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Kohlrouladen mit Hackfleisch aus dem Slow Cooker
– Omas Krautwickel bzw. Krautwickerl mit Hackfleisch, Wirsing und Sauerkraut
Kohlrouladen mit Hackfleisch aus dem Slow Cooker
»Omas Krautwickel« bzw. »Omas Krautwickerl« gehören zu den großen Klassikern der deutschen und österreichischen Küche. Auch in Norditalien und auf dem Balkan sind gefüllte Kohlblätter seit Langem bekannt. In der Balkanküche kennt man sie bspw. als »Sarma«. Je nach Region und Familie unterscheiden sich sowohl die verwendeten Kohlarten als auch die Füllungen.
Sauerkraut-Choriza-Paprika-Kombination
Für unsere Variante verwenden wir Wirsing statt Weißkohl. Die zarten, gekräuselten Blätter lassen sich nach kurzem Blanchieren gut füllen und rollen. Als Grundlage für die Füllung dient Hackfleisch, das wir mit einer herzhaften Kombination aus Sauerkraut, grüner Paprika und fein geschnittener Chorizo ergänzen.
Gerade diese Kombination macht unsere Kohlrouladen zu einer etwas anderen Variante des Klassikers. Das Sauerkraut bringt eine angenehme Säure mit, während Chorizo und Paprika für zusätzliche Würze sorgen. Die zuvor mit Piment und Wacholder aromatisierte Füllung lassen wir vor dem Wickeln etwas durchziehen, damit sich die Aromen verbinden können.
Auch bei der Zubereitung gehen wir einen etwas anderen Weg: Statt die Kohlrouladen im Backofen oder auf dem Herd zu schmoren, verwenden wir unseren Slow Cooker. Die Rouladen werden zuvor kräftig angebraten und anschließend zusammen mit den geschmorten Zwiebeln und Gewürzen langsam gegart. So entsteht ein aromatischer Schmorfond, aus dem wir anschließend eine kräftige Sauce zubereiten.
Dazu servieren wir einen bunten Möhrenmix und kleine Salzkartoffeln, die nach dem Kochen noch kurz in Butter geschwenkt werden. Wer es klassischer oder etwas einfacher mag, kann die Beilagen natürlich auch durch Kartoffelstampf, Reis oder Reisnudeln wie »Kritharáki« ersetzen.
Zu »Kohlrouladen mit Hackfleisch aus dem Slow Cooker« passt ein charaktervoller Chardonnay aus Frankreich. Einfach mal auf unser Weintipp-Icon tippen und mehr erfahren. Wir wünschen wie stets einen guten Appetit und: Wohl bekomm's!
Rezept:
Kohlrouladen mit Hackfleisch
Zutaten für 4 Personen
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Einkaufszettel:
- 1 Kopf Wirsingkohl oder Weißkohl
- 500 g Hackfleisch (Rinderhack, Kalbshack oder am besten gemischt)
- 3 weiße Zwiebeln
- 2 EL Tomatenmark
- 1 kräftiger Schuss Weißwein trocken (zum Ablöschen)
- 3 gestrichene TL Kokosblütenzucker
- 1 Hühnerei Größe »M«
- 1 TL deutscher Senf, mittelscharf
- 1 TL getrockneter Majoran
- 1 Bund Schnittlauch
- 1 Bund Petersilie
- 2 Lorbeerblätter
- 250 g Sauerkraut (Abtropfgewicht)
- ½ Grüne Paprika
- 120 g Chorizo in feinen Streifen
- 1 kleiner Schuss Weißwein trocken für das Sauerkraut
- 3–4 Wacholderbeeren
- 3 Pimentkörner
Des weiteren benötigt man:
- Braune Butter
- 1 EL Butter (für die Mehlschwitze)
- 1 gehäufter EL Mehl
- etwas Salz und
- Pfeffer aus der Mühle
- etwas gefrorene Mehlbutter
Für die Mehlbutter:
- 2 EL Mehl
- 2 EL Butter
gut miteinander vermengen und für 45 Min. ins Eisfach stellen.
Für die Beilage:
- 400 g Möhren-Mix, Orange, Creme & Violett
- 8 Kartoffeln festkochend, (z. B. »Belana« oder »Annabelle«)
Das benötigt man zusätzlich:
-
Slow Cooker bzw. Crock-Pot
alternativ: - Bräter oder
- Schmorpfanne
- Küchengarn
Zubereitung:
1.1) Kräuter abbrausen, trockenschütteln und klein hacken. Zwiebeln pellen. Eine Zwiebel für das Hack klein hacken. Die beiden Anderen in Spalten schneiden und für den Slow Cooker beiseite legen. Restliche Zutaten für das Hack bereitstellen.
1.2) Zutaten für das Hack in eine Schüssel geben, gut miteinander vermengen und zugedeckt für 30 Min. in den Kühlschrank stellen.
2.1) Für die Sauerkraut-Füllung Paprika abbrausen und trocknen. Kerngehäuse entfernen und Paprika in kleine Würfel schneiden. Choriza zuerst in Scheiben und dann in feine Streifen schneiden. Restliche Zutaten bereitstellen. (Für eine schöne, finale Garnitur und sensorischem »Biss«, haben wir uns etwas Choriza-Paprika-Mix beiseite gelegt.)
2.2) Sauerkraut kräftig ausdrücken und mit den anderen Zutaten in eine Schüssel geben. Wein, Pimentkörner und Wacholderbeeren hinzufügen. Alles gut miteinander vermengen. Sauerkraut-Mix zugedeckt für mindestens 30 Min. zum aromatisieren in den Kühlschrank stellen. Danach Gewürzkörner entfernen und evtl. noch vorhandene Flüssigkeit vor der Weiterverarbeitung der Krautfüllung abgießen.
3) Kohlblätter vorsichtig vom Strunk lösen und 3 Min. in siedendem Wasser blanchieren. Dadurch lassen sich die Blätter rollen und verlieren größtenteils ihre Bitterstoffe.
4.1) Den harten Stielansatz der Wirsingblätter mit einem scharfen Messer entfernen. Dabei die Klinge flach am dicken Stielende ansetzen und das Blatt als Klingenauflage bzw. -führung benutzen.
4.2) Je nach Größe jeweils 2–3 Wirsingblätter pro Roulade großzügig überlappend arrangieren. Eine handvoll Hack auf den Wirsingblättern zu einem flachen Rechteck formen. Nun 2 EL Sauerkraut als Füllung auf das Hack geben und mit einer zweiten Lage Hack verschließen (Sandwich-Methode).
4.3) Um die Rouladen zu verschließen zuerst die längsseitig überstehenden Blattenden nach innen über die Füllung klappen. Die beiden anderen Blattenden zur Mitte hin überlappend einschlagen und Rouladen zu einer Rolle formen. Kohlmantel abschließend noch mit Küchengarn fixieren.
5) Braune Butter in ausreichend großer Bratpfanne mittelstark bis stark erhitzen. Kohlrouladen von allen Seiten kurz und kräftig anbraten. (Beidseitig mit zwei Holzlöffeln gestützt, gelingt auch das Anbraten auf der schmalen Seite.)
6) Pfanne mittelstark bis stark erhitzen. Zwiebelspalten unter Wenden kurz (10–15 Sek.) in Brauner Butter anbraten. Tomatenmark hinzufügen und ebenfalls kurz anrösten. Zucker darüberstreuen und mit dem Tomatenmark karamellisieren lassen. Pfanneninhalt mit Weißwein ablöschen und aufkochen lassen.
7) Crock-Pot mit Kohlrouladen und Zwiebelspalten befüllen. Lorbeerblätter und Gewürze hinzufügen, Slow Cooker mit Fond (knapp bedeckt) aufgießen. Deckel auflegen und das Schmorgericht auf Einstellung »LOW« (ca. 80–85°) 2 Std. im Crock-Pot schmoren lassen. Wichtig: Während des Garens den Deckel stets aufgelegt lassen!
8) Kurz vor Ende der Garzeit ausreichend Schmorfond aus dem Crock-Pot abschöpfen und durch ein feines Küchensieb in einen Behälter füllen. Butter in einer Kasserolle (Saucentopf) auf mittlere Temperatur erhitzen und Mehl kurz darin anschwitzen. Mit einem Schuss Fond oder Weißwein ablöschen. Nun mit dem Schneebesen so lange rühren, bis eine schöne sämige Mehlschwitze entstanden ist. Portionsweise weiter Fond zugießen und unter gelegentlichem Umrühren einreduzieren lassen. Sollte die gewünschte Konsistenz noch nicht erreicht sein, kann man die Sauce durch bröckchenweises Einrühren von gefrorener Mehlbutter weiter binden. Tipp: Für einen geschmacklichen Kick kann man der Sauce noch die Zwiebelspalten aus dem Slow Cooker hinzufügen.
9) Kartoffeln waschen und mit dem Kümmel ca. 20–25 Min. in Salzwasser garen. Erdäpfel kurz ausdampfen lassen und noch heiß pellen. Grumbeeren danach mit je 1 Scheibe Frühstücksspeck einwickeln.
10) Bratpfanne mit Butter mittelstark erhitzen. Grundbirnen kurz in der Butter schwenken, bis der Bacon Farbe bekommen hat. Deckel auflegen und Kartoffeln bis zum Servieren auf kleiner Temperatur warmhalten.
11) Karotten putzen, schälen und der Länge nach halbieren. Beschichtete Bratpfanne mittelstark erhitzen. Möhren in Olivenöl und Butterschmalz unter gelegentlichem Wenden ca 15–20 Min. braten.
Nährwert- & Gesundheitsanalyse
von Dipl. Ernährungswissenschaftler Michael Pagelsdorf
Rindfleisch
– kräftig im Aroma, stark an Vitamin B12
Neben hochwertigem Eiweiß enthält Rind- wie auch Lammfleisch die lebenswichtigen Vitamine B2, B6 und B12 sowie wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Selen. Vitamin B1 ist ebenfalls vorhanden, jedoch in geringeren Mengen als beispielsweise in Schweinefleisch.
Besonders Eisen und Vitamin B12 spielen eine zentrale Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen. Vitamin B12 kann in relevanten Mengen fast nur über tierische Produkte aufgenommen werden.
Eisen ist nicht allein für die Blutbildung, sondern auch für den Muskelaufbau relevant, da es eine Schlüsselrolle beim Sauerstofftransport zu den Muskelzellen spielt. Eine ausreichende Sauerstoffversorgung ist für unsere Muskeln die Voraussetzung für Leistung, Regeneration und Wachstum.
Daher lässt sich feststellen, dass eine rein vegane Ernährung ohne Supplemente nicht als vollständig ausgewogen betrachtet werden kann. Bereits 150 g Lamm- oder Rinderfilet können den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin B12 decken und leisten zugleich einen wertvollen Beitrag zur Eisenversorgung.
Kulinarische Verwendung:
Rindfleisch zählt zu den vielseitigsten Fleischsorten überhaupt und ist aus der internationalen Küche nicht wegzudenken. Je nach Teilstück lässt es sich braten, schmoren, grillen oder roh genießen – etwa als feines Carpaccio oder würziges Tatar.
Zu den besonders edlen Cuts gehören Filet, Entrecôte und Hüftsteak, die durch ihre zarte Konsistenz und den kräftigen, aromatischen Geschmack überzeugen. Für Schmorgerichte eignen sich hingegen Schulter, Wade oder Brust, die durch langsames Garen in Wein, Brühe oder Gemüsesud besonders saftig werden.
Auch in der modernen, leichten Küche spielt Rindfleisch eine wichtige Rolle – etwa in Form von kurzgebratenen Asia-Wok-Gerichten oder als proteinreiches Steak mit frischen Beilagen.
So steht Rindfleisch für intensiven, eiweißreichen Genuss und kraftvolle Aromen, die sich nahezu jeder Kochkultur anpassen lassen.
Kalbfleisch
– mild im Geschmack, wertvoll für die Ernährung
Neben hochwertigem Eiweiß enthält Kalbfleisch die lebenswichtigen Vitamine B2, B6 und B12 sowie wichtige Mineralstoffe wie Zink und Selen. Vitamin B1 ist ebenfalls vorhanden, jedoch in geringeren Mengen als beispielsweise in Schweinefleisch.
Im Vergleich zu Rind- oder Lammfleisch ist der Eisengehalt von Kalbfleisch etwas niedriger, dennoch leistet es einen wertvollen Beitrag zur Versorgung mit diesem Spurenelement. Besonders Eisen und Vitamin B12 spielen eine zentrale Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen. Vitamin B12 kann in relevanten Mengen fast nur über tierische Produkte aufgenommen werden.
Daher lässt sich feststellen, dass eine rein vegane Ernährung ohne Supplemente nicht als vollständig ausgewogen betrachtet werden kann. Bereits 150 g Kalbsfilet können den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin B12 decken und gleichzeitig zur Mineralstoffversorgung beitragen.
Kulinarische Verwendung:
Kalbfleisch zeichnet sich durch seine zarte Textur und den feinen, milden Geschmack aus – eine Eigenschaft, die es in der gehobenen Küche besonders beliebt macht. Es eignet sich hervorragend zum Braten, Dünsten oder Schmoren, aber auch für feine Ragouts und Schnitzel. Zu den klassischen Zubereitungen zählen das Wiener Schnitzel, das Kalbsrahmgeschnetzelte oder ein zart geschmortes Kalbshaxn-Gericht. Auch Kalbsrücken oder Filet lassen sich kurz anbraten und mit kräftigen Kräutern wie Salbei, Thymian oder Rosmarin verfeinern.
Dank seiner feinen Struktur harmoniert Kalbfleisch besonders gut mit cremigen Saucen, leichten Gemüsebeilagen oder Kartoffelpüree – ein leichter und eleganter Genuss, der auch in modernen, gesundheitsbewussten Küchen seinen festen Platz hat.
Wirsing
– vitalstoffreicher und herzhafter Genuss mit milder Würze
Wirsing oder Wirsingkohl, regional auch unter Welschkohl, Wirsching oder Schavur bekannt, ist ein Gemüsekohl und gehört zur Gattung der Kreuzblütler. Gegenüber den ebenfalls beliebten Weiß- oder Spitzkohlvarianten besitzt er gekräuselte Blätter, die insbesondere Eintöpfen und Suppen einen herzhaften Geschmack verleihen.
Wirsingkohl verfügt über zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe, die unserem Organismus dabei helfen, gesund zu bleiben.
So verfügt der kalorien- und fettarme Kohl über einen besonders hohen Anteil an Folsäure. Das Vitamin hat eine positive Wirkung auf Wachstum und Zellteilung, bringt also unseren Organismus in Schwung. Auch Vitamin C ist reichlich in Wirsing enthalten. Vitamin C wirkt antioxidantisch und schützt unseren Organismus dadurch vor Zellschäden. Vor allem aber ist Vitamin C bekannt für die Stärkung unseres Immunsystems. In geringerem Maße findet sich auch das Vitamin B6 in dem Gemüse, welches eine positive Wirkung auf unseren Stoffwechsel und unser Nervensystem besitzt.
An Mineralstoffen sind Kalium sowie in kleineren Mengen Magnesium und Calcium in Wirsing enthalten. Calcium ist ein wichtiger Baustein für die Gesunderhaltung von Knochen und Zähnen. Magnesium ist wie kaum ein anderer Mineralstoff ein essentieller Baustein zum Erhalt lebenswichtiger Körperfunktionen wie der Herztätigkeit. Zudem trägt Magnesium in hohem Maße zum Erhalt unserer Nerven- und Muskelzellen sowie von Knochen und Zähnen bei, um nur ein paar seiner positiven Eigenschaften zu nennen.
Kulinarische Verwendung:
Kulinarisch ist Wirsing außerordentlich vielseitig einsetzbar. Kurz blanchiert eignet er sich hervorragend für Kohlrouladen oder als zart gegarte Beilage. Fein geschnitten verleiht er Pfannengerichten und Pasta eine milde, leicht nussartige Note, während er in klassischen Eintöpfen und Aufläufen seine herzhafte Tiefe entfaltet. Auch als Wirsinggemüse mit einer leichten Rahmnote steht er für einen aromatischen, gut verträglichen und gesunden Genuss mit traditioneller Bodenständigkeit.
Karotten alias Möhren
– vielseitiger Genuss, voll gesunder Nährstoffpower
Die in Deutschland sehr beliebten und in der Küche vielseitig verwendbaren Möhren bzw. Mohrrüben gehören zu den Doldenblütengewächsen. Sie sind reich an Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalium, Phosphor, Calcium, Magnesium und Zink sowie reich an Carotin, welches in den Möhren in Form von Alpha- wie auch Beta-Carotin (Provitamin A, einer Vorstufe von Vitamin A) vorkommt. Vitamin A unterstützt unsere Sehfähigkeit, besonders bei Nacht, und wirkt sich positiv auf unser Immunsystem wie auch unser Zellwachstum aus.
Carotin (und auch einige Vitamine) kann am besten vom Körper resorbiert werden, wenn man es zusammen mit Fett in Form von Öl oder Butter isst.
Kulinarische Verwendung:
Karotten eignen sich hervorragend für süße wie herzhafte Gerichte – ob als cremige Suppe, geschmorte Beilage, frischer Salat oder saftiger Kuchen. Ihr zartes, süßliches Aroma entfaltet sich besonders gut in Kombination mit etwas Öl oder Butter und sorgt damit für natürlichen, gesunden Genuss.
Kartoffeln alias Erdäpfel
– natürliche Energie, die schmeckt
Kartoffeln, in bestimmten Regionen Deutschlands sowie einigen Nachbarländern auch als »Erdäpfel« oder »Grundbirnen« bzw. »Grumbeeren« (Pfalz)) und weiteren Regionalnamen bekannt, gehören wie auch Tomaten und Paprika zur Familie der Nachtschattengewächse.
Gemäß statistischen Umfragen ist die Knollenfrucht nach wie vor der Deutschen liebste Beilage und das ist auch gar nicht schlecht.
Kartoffeln sind vitamin- und mineralstoffreich und dabei noch kalorienarm. Vor allem das Vitamin-C ist in nennenswerten Mengen in der Nutzpflanze enthalten. Des weiteren besitzen die Knollen einen hohen Eiweißanteil, der in Kombination mit den in unserem Rezept verwendeten Eiern sehr gut von unserem Organismus resorbiert und in körpereigenes Eiweiß transformiert werden kann.
Gekochte Kartoffeln wirken sich allerdings stark auf den Blutzucker aus, da die Stärke durch den Kochvorgang als nahezu reine Glucose im Dünndarm aufgenommen wird.
Lässt man die Kartoffel nach dem Kochvorgang erkalten und verarbeitet sie dann erst weiter, bildet sich eine »Resistente Stärke«, die sich wesentlich günstiger auf den Blutzuckerspiegel auswirkt. So werden z. B. Bratkartoffeln klassischerweise aus ERKALTETEN Kartoffeln hergestellt.
Kulinarische Verwendung:
Kartoffeln sind aus der Küche kaum wegzudenken – ob als cremiges Püree, knusprige Bratkartoffeln, herzhafte Gratins oder feine Suppen. Sie lassen sich in unzähligen Variationen zubereiten und passen zu nahezu jedem Gericht. Ihr zarter, neutraler Geschmack macht sie zu einem idealen Basislebensmittel für leichten und gesunden Genuss.
Rohes Sauerkraut
– die verdauungsfördernde Vitamin-C-Bombe
Nicht nur in Deutschland, sondern bereits im antiken Griechenland und Ungarn war Sauerkraut bekannt und beliebt. Das hat sich bis heute – insbesondere auch in den osteuropäischen Balkanländern – nicht geändert. So erlebt das Gemüse immer noch und immer wieder die wunderbare »Metamorphose« vom ordinären Weißkohl zum feinen Sauerkraut.
Sauerkraut wird meist aus Weißkohl, seltener aus Spitzkohl, hergestellt. Damit aus dem Kohl leckeres Sauerkraut wird, schneidet man ihn zuerst in feine Streifen und zerstampft und presst ihn anschließend kräftig.
Dem dabei austretenden Saft wird Salz zugesetzt, welches diesen bei der Konservierung des Krauts unterstützt und ihm noch weiter Flüssigkeit entzieht. Milchsäurebakterien sind für die nun einsetzende Gärung und auch für den säuerlichen Geschmack des zukünftigen Sauerkrauts verantwortlich. Der Gärvorgang dauert mehrere Wochen, in denen der Kohl immer wieder erneut gestampft und gepresst wird, bis er seine Marktreife erreicht hat.
Rohes Sauerkraut – die verdauungsfördernde Vitamin C-Bombe
Der hohe Vitamin C-Anteil macht Sauerkraut so gesund, denn wie jeder weiß, unterstützt Vitamin C unseren Organismus bei der Abwehr von Erkältungskrankheiten, und da Sauerkraut so gut wie gar kein Fett enthält, ist es auch für figurbewusste Genießer ein echter Tipp auf dem Speisezettel. Zudem ist es reich an Ballaststoffen, die im Zusammenspiel mit der natürlichen, in Sauerkraut enthaltenen Milchsäure eine verdauungsfördernde Wirkung auf unseren Stoffwechsel haben. Die Milchsäurebakterien wiederum sorgen für eine gute Darmflora (Mikrobiom), eine wichtige Voraussetzung für ein starkes Immunsystem.
Wie bei allen Gemüsen gilt natürlich auch bei Sauerkraut: Je mehr ich das Kraut erhitze, desto weniger kann ich von den vorhandenen Vitaminen und – im Falle des Sauerkrauts – Milchsäurebakterien profitieren. Ich habe allerdings schon als Kind gerne mal rohes Sauerkraut vom Metzger roh aus der Hand gegessen und das hat sich bis heute nicht geändert.
Zwiebeln und Knoblauch
– natürliches Powerduo für Gesundheit und Geschmack
Beide sind ein natürliches Antibiotikum und bekämpfen wirksam schädliche Pilze und krankheitserregende Mikroorganismen. Die Zwiebel ist eng mit dem Knoblauch verwandt und besitzt gegenüber diesem eine mildere Wirkung. Die Kombination der beiden bringt ein starkes Duo hervor.
Beide enthalten wertvolle Antioxidantien, die als Fänger »freier Radikaler« unseren Organismus dabei helfen, gesund zu bleiben.
Die zur Gattung der Liliengewächse gehörenden Pflanzen verfügen zudem über einen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt, von dem wir ebenfalls gesundheitlich profitieren.
Enthalten sind die Vitamine B1, B2 und B6 sowie die Vitamine C und E. Außer den Mineralstoffen Salz, Eisen, Zink und Magnesium sind noch eine ganze Reihe weiterer Mineralstoffe in Zwiebeln und Knoblauch enthalten, sodass man beide Pflanzen durchaus als hochwertige Mineralstoff-Lieferanten bezeichnen kann.
Kulinarische Verwendung:
Zwiebeln und Knoblauch bilden das aromatische Grundgerüst unzähliger Gerichte – von der heimischen bis zur internationalen Küche. Ob angeschwitzt, gebraten, konfitiert oder roh – ihr Geschmack reicht von süßlich-mild bis kräftig-würzig und sorgt stets für Tiefe und Charakter.
In der mediterranen Küche sind sie unverzichtbar: in Pastasaucen, Risottos, Gemüseragouts, Schmorgerichten oder Fischzubereitungen mit Olivenöl und Kräutern. Auch in der asiatischen, orientalischen und kreolischen Küche sind sie fester Bestandteil von Currys, Dips, Würzpasten und Suben.
Knoblauchöl oder Zwiebelconfit verleihen vegetarischen wie auch Fleischgerichten einen feinen, tiefwürzigen Akzent, während gerösteter oder geschmorter Knoblauch eine butterweiche Süße entfaltet, die besonders zu Lamm, Kalb, Pilzen oder geröstetem Gemüse passt.
So werden Zwiebeln und Knoblauch nicht nur zu Geschmacksträgern erster Güte, sondern auch zu Symbolen für Genuss und Gesundheit – ein Duo, das keiner Küche fehlen sollte.
Butter alias Gute Butter
– cremiger Genuss voller wertvoller Omega-3-Fettsäuren
Nachdem Butter über Jahrzehnte hinweg systematisch schlechtgeredet wurde, ohne dies auf wissenschaftliche Studien zu stützen, ist sie zwischenzeitlich von ihrem schlechten Ruf »freigesprochen« worden – und das völlig zu Recht.
Butter besitzt einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, die eben NICHT – wie lange Zeit behauptet – schlecht für unseren Organismus sind. Aber auch einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind in Butter enthalten.
Gegenüber Olivenöl kann sie zudem noch mit einem echten Plus punkten: Abhängig von der Nahrung, die Kühe zu sich nehmen, besitzt Butter die für den Menschen zwingend erforderlichen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Je mehr frisches Gras (Stichwort: Freilandhaltung!) eine Kuh zu sich nimmt, desto höher der Omega-3-Anteil in der Milch und deren Produkten.
Hier können sich z. B. der deutsche Marktführer Kerrygold sowie eine Handvoll weiterer Hersteller mit der Qualität ihrer Butter und den darin enthaltenen gesunden Fettsäuren ganz klar aus der Menge der Butterproduzenten hervorheben.
Freilandhaltung vorausgesetzt (gem. Bio-Verordnung mindestens 120 Tage im Jahr), verdient Butter ihren Namen »Gute Butter«, den ihr bereits unsere Großeltern gegeben haben, also völlig zu Recht.
Butterschmalz
Wie auch Claudia und Jürgen in ihren Rezepten mit Butterschmalz schreiben, gibt es viele Namen für »Braune Butter«, die vom Milcheiweiß befreite (geläuterte) Variante der Basisbutter. Um den Begriff »Ghee« wird seit geraumer Zeit ein Hype gemacht, dabei handelt es sich dabei um nichts anderes als eben braune Butter.
Mit dem Begriff »Ghee« ist allerdings auch eine Lebensphilosophie verbunden. Das hat auch die Industrie erkannt und so kommt es, dass man Ghee im Verkaufsregal meist höherpreisig vorfindet als eben »ordinäres« Butterschmalz, das ja bereits mehr als teuer genug ist.
Greifen Sie in diesem Fall also ruhig zum Butterschmalz. Artgerechte Freilandhaltung zur Erzeugung des Rohstoffs Butter vorausgesetzt, ist dieser eine ebenso gute und zudem preiswertere Wahl.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oecotrophologe)