Königsberger Klop­se nach Omas Art

– der ostpreußische Klassi­ker mit zar­ten Fleisch­klö­ßen und fei­ner Ka­pern­sauce

Königsberger Klopse Königsberger Klopse

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Kö­nigs­ber­ger Klop­se nach Omas Art

Königsberger Klopse sind ein ech­ter Klas­si­ker der ost­preu­ßi­schen Kü­che: zar­te Fleisch­klö­ße, ge­gart in ei­ner aro­ma­ti­schen Brü­he und ser­viert mit ei­ner fei­nen, hel­len Ka­pern­sauce. Be­nannt wur­den sie nach der ehe­ma­li­gen ost­preu­ßi­schen Haupt- und Re­si­denz­stadt Kö­nigs­berg und dem ost­preu­ßi­schen Wort »Klop­se« für klei­ne Fleisch­klö­ße.

Un­ser Re­zept für Kö­nigs­ber­ger Klop­se nach Omas Art ist al­ler­dings nicht der Ver­such, ei­ne ver­meint­lich ein­zig rich­ti­ge Ori­gi­nal­re­zep­tur nach­zu­ko­chen. Denn ge­ra­de bei die­sem Ge­richt gibt es er­staun­lich vie­le Va­ri­an­ten. Schon früh ha­ben wir ge­merkt, dass of­fen­bar je­de Fa­mi­lie ih­re ei­ge­ne Vor­stel­lung da­von hat, wie die per­fek­ten Klop­se zu schme­cken ha­ben.

Be­son­ders in­ter­es­sant ist die Fisch­kom­po­nen­te: In un­se­rer Va­ri­an­te sor­gen He­ring oder Sar­del­len für ei­ne fei­ne, herz­haf­te Wür­ze. Was zu­nächst ein we­nig un­ge­wöhn­lich klin­gen mag, passt her­vor­ra­gend zum Ge­richt und ver­leiht der Fleisch­mas­se ih­ren ty­pi­schen, wür­zi­gen Cha­rak­ter. Zu­sam­men mit der cre­mi­gen Ka­pern­sauce, Zi­tro­ne und ei­nem Hauch Mus­kat ent­steht so ei­ne wun­der­bar har­mo­ni­sche Kom­bi­na­tion.

Für un­se­re Klop­se ver­wen­den wir ei­ne Mi­schung aus Kalbs- be­zie­hungs­wei­se Rin­der­hack und Schwei­ne­hack. Ge­bun­den wird die Mas­se mit ein­ge­weich­tem Bröt­chen, Ei und et­was sau­rer Sah­ne. Die fer­ti­gen Klop­se wer­den sanft ge­gart und an­schlie­ßend in der selbst­ge­mach­ten, hel­len Ka­pern­sauce ser­viert.

Da­zu pas­sen be­son­ders gut klei­ne Pell­kar­tof­feln, Kar­tof­fel­stampf oder klas­si­sches Kar­tof­fel­pü­ree. Und wer sich bei der Zu­be­rei­tung fragt, ob das nun wirk­lich »Omas Ori­gi­nal« ist, dem kön­nen wir be­ru­higt sa­gen: »Natürlich – das Ori­gi­nal­re­zept mei­ner Groß­mut­ter!« 😉

Gernekochen-Weintipp

Zu »Kö­nigs­ber­ger Klop­se nach Omas Art« bzw. »He­rings­klop­se«, em­pfeh­len wir ei­nen cha­rak­ter­vol­len Ries­ling aus dem Wein­bau­ge­biet Saa­le-Un­strut oder al­ter­na­tiv ei­nen Grü­nen Velt­li­ner aus Ös­ter­reich. Ein­fach mal auf un­ser »Wein­tipp-Icon« tip­pen und mehr er­fah­ren. Wir wün­schen wie stets ei­nen gu­ten Ap­pe­tit und: Wohl be­komm's!

Warum Du dieses Königs­ber­ger-Klop­se-Re­zept aus­pro­bie­ren soll­test

  • Ein echter Klas­si­ker der ost­preu­ßi­schen Kü­che: Zar­te Fleisch­klö­ße und ei­ne cre­mi­ge Ka­pern­sauce er­ge­ben ei­ne zeit­lo­se Kom­bi­na­tion, die seit Ge­ne­ra­tio­nen be­liebt ist
  • Feine Wür­ze durch He­ring oder Sar­del­len: Die Fisch­kom­po­nen­te sorgt für ei­ne herz­haf­te Tie­fe und gibt den Klop­sen ih­ren be­son­de­ren Ge­schmack
  • Cremige Kapernsauce mit Zi­tro­ne: Ka­pern, Zi­tro­nen­saft und ein Hauch Mus­kat ver­lei­hen der hel­len Sauce ei­ne fein­säu­er­li­che und aro­ma­ti­sche No­te
  • Passt hervorragend zu Kar­tof­feln: Ob klei­ne Pell­kar­tof­feln, »Schmör­kes«, »Dril­lin­ge« oder Kar­tof­fel­pü­ree – die fei­ne Sauce ver­langt ge­ra­de­zu nach ei­ner pas­sen­den Bei­la­ge
  • Einfach nachzukochen: Un­se­re be­bil­der­te Schritt-für-Schritt-An­lei­tung führt auch Koch­an­fän­ger si­cher ans Ziel

Rezept:
Königsberger Klopse nach Omas Art

Zutaten für 4 Personen

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Für den Einkaufszettel:

  • 500 g Kalbs- oder Rinder­hack
  • 250 g Schweinehack
  • 1 eingelegter, grüner He­ring (Roll­mops) oder al­ter­nativ
    6 Sar­del­len
  • 1 weiße Zwiebel oder Schalotte
  • 2 Eier
  • 3 EL Paniermehl
  • 1 in Milch eingeweichtes Brötchen
  • 1 gehäufter EL saure Sahne
  • etwas Zitronenschalenabrieb (Bio-Zitrone)
  • 100 ml Weißweinessig
  • 1–2 TL Salz
  • etwas fein gemahlener Pfeffer

Das benötigt man zusätzlich:

  • 1 Küchentuch oder feinmaschiges Sieb zum Passieren der Sauce
  • 4 Sardellen, Schnittlauch und Petersilie sowie grob ge­mahl­en­er Pfeffer für die Garnitur

Für die weiße Grundsauce Velouté bzw. »Omas Mehlschwitze«:

  • 800 ml Kalbs- oder Gemüsefond a. d. Glas
  • 60 g Butter
  • 1 kleine, weiße Zwiebel
  • 30 g Mehl
  • 250 ml Sahne
  • 1 TL Salz
  • 1 Msp. Pfeffer
  • Zum abschmecken bzw. vollenden der Grundsauce:
  • 1 Becher saure Sahne
  • 100 ml trockener Weißwein
  • 2 TL Kapern
  • 1–2 Spritzer Zitronensaft
  • 1 Msp. Muskatnussabrieb
  • 1 Prise Zucker

Königsberger Klopse Beilage:

  • Kleine Pellkartoffeln, z. B. »Schmörkes« oder »Drillinge«
  • Kartoffelstampf bzw. Kartoffelpüree

Gernekochen – Mit Wein genießen-Tipp:

Statt (teuren) Fond aus dem Glas zu ver­wen­den, ha­ben wir uns unsere Brühe selbst gemacht. Am besten gleich eine größere Menge zubereiten. Der nicht be­nö­tig­te Teil lässt sich in Gläsern oder Eis­beu­teln prima einfrieren. So hat man immer einen Vorrat pa­rat.

Für selbstgemachte Gemüsebrühe:

  • 3,5 l Wasser
  • 2 Möhren
  • 1 Stück Knollensellerie
  • 1 große Stange Lauch bzw. Porree
  • 10–12 schwarze Pfefferkörner
  • 1 kleine weiße Zwiebel
  • 2 kleine Lorbeerblätter
  • 2 Nelken
  • 1 Bund Petersilie
  • 1–2 TL Salz

Zubereitung:

Hinweis: Verwendet man für die weiße Grundsauce Fond aus dem Glas, entfallen die Arbeitsschritte 1 und 2. Die Brühe lässt sich aber auch prima am Vortag zubereiten.

1) Gemüse ab­brau­sen, put­zen und schräg in fin­ger­di­cke Stü­cke schnei­den. Pe­ter­si­lie ab­­brau­­sen. Zwie­bel pel­­len und mit den bei­den Nel­ken be­­spi­ck­en.

2) Für die selbst ge­mach­te Ge­mü­se­brü­he Was­ser in ei­­nem aus­­rei­­chend gro­ßen Topf er­hit­zen. Zu­ta­ten zu­­fü­­gen und 30 Min. ko­­chen. Hit­ze run­ter­schal­ten. Nach 1 Std. aus­schal­ten. Brü­he min­des­tens noch ei­ne wei­te­re Stun­de zie­hen las­sen. Je län­ger, des­to bes­­ser!

3.1) Brötchen in Milch ein­wei­chen und da­nach gut aus­pres­sen. Zwie­bel pel­len, klein ha­­cken und in et­­was But­­ter auf mä­­ßi­ger Hit­­ze an­­schwit­­zen. He­­ring oder Sar­­­del­­­len fein ha­­­cken.

3.2) Hackfleisch und Fisch mit den rest­lichen Zu­ta­ten gut mit­­ein­­an­­der ver­men­gen. Mit Pfef­fer und Salz so­wie 1 Msp. Zi­­­tro­­­nen­­­scha­­­len­­­ab­­­rieb ab­­schme­ck­en.

3.3) Hände befeuchten und aus der Mas­se kleine Klöß­­­chen bzw. »Klopse« for­men.

4) Einen großen Topf mit Was­ser be­fül­len und er­­hit­z­en. Es­sig und Salz zu­­fü­­gen. Kö­nigs­­ber­­ger Klop­­se da­­rin sie­den, nicht ko­chen, bis sie wie Kar­­tof­­fel­­klö­­ße ob­­en schwim­­men.

5.1) Für die weiße Grund­sau­ce bzw. »Omas Mehl­­schwit­­ze« Zwie­­bel pel­len und fein ha­cken. Die Hälf­te der But­ter in ei­ner Kas­se­ro­le mit­tel­stark er­hit­zen. But­ter auf­­schäu­­men las­sen und Zwie­­bel­­hack da­­rin an­­schwit­­zen.

5.2) Angedünstete Zwiebeln mit Mehl bestäuben und kurz an­schwit­zen. Restliche Butter zufügen und Mehl­schwitze unter stän­di­gem Rühren 10–12 Min. wei­ter­düns­ten, aber auf keinen Fall bräunen.

5.3) Kalte Brühe mit einer Schöpfkelle unter stän­di­gem Rühr­en nach und nach zugeben. Dabei mit dem Schnee­be­sen am Topf­bo­den krei­sen, damit kei­ne Klümp­chen ent­steh­en.

5.4) Sauce auf kleiner Hit­ze 30 Min. wei­ter­kö­cheln las­­sen. Den da­­bei ent­­ste­hen­den Schaum mit ei­nem Löf­­fel am Topf­­­rand ab­­­schöp­­f­en.

5.5) Sahne um die Hälfte ein­re­du­zie­ren und un­­ter die Sau­ce rüh­­ren.

5.6) Sau­ce durch ein Kü­ch­en­­tuch oder fein­­ma­­schi­­ges Sieb pas­sie­ren. Wir ka­men auf­grund der dick­­­flüs­­si­gen Sau­­cen­­kon­­sis­­tenz mit un­se­rem Kü­ch­en­­tuch nicht ans Ziel und ha­ben des­­halb ein Sieb be­­­nutzt.

6) Weiße Grundsauce ali­as « Ve­lou­té » mit Wein, Ka­pern, sau­­rer Sah­­ne, Salz und Pfef­fer, 1–2 Sprit­­zern Zi­­tro­­nen­­­saft, 1 Pri­se Zu­cker so­­wie et­was Mus­­kat­­nuss­­ab­­rieb ab­­schme­ck­en. Kö­nigs­ber­ger Klop­­se 10 Min. da­rin zie­hen las­sen.

Nährwert- & Ge­sund­heits­ana­ly­se

von Dipl. Ernährungs­wissen­schaftler Michael Pagelsdorf

Kalbfleisch

– mild im Ge­schmack, wert­voll für die Er­näh­rung

Kalbfleisch

Neben hochwertigem Eiweiß enthält Kalb­fleisch die le­bens­wich­ti­gen Vi­ta­mi­ne B2, B6 und B12 so­wie wich­ti­ge Mi­ne­ral­stof­fe wie Zink und Se­len. Vi­ta­min B1 ist eben­falls vor­han­den, je­doch in ge­rin­ge­ren Men­gen als bei­spiels­wei­se in Schwei­ne­fleisch.

Im Vergleich zu Rind- oder Lamm­fleisch ist der Ei­sen­ge­halt von Kalb­fleisch et­was nied­rig­er, den­noch leis­tet es ei­nen wert­vol­len Bei­trag zur Ver­sor­gung mit diesem Spu­ren­ele­ment. Be­son­ders Ei­sen und Vi­ta­min B12 spie­len ei­ne zen­tra­le Rol­le bei der Bil­dung ro­ter Blut­kör­per­chen. Vi­ta­min B12 kann in re­le­van­ten Men­gen fast nur über tie­ri­sche Pro­duk­te auf­ge­nom­men wer­den.

Daher lässt sich fest­stel­len, dass ei­ne rein ve­ga­ne Er­näh­rung oh­ne Sup­ple­mente nicht als voll­stän­dig aus­ge­wo­gen be­trach­tet wer­den kann. Be­reits 150 g Kalbs­filet kön­nen den Ta­ges­be­darf ei­nes Er­wach­se­nen an Vi­ta­min B12 de­cken und gleich­zei­tig zur Mi­ne­ral­stoff­ver­sor­gung bei­tra­gen.

Kulinarische Verwendung:

Kalb­fleisch zeich­net sich durch sei­ne zar­te Tex­tur und den fei­nen, mil­den Ge­schmack aus – ei­ne Ei­gen­schaft, die es in der ge­ho­be­nen Kü­che be­son­ders be­liebt macht. Es eig­net sich her­vor­ra­gend zum Bra­ten, Dünsten oder Schmo­ren, aber auch für fei­ne Ragouts und Schnit­zel. Zu den klas­si­schen Zu­be­rei­tun­gen zäh­len das Wiener Schnitzel, das Kalbs­rahm­ge­schnet­zel­te oder ein zart ge­schmor­tes Kalbs­haxn-Gericht. Auch Kalbs­rücken oder Filet las­sen sich kurz an­bra­ten und mit kräf­ti­gen Kräu­tern wie Sal­bei, Thy­mi­an oder Ros­ma­rin ver­fei­nern.

Dank sei­ner fei­nen Struk­tur har­mo­niert Kalb­fleisch be­son­ders gut mit cre­mi­gen Sau­cen, leich­ten Ge­mü­se­bei­la­gen oder Kar­tof­fel­pü­ree – ein leich­ter und ele­gan­ter Ge­nuss, der auch in mo­der­nen, ge­sund­heits­be­wuss­ten Kü­chen sei­nen fes­ten Platz hat.

Hering

– vielseitig, nährstoffreich und na­tür­lich aus dem Meer

Heringsrogen

»Wenn Heringe so teuer wären wie Ka­viar, wür­den ihn die Leu­te weit­aus mehr schät­zen.«

Dieses Zitat – zuge­schrie­ben Ot­to von Bis­marck » – lässt sich, auch in preis­li­cher Hin­sicht, tref­fend auf den He­rings­ro­gen über­tra­gen.

Kaum ein an­de­rer Spei­se­fisch ver­bin­det Ge­schmack und Ge­sund­heit so über­zeu­gend wie der He­ring. Seit Jahr­hun­der­ten zählt er zu den be­deu­tends­ten Spei­se­fi­schen Eu­ro­pas und über­zeugt mit ei­nem au­ßer­ge­wöhn­lich wert­vol­len Nähr­stoff­pro­fil.

Hering zählt zu den bes­ten na­tür­li­chen Lie­fe­ran­ten von Ome­ga-3-Fett­säu­ren, die Herz und Kreis­lauf un­ter­stüt­zen. Zu­gleich lie­fert er reich­lich hoch­wer­ti­ges Ei­weiß so­wie wich­ti­ge Vi­ta­mi­ne D, B12, A und E. Er ent­hält au­ßer­dem wert­vol­le Mi­ne­ral­stof­fe und Spu­ren­ele­men­te wie Jo­d, Se­len, Phos­phor und Ka­li­um, die un­ter an­de­rem den Ener­gie­stoff­wech­sel, die Schild­drü­sen­funk­tion und das Im­mun­sys­tem un­ter­stüt­zen.

Mit seinem aus­ge­wo­ge­nen Ver­hält­nis aus ge­sun­den Fet­ten und Ei­weiß ist He­ring ein wert­vol­ler Be­stand­teil ei­ner ab­wechs­lungs­rei­chen und be­wuss­ten Er­näh­rung.

Kulinarische Verwendung

Ob frisch, gebraten, ge­räu­chert oder ein­ge­legt – He­ring ist au­ßer­or­dent­lich viel­sei­tig. Klas­si­sche Zu­be­rei­tun­gen wie Mat­jes, Bis­marck­he­ring oder Bück­ling pas­sen her­vor­ra­gend zu Kar­tof­feln, Äp­feln, Zwie­beln und fri­schen Kräu­tern. Auch ge­bra­ten oder vom Grill ent­fal­tet He­ring sein kräf­tig-wür­zi­ges Aro­ma und ist ein fes­ter Be­stand­teil der nord­eu­ro­päi­schen Kü­che.

Kapern

– klein in der Grö­ße, groß im Ar­o­ma und vol­ler me­di­ter­ra­ner Wür­ze

Kapern

Kapern sind die eingelegten Blüten­knos­pen des Ka­pern­strauchs (Ca­ppa­ris spi­no­sa), der vor al­lem im Mit­tel­meer­raum auf trocke­nen, son­nen­rei­chen Bö­den wächst. Be­reits in der an­ti­ken Kü­che wa­ren Ka­pern als wür­zi­ge Zu­tat ge­schätzt und ge­hö­ren heu­te zu den klas­si­schen Be­stand­tei­len der me­di­ter­ra­nen Kü­che.

Die kleinen, fest ge­schlos­se­nen Knos­pen wer­den von Hand ge­ern­tet und an­schlie­ßend in Salz, Es­sig oder Salz­la­ke ein­ge­legt. Erst durch die­sen Rei­fe­pro­zess ent­steht ihr ty­pisch wür­zig-her­bes, leicht säu­er­li­ches Ar­o­ma. Je klei­ner die Ka­pern, des­to fei­ner und aro­ma­ti­scher gel­ten sie in der Re­gel.

Ernährungs­phy­sio­lo­gisch sind Ka­pern trotz ih­rer ge­rin­gen Ver­zehr­men­ge in­ter­es­sant. Sie ent­hal­ten ver­schie­de­ne se­kun­dä­re Pflan­zen­stof­fe, dar­un­ter Fla­vo­no­i­de wie Quer­ce­tin und Ru­tin, die für ih­re an­ti­oxi­da­ti­ven Ei­gen­schaf­ten be­kannt sind. Die­se kön­nen da­zu bei­tra­gen, Zel­len vor oxi­da­ti­vem Stress zu schüt­zen und die Ver­hin­d­erung von Ent­zün­dungs­pro­zes­sen im Kör­per zu un­ter­stüt­zen.

Zudem liefern Ka­pern klei­ne Men­gen an Vi­ta­min K, Ei­sen und Cal­ci­um. Durch die tra­di­tio­nel­le Ein­le­gung ent­hal­ten sie je­doch auch re­la­tiv viel Salz, wes­halb sie be­wusst und eher als Würz­zu­tat ver­wen­det wer­den soll­ten. Ein kur­zes Ab­spü­len kann den Salz­ge­halt et­was re­du­zie­ren, oh­ne das Ar­o­ma stark zu be­ein­träch­ti­gen.

Kulinarische Verwendung:

Kulinarisch ver­lei­hen Ka­pern vie­len Ge­rich­ten ei­ne mar­kan­te, pi­kan­te Wür­ze mit leicht zi­tro­ni­gen und sal­zi­gen No­ten. Sie pas­sen klas­sisch zu Fleisch- und Fisch­ge­rich­ten wie Königs­ber­ger Klop­sen », Vitel­lo To­n­na­to oder ge­bra­te­nem See­fisch und sind ein fes­ter Be­stand­teil vie­ler me­di­ter­ra­ner Sau­cen.

Auch in Pastagerichten, Sa­la­ten oder auf Piz­zen sor­gen sie für aro­ma­ti­sche Tie­fe. Be­son­ders gut har­mo­nie­ren sie mit To­ma­ten, Oli­ven, Zi­tro­ne und Oli­ven­öl. Fein ge­hackt kön­nen Ka­pern zu Dressings, Kräu­ter­but­ter oder Ta­pe­na­den ver­ar­bei­tet wer­den – ei­ne klei­ne Zu­tat mit gro­ßer ge­schmack­li­cher Wir­kung für me­di­ter­ra­nen Ge­nuss und raf­fi­nier­te Fri­sche.

Kartoffeln alias Erd­äp­fel

– natürliche Energie, die schmeckt

Kartoffeln

Kartoffeln, in bestimm­ten Re­gio­nen Deutsch­lands so­wie ei­ni­gen Nach­bar­län­dern auch als »Erd­äp­fel« oder »Grund­bir­nen« bzw. »Grum­bee­ren« (Pfalz)) und wei­te­ren Re­gio­nal­na­men be­kannt, ge­hö­ren wie auch To­ma­ten und Pap­ri­ka zur Fa­mi­lie der Nacht­schat­ten­ge­wäch­se.

Gemäß statistischen Umfragen ist die Knol­len­frucht nach wie vor der Deut­schen liebs­te Bei­la­ge und das ist auch gar nicht schlecht.

Kartoffeln sind vi­ta­min- und mi­ne­ral­stoff­reich und da­bei noch ka­lo­ri­en­arm. Vor al­lem das Vi­ta­min-C ist in nen­nens­wer­ten Men­gen in der Nutz­pflan­ze ent­hal­ten. Des wei­te­ren be­sit­zen die Knollen ei­nen ho­hen Ei­weiß­an­teil, der in Kom­bi­na­tion mit den in un­se­rem Re­zept ver­wen­de­ten Ei­ern sehr gut von un­se­rem Or­ga­nis­mus re­sor­biert und in kör­per­ei­ge­nes Ei­weiß trans­for­miert werden kann.

Gekochte Kartoffeln wir­ken sich al­ler­dings stark auf den Blut­zu­cker aus, da die Stär­ke durch den Koch­vor­gang als na­he­zu rei­ne Glu­co­se im Dünn­darm auf­ge­nom­men wird.

Lässt man die Kartof­fel nach dem Koch­vor­gang er­kal­ten und ver­ar­bei­tet sie dann erst wei­ter, bil­det sich ei­ne »Re­sis­ten­te Stär­ke«, die sich we­sent­lich güns­ti­ger auf den Blut­zu­cker­spie­gel aus­wirkt. So wer­den z. B. Brat­kar­tof­feln klas­si­scher­wei­se aus ER­KALTE­TEN Kar­toffeln her­ge­stellt.

Kulinarische Verwendung:

Kartoffeln sind aus der Küche kaum weg­zu­den­ken – ob als cre­mi­ges Pü­ree, knusp­ri­ge Brat­kar­tof­feln, herz­haf­te Gra­tins oder fei­ne Sup­pen. Sie las­sen sich in un­zäh­li­gen Va­ria­tio­nen zu­be­rei­ten und pas­sen zu na­he­zu je­dem Ge­richt. Ihr zar­ter, neu­tra­ler Ge­schmack macht sie zu ei­nem idea­len Ba­sis­le­bens­mit­tel für leich­ten und ge­sun­den Ge­nuss.

Butter alias Gute Butter

– cremiger Genuss voller wert­voller Ome­ga-3-Fett­säu­ren

Butter alias Gute Butter

Nachdem Butter über Jahrzehnte hin­weg sys­te­ma­tisch schlecht­ge­re­det wur­de, oh­ne dies auf wis­sen­schaft­li­che Stu­dien zu stützen, ist sie zwi­schen­zeit­lich von ih­rem schlech­ten Ruf »frei­ge­spro­chen« wor­den – und das völ­lig zu Recht.

Butter besitzt ei­nen ho­hen An­teil an ge­sät­tig­ten Fett­säu­ren, die eb­en NICHT – wie lan­ge Zeit be­haup­tet – schlecht für un­se­ren Or­ga­nis­mus sind. Aber auch ein­fach und mehr­fach un­ge­sät­tig­te Fett­säu­ren sind in But­ter ent­hal­ten.

Gegenüber Olivenöl kann sie zu­dem noch mit ei­nem ech­ten Plus­ punk­ten: Ab­hän­gig von der Nah­rung, die Kü­he zu sich neh­men, be­sitzt But­ter die für den Men­schen zwin­gend er­for­der­li­chen Ome­ga-3-Fett­säu­ren EPA und DHA. Je mehr fri­sches Gras (Stich­wort: Frei­land­hal­tung!) ei­ne Kuh zu sich nimmt, des­to hö­her der Ome­ga-3-Anteil in der Milch und de­ren Pro­duk­ten.

Hier können sich z. B. der deut­sche Markt­führer Ker­ry­gold so­wie ei­ne Hand­voll wei­te­rer Her­stel­ler mit der Qua­lität ihrer But­ter und den da­rin ent­hal­te­nen ge­sun­den Fett­säu­ren ganz klar aus der Men­ge der But­ter­pro­du­zen­ten her­vor­he­ben.

Freilandhaltung vorausgesetzt (gem. Bio-Ver­ord­nung min­des­tens 120 Ta­ge im Jahr), ver­dient But­ter ih­ren Na­men »Gu­te But­ter«, den ihr be­reits un­se­re Groß­el­tern ge­ge­ben ha­ben, al­so völ­lig zu Recht.

Butterschmalz

Wie auch Claudia und Jürgen in ih­ren Re­zep­ten mit But­ter­schmalz schrei­ben, gibt es vie­le Na­men für »Braune Butter«, die vom Milcheiweiß befreite (geläuterte) Variante der Ba­sis­but­ter. Um den Be­griff »Ghee« wird seit ge­rau­mer Zeit ein Hy­pe ge­macht, da­bei han­delt es sich dabei um nichts an­de­res als eben brau­ne Butter.

Mit dem Begriff »Ghee« ist aller­dings auch eine Le­bens­phi­lo­so­phie ver­bun­den. Das hat auch die In­dus­trie er­kannt und so kommt es, dass man Ghee im Ver­kaufs­re­gal meist hö­her­prei­sig vor­fin­det als eben »ordinäres« But­ter­schmalz, das ja be­reits mehr als teu­er ge­nug ist.

Greifen Sie in diesem Fall al­so ru­hig zum But­ter­schmalz. Art­ge­rech­te Frei­land­hal­tung zur Er­zeu­gung des Roh­stoffs Butter vo­raus­ge­setzt, ist die­ser ei­ne eben­so gu­te und zu­dem preis­wer­tere Wahl.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oecotrophologe)