je­doch in ge­rin­ge­ren Men­gen als bei­spiels­wei­se in Schwei­ne­fleisch.

Im Vergleich zu Rind- oder Lamm­fleisch ist der Ei­sen­ge­halt von Kalb­fleisch et­was nied­rig­er, den­noch leis­tet es ei­nen wert­vol­len Bei­trag zur Ver­sor­gung mit diesem Spu­ren­ele­ment. Be­son­ders Ei­sen und Vi­ta­min B12 spie­len ei­ne zen­tra­le Rol­le bei der Bil­dung ro­ter Blut­kör­per­chen. Vi­ta­min B12 kann in re­le­van­ten Men­gen fast nur über tie­ri­sche Pro­duk­te auf­ge­nom­men wer­den.

Daher lässt sich fest­stel­len, dass ei­ne rein ve­ga­ne Er­näh­rung oh­ne Sup­ple­mente nicht als voll­stän­dig aus­ge­wo­gen be­trach­tet wer­den kann. Be­reits 150 g Kalbs­filet kön­nen den Ta­ges­be­darf ei­nes Er­wach­se­nen an Vi­ta­min B12 de­cken und gleich­zei­tig zur Mi­ne­ral­stoff­ver­sor­gung bei­tra­gen.

Kulinarische Verwendung:

Kalb­fleisch zeich­net sich durch sei­ne zar­te Tex­tur und den fei­nen, mil­den Ge­schmack aus – ei­ne Ei­gen­schaft, die es in der ge­ho­be­nen Kü­che be­son­ders be­liebt macht. Es eig­net sich her­vor­ra­gend zum Bra­ten, Dünsten oder Schmo­ren, aber auch für fei­ne Ragouts und Schnit­zel. Zu den klas­si­schen Zu­be­rei­tun­gen zäh­len das Wiener Schnitzel, das Kalbs­rahm­ge­schnet­zel­te oder ein zart ge­schmor­tes Kalbs­haxn-Gericht. Auch Kalbs­rücken oder Filet las­sen sich kurz an­bra­ten und mit kräf­ti­gen Kräu­tern wie Sal­bei, Thy­mi­an oder Ros­ma­rin ver­fei­nern.

Dank sei­ner fei­nen Struk­tur har­mo­niert Kalb­fleisch be­son­ders gut mit cre­mi­gen Sau­cen, leich­ten Ge­mü­se­bei­la­gen oder Kar­tof­fel­pü­ree – ein leich­ter und ele­gan­ter Ge­nuss, der auch in mo­der­nen, ge­sund­heits­be­wuss­ten Kü­chen sei­nen fes­ten Platz hat.

Wirsing

– vitalstoffrei­cher und herz­haf­ter Ge­nuss mit mil­der Wür­ze

Wirsing

Wirsing oder Wirsingkohl, re­gio­nal auch un­ter Welsch­kohl, Wir­sching oder Scha­vur be­kannt, ist ei­n Ge­mü­se­kohl und ge­hört zur Gat­tung der Kreuz­blüt­ler. Ge­gen­über den eben­falls be­lieb­ten Weiß- oder Spitz­kohl­va­rian­ten be­sitzt er ge­kräu­sel­te Blät­ter, die ins­be­son­de­re Ein­töp­fen und Sup­pen ei­nen herz­haf­ten Ge­schmack ver­lei­hen.

Wirsingkohl verfügt über zahl­rei­che wert­vol­le In­halts­stof­fe, die unserem Or­ga­nis­mus da­bei helfen, ge­sund zu blei­ben.

So verfügt der kalorien- und fett­ar­me Kohl über ei­nen be­son­ders ho­hen An­teil an Fol­säu­re. Das Vi­ta­min hat ei­ne po­si­ti­ve Wir­kung auf Wachs­tum und Zell­tei­lung, bringt al­so un­se­ren Or­ga­nis­mus in Schwung. Auch Vi­ta­min C ist reich­lich in Wir­sing ent­hal­ten. Vi­ta­min C wirkt an­ti­oxi­dan­tisch und schützt un­se­ren Or­ga­nis­mus da­durch vor Zell­schä­den. Vor al­lem aber ist Vi­ta­min C be­kannt für die Stär­kung un­se­res Im­mun­sys­tems. In ge­rin­ge­rem Ma­ße fin­det sich auch das Vi­ta­min B6 in dem Ge­mü­se, wel­ches ei­ne po­si­ti­ve Wir­kung auf un­se­ren Stoff­wech­sel und un­ser Ner­ven­sys­tem be­sitzt.

An Mineralstoffen sind Ka­li­um so­wie in klei­ne­ren Men­gen Mag­ne­si­um und Cal­ci­um in Wir­sing ent­hal­ten. Cal­ci­um ist ein wich­ti­ger Bau­stein für die Ge­sund­er­hal­tung von Kno­chen und Zähnen. Mag­ne­si­um ist wie kaum ein an­de­rer Mi­ne­ral­stoff ein es­sen­ti­el­ler Bau­stein zum Er­halt le­bens­wich­ti­ger Kör­per­funk­tio­nen wie der Herz­tä­tig­keit. Zu­dem trägt Mag­ne­si­um in ho­hem Ma­ße zum Er­halt un­serer Ner­ven- und Mus­kel­zel­len sowie von Knochen und Zähnen bei, um nur ein paar sei­ner po­si­ti­ven Ei­gen­schaf­ten zu nen­nen.

Kulinarische Verwendung:

Kulinarisch ist Wirsing au­ßer­or­dent­lich viel­sei­tig ein­setz­bar. Kurz blan­chiert eig­net er sich her­vor­ra­gend für Kohl­rou­la­den oder als zart ge­gar­te Bei­la­ge. Fein ge­schnit­ten ver­leiht er Pfan­nen­ge­rich­ten und Pas­ta ei­ne mil­de, leicht nuss­ar­ti­ge No­te, wäh­rend er in klas­si­schen Ein­töp­fen und Auf­läu­fen sei­ne herz­haf­te Tie­fe ent­fal­tet. Auch als Wir­sing­ge­mü­se mit ei­ner leich­ten Rahm­no­te steht er für ei­nen aro­ma­ti­schen, gut ver­träg­li­chen und ge­sun­den Ge­nuss mit tra­di­tio­nel­ler Bo­den­stän­dig­keit.

Karotten alias Möhren

– vielseitiger Genuss, voll gesun­der Nähr­stoff­po­wer

Karotten alias Möhren

Die in Deutsch­land sehr be­lieb­ten und in der Kü­che viel­sei­tig ver­wend­ba­ren Möh­ren bzw. Mohr­rü­ben ge­hö­ren zu den Dol­den­blü­ten­ge­wäch­sen. Sie sind reich an Mi­ne­ral­stof­fen und Spu­ren­ele­men­ten wie Ka­li­um, Phos­phor, Cal­ci­um, Mag­ne­si­um und Zink so­wie reich an Ca­ro­tin, welches in den Möh­­ren in Form von Alpha- wie auch Be­ta-Ca­ro­tin (Pro­vi­ta­min A, ei­ner Vor­stu­fe von Vi­ta­min A) vor­kommt. Vitamin A un­ter­stützt un­se­re Seh­fä­hig­keit, be­son­ders bei Nacht, und wirkt sich po­s­i­tiv auf un­ser Im­mun­sys­tem wie auch un­ser Zell­wachs­tum aus.

Carotin (und auch einige Vita­mi­ne) kann am bes­ten vom Kör­per re­sor­biert wer­den, wenn man es zu­sam­men mit Fett in Form von Öl oder But­ter isst.

Kulinarische Verwendung:

Karotten eignen sich her­vor­ra­gend für sü­ße wie her­zhaf­te Ge­rich­te – ob als cre­mi­ge Sup­pe, ge­schmor­te Bei­la­ge, fri­scher Sa­lat oder saf­ti­ger Ku­chen. Ihr zar­tes, süß­li­ches Aro­ma ent­fal­tet sich be­son­ders gut in Kom­bi­na­ti­on mit et­was Öl oder But­ter und sorgt da­mit für na­tür­li­chen, ge­sun­den Ge­nuss.

Kartoffeln alias Erd­äp­fel

– natürliche Energie, die schmeckt

Kartoffeln

Kartoffeln, in bestimm­ten Re­gio­nen Deutsch­lands so­wie ei­ni­gen Nach­bar­län­dern auch als »Erd­äp­fel« oder »Grund­bir­nen« bzw. »Grum­bee­ren« (Pfalz)) und wei­te­ren Re­gio­nal­na­men be­kannt, ge­hö­ren wie auch To­ma­ten und Pap­ri­ka zur Fa­mi­lie der Nacht­schat­ten­ge­wäch­se.

Gemäß statistischen Umfragen ist die Knol­len­frucht nach wie vor der Deut­schen liebs­te Bei­la­ge und das ist auch gar nicht schlecht.

Kartoffeln sind vi­ta­min- und mi­ne­ral­stoff­reich und da­bei noch ka­lo­ri­en­arm. Vor al­lem das Vi­ta­min-C ist in nen­nens­wer­ten Men­gen in der Nutz­pflan­ze ent­hal­ten. Des wei­te­ren be­sit­zen die Knollen ei­nen ho­hen Ei­weiß­an­teil, der in Kom­bi­na­tion mit den in un­se­rem Re­zept ver­wen­de­ten Ei­ern sehr gut von un­se­rem Or­ga­nis­mus re­sor­biert und in kör­per­ei­ge­nes Ei­weiß trans­for­miert werden kann.

Gekochte Kartoffeln wir­ken sich al­ler­dings stark auf den Blut­zu­cker aus, da die Stär­ke durch den Koch­vor­gang als na­he­zu rei­ne Glu­co­se im Dünn­darm auf­ge­nom­men wird.

Lässt man die Kartof­fel nach dem Koch­vor­gang er­kal­ten und ver­ar­bei­tet sie dann erst wei­ter, bil­det sich ei­ne »Re­sis­ten­te Stär­ke«, die sich we­sent­lich güns­ti­ger auf den Blut­zu­cker­spie­gel aus­wirkt. So wer­den z. B. Brat­kar­tof­feln klas­si­scher­wei­se aus ER­KALTE­TEN Kar­toffeln her­ge­stellt.

Kulinarische Verwendung:

Kartoffeln sind aus der Küche kaum weg­zu­den­ken – ob als cre­mi­ges Pü­ree, knusp­ri­ge Brat­kar­tof­feln, herz­haf­te Gra­tins oder fei­ne Sup­pen. Sie las­sen sich in un­zäh­li­gen Va­ria­tio­nen zu­be­rei­ten und pas­sen zu na­he­zu je­dem Ge­richt. Ihr zar­ter, neu­tra­ler Ge­schmack macht sie zu ei­nem idea­len Ba­sis­le­bens­mit­tel für leich­ten und ge­sun­den Ge­nuss.

Rohes Sauerkraut

– die ver­dau­ungsför­dern­de Vitamin-C-Bom­be

Rohes Sauerkraut

Nicht nur in Deutschland, son­dern be­reits im an­ti­ken Grie­chen­land und Un­garn war Sau­er­kraut be­kannt und be­liebt. Das hat sich bis heute – ins­be­son­de­re auch in den ost­euro­pä­ischen Bal­kan­län­dern – nicht ge­än­dert. So er­lebt das Ge­mü­se im­mer noch und im­mer wie­der die wun­der­bare »Meta­mor­phose« vom or­di­nä­ren Weiß­kohl zum fei­nen Sau­er­kraut.

Sauerkraut wird meist aus Weiß­kohl, sel­tener aus Spitzkohl, her­ge­stellt. Damit aus dem Kohl le­ckeres Sauer­kraut wird, schnei­det man ihn zu­erst in feine Strei­fen und zer­stampft und presst ihn an­schlie­ßend kräf­tig.

Dem dabei austreten­den Saft wird Salz zu­ge­setzt, wel­ches die­sen bei der Kon­ser­vier­ung des Krauts un­ter­stützt und ihm noch wei­ter Flüs­sig­keit ent­zieht. Milch­säu­re­bak­te­rien sind für die nun ein­set­zen­de Gä­rung und auch für den säu­er­lich­en Ge­schmack des zu­künf­ti­gen Sau­er­krauts ver­ant­wort­lich. Der Gär­vor­gang dau­ert meh­re­re Wo­chen, in de­nen der Kohl immer wie­der er­neut ge­stampft und ge­presst wird, bis er sei­ne Markt­rei­fe er­reicht hat.

Rohes Sauerkraut – die ver­dau­ungs­för­dern­de Vi­ta­min C-Bom­be

Der hohe Vitamin C-Anteil macht Sau­er­kraut so ge­sund, denn wie je­der weiß, un­ter­stützt Vitamin C un­se­ren Or­ga­nis­mus bei der Ab­wehr von Er­käl­tungs­krank­hei­ten, und da Sau­er­kraut so gut wie gar kein Fett ent­hält, ist es auch für fi­gur­be­wuss­te Ge­nie­ßer ein ech­ter Tipp auf dem Spei­se­zet­tel. Zudem ist es reich an Bal­last­stof­fen, die im Zusammenspiel mit der na­tür­lichen, in Sau­er­kraut ent­hal­te­nen Milch­säu­re ei­ne ver­dau­ungs­för­dern­de Wir­kung auf un­se­ren Stoff­wech­sel ha­ben. Die Milch­säu­re­bak­te­rien wie­de­rum sor­gen für ei­ne gu­te Darm­flo­ra (Mi­kro­biom), eine wich­ti­ge Vo­raus­set­zung für ein star­kes Im­mun­sys­tem.

Wie bei allen Gemüs­en gilt na­tür­lich auch bei Sau­er­kraut: Je mehr ich das Kraut er­hit­ze, des­to we­ni­ger kann ich von den vor­han­de­nen Vi­ta­mi­nen und – im Fal­le des Sau­er­krauts – Milch­säu­re­bak­te­rien pro­fi­tie­ren. Ich ha­be al­ler­dings schon als Kind ger­ne mal ro­hes Sau­er­kraut vom Metz­ger roh aus der Hand ge­ges­sen und das hat sich bis heu­te nicht ge­än­dert.

Zwiebeln und Knoblauch

– natürliches Powerduo für Gesund­heit und Ge­schmack

Zwiebeln und Knoblauch

Beide sind ein na­tür­li­ches Anti­bio­ti­kum und be­kämp­fen wirk­sam schäd­li­che Pil­ze und krank­heits­er­re­gen­de Mi­kro­or­ga­nis­men. Die Zwie­bel ist eng mit dem Kno­blauch ver­wandt und be­sitzt ge­gen­über die­sem ei­ne mil­de­re Wir­kung. Die Kom­bi­na­tion der bei­den bringt ein star­kes Duo her­vor.

Bei­de ent­hal­ten wert­vol­le An­ti­oxi­dan­tien, die als Fän­ger »freier Ra­di­ka­ler« un­se­ren Or­ga­nis­mus da­bei hel­fen, ge­sund zu blei­ben.

Die zur Gat­tung der Li­li­en­ge­wäch­se ge­hö­ren­den Pflan­zen ver­fü­gen zu­dem über ei­nen ho­hen Vi­ta­min- und Mi­ne­ral­stoff­ge­halt, von dem wir eben­falls ge­sund­heit­lich pro­fi­tie­ren.

Ent­hal­ten sind die Vi­ta­mi­ne B1, B2 und B6 so­wie die Vi­ta­mi­ne C und E. Au­ßer den Mi­ne­ral­stof­fen Salz, Ei­sen, Zink und Mag­ne­si­um sind noch ei­ne gan­ze Rei­he wei­te­rer Mi­ne­ral­stof­fe in Zwie­beln und Kno­blauch ent­hal­ten, so­dass man bei­de Pflan­zen durch­aus als hoch­wer­ti­ge Mi­ne­ral­stoff-Lie­fe­ran­ten be­zeich­nen kann.

Kulinarische Verwendung:

Zwie­beln und Kno­blauch bil­den das aromatische Grund­ge­rüst un­zäh­li­ger Ge­rich­te – von der hei­mi­schen bis zur in­ter­na­tio­na­len Kü­che. Ob an­ge­schwitzt, ge­bra­ten, kon­fi­tiert oder roh – ihr Ge­schmack reicht von süß­lich-mild bis kräf­tig-wür­zig und sorgt stets für Tie­fe und Cha­rak­ter.

In der me­di­ter­ra­nen Kü­che sind sie un­ver­zicht­bar: in Pas­ta­saucen, Ri­sot­tos, Ge­mü­se­ra­gouts, Schmor­ge­rich­ten oder Fisch­zu­be­rei­tun­gen mit Oli­ven­öl und Kräu­tern. Auch in der asi­a­ti­schen, ori­en­ta­li­schen und kre­o­li­schen Kü­che sind sie fes­ter Be­stand­teil von Cur­rys, Dips, Würz­pas­ten und Su­ben.

Kno­blauch­öl oder Zwie­bel­con­fit ver­lei­hen ve­ge­ta­ri­schen wie auch Fleisch­ge­rich­ten ei­nen fei­nen, tief­wür­zi­gen Ak­zent, wäh­rend ge­rös­te­ter oder ge­schmor­ter Kno­blauch ei­ne but­ter­wei­che Süße ent­fal­tet, die be­son­ders zu Lamm, Kalb, Pil­zen oder ge­rös­te­tem Ge­mü­se passt.

So wer­den Zwie­beln und Kno­blauch nicht nur zu Ge­schmacks­trä­gern ers­ter Gü­te, son­dern auch zu Sym­bo­len für Ge­nuss und Ge­sund­heit – ein Duo, das kei­ner Kü­che feh­len soll­te.

Butter alias Gute Butter

– cremiger Genuss voller wert­voller Ome­ga-3-Fett­säu­ren

Butter alias Gute Butter

Nachdem Butter über Jahrzehnte hin­weg sys­te­ma­tisch schlecht­ge­re­det wur­de, oh­ne dies auf wis­sen­schaft­li­che Stu­dien zu stützen, ist sie zwi­schen­zeit­lich von ih­rem schlech­ten Ruf »frei­ge­spro­chen« wor­den – und das völ­lig zu Recht.

Butter besitzt ei­nen ho­hen An­teil an ge­sät­tig­ten Fett­säu­ren, die eb­en NICHT – wie lan­ge Zeit be­haup­tet – schlecht für un­se­ren Or­ga­nis­mus sind. Aber auch ein­fach und mehr­fach un­ge­sät­tig­te Fett­säu­ren sind in But­ter ent­hal­ten.

Gegenüber Olivenöl kann sie zu­dem noch mit ei­nem ech­ten Plus­ punk­ten: Ab­hän­gig von der Nah­rung, die Kü­he zu sich neh­men, be­sitzt But­ter die für den Men­schen zwin­gend er­for­der­li­chen Ome­ga-3-Fett­säu­ren EPA und DHA. Je mehr fri­sches Gras (Stich­wort: Frei­land­hal­tung!) ei­ne Kuh zu sich nimmt, des­to hö­her der Ome­ga-3-Anteil in der Milch und de­ren Pro­duk­ten.

Hier können sich z. B. der deut­sche Markt­führer Ker­ry­gold so­wie ei­ne Hand­voll wei­te­rer Her­stel­ler mit der Qua­lität ihrer But­ter und den da­rin ent­hal­te­nen ge­sun­den Fett­säu­ren ganz klar aus der Men­ge der But­ter­pro­du­zen­ten her­vor­he­ben.

Freilandhaltung vorausgesetzt (gem. Bio-Ver­ord­nung min­des­tens 120 Ta­ge im Jahr), ver­dient But­ter ih­ren Na­men »Gu­te But­ter«, den ihr be­reits un­se­re Groß­el­tern ge­ge­ben ha­ben, al­so völ­lig zu Recht.

Butterschmalz

Wie auch Claudia und Jürgen in ih­ren Re­zep­ten mit But­ter­schmalz schrei­ben, gibt es vie­le Na­men für »Braune Butter«, die vom Milcheiweiß befreite (geläuterte) Variante der Ba­sis­but­ter. Um den Be­griff »Ghee« wird seit ge­rau­mer Zeit ein Hy­pe ge­macht, da­bei han­delt es sich dabei um nichts an­de­res als eben brau­ne Butter.

Mit dem Begriff »Ghee« ist aller­dings auch eine Le­bens­phi­lo­so­phie ver­bun­den. Das hat auch die In­dus­trie er­kannt und so kommt es, dass man Ghee im Ver­kaufs­re­gal meist hö­her­prei­sig vor­fin­det als eben »ordinäres« But­ter­schmalz, das ja be­reits mehr als teu­er ge­nug ist.

Greifen Sie in diesem Fall al­so ru­hig zum But­ter­schmalz. Art­ge­rech­te Frei­land­hal­tung zur Er­zeu­gung des Roh­stoffs Butter vo­raus­ge­setzt, ist die­ser ei­ne eben­so gu­te und zu­dem preis­wer­tere Wahl.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oecotrophologe)

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