Eingemachtes Kalbsfleisch badische Art
Eingemachtes Kalbsfleisch badische Art
ist ein Klassiker der Regionalküche Badens, genauer gesagt aus dem Markgräflerland, der sich wunderbar für die moderne Zubereitung in einem energiesparenden Slow Cooker eignet.
Die Küche des Markgräflerlandes – stets bodenständig und fantasievoll – stand schon immer in Wechselwirkung mit der elsässischen Küche, von der aus es zur « Grand Cuisine » nicht mehr sehr weit ist. So wird das Kalbsragout genau wie das französische Blanquette de veau » mit einer weißen Sauce, sprich « Velouté » serviert.
Auf Champignons wird dabei jedoch verzichtet, stattdessen richtet sich das Augenmerk auf eine ansprechende Garnitur. Das Wurzelgemüse wird in dünne Stifte « à la Juliénne » geschnitten. Voilà, könnte man fast sagen! Ein Schmaus für Augen und Gaumen.
Zu »Eingemachtes Kalbsfleisch badische Art aus dem Slow Cooker« passt gemäß dem Leitsatz der Analogie ein frisch-aromatischer Gutedel aus dem Markgräflerland in Baden. Einfach mal auf unser »Weintipp-Icon« tippen und mehr erfahren. Wir wünschen wie stets einen guten Appetit und: Wohl bekomm's!
Warum Du dieses Eingemachtes-Kalbsfleisch-Rezept ausprobieren solltest
- Badische Regionalküche: Ein traditionelles Gericht aus dem Markgräflerland, das Bodenständigkeit und französischen Kücheneinfluss miteinander verbindet
- Zartes Kalbsfleisch: Kalbsschulter wird im Slow Cooker besonders schonend gegart und bleibt dadurch zart und saftig
- Feine weiße Sauce: Die klassische Velouté bildet die cremige Grundlage und unterstreicht den feinen Geschmack des Kalbsfleischs
- À la Julienne: Fein geschnittene Karotte und Lauch sorgen nicht nur für Farbe, sondern auch für eine ansprechende Garnitur und zusätzlichen Biss
- Aromatische Würze: Lorbeer, Wacholder, Piment, Pfeffer und Muskat verleihen dem Kalbsragout seine ausgewogene Würze
- Slow Cooker statt Herd: Das Gericht lässt sich besonders entspannt und energiesparend zubereiten
- Klassische Küche neu interpretiert: Elsässische Kochtradition trifft auf badische Regionalküche – eine wunderbare Verbindung von zwei kulinarischen Einflüssen
- Einfach nachzukochen: Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung führt auch Kochanfänger sicher ans Ziel
Rezept:
Eingemachtes Kalbsfleisch badische Art – Slow Cooker-Rezept
Zutaten für 4 Personen
Hinweis zu Affiliate-Links
Die mit einem * Sternchen gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Wenn Du über einen dieser Links etwas kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für Dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.
Für den Einkaufszettel:
- 800 g Kalbsschulter
- 1½ l selbstgemachte Kalbs- oder Gemüsebrühe (alternativ a. d. Glas, wenn's schnell gehen muss)
- 1 kleine weiße Zwiebel
- 1 Bund Schnittlauch
- 1 Karotte
- 1 Stange Lauch (Mittelteil)
- 1-2 Lorbeerblätter
- 4 Wacholderbeeren
- 4 Pimentkörner
- 1 TL schwarze Pfefferkörner
- 1 Schuss Weißweinessig
- 1 großzügige Prise Muskatnussabrieb
- etwas Salz und
- etwas fein gemahlener Pfeffer
Für die weiße Grundsauce Velouté:
-
800 ml Kalbs-, Geflügel- oder Gemüsefond a. d. Glas
Gemüsefond selber machen » - 800 ml Kalbs-, Geflügel- oder Gemüsefond a. d. Glas
- 60 g Butter
- 1 kleine, weiße Zwiebel
- 30 g Mehl
- 250 ml Sahne
- 1 TL Salz
- 1 Msp. Pfeffer
Für selbstgemachte Gemüsebrühe:
- 3,5 l Wasser
- 2 Möhren
- 1 Stück Knollensellerie
- 1 große Stange Lauch bzw. Porree
- 10–12 schwarze Pfefferkörner
- 1 kleine weiße Zwiebel
- 2 kleine Lorbeerblätter
- 2 Nelken
- 1 Bund Petersilie
- 1–2 TL Salz
Das benötigt man zusätzlich:
- 1 Küchentuch oder feinmaschiges Sieb zum Passieren des Fonds
Zubereitung:
1.1) Kalbsschulter abbrausen, trockentupfen und in grobe Stücke schneiden. Zwiebel schälen und vierteln. Restliche Zutaten bereitstellen.
1.2) Kalbsfleisch mit allen Zutaten in eine Schüssel geben, mit Wein aufgießen und verschlossen über Nacht in den Kühlschrank stellen.
2) Für die selbstgemachte Brühe – wir haben uns für Gemüsebrühe entschieden – alle Zutaten in den Crock-Pot geben, mit Wasser auffüllen und mariniertes Kalbsfleisch hinzufügen. Slow Cooker auf »LOW« stellen und eingemachtes Kalbfleisch ca. 4 Std. garen. Wichtig: Während des Garens den Deckel stets aufgelegt lassen! Grundrezept für Gemüsebrühe »
2) Für die selbstgemachte Brühe – wir haben uns für Gemüsebrühe entschieden – alle Zutaten in den Crock-Pot geben, mit Wasser auffüllen und mariniertes Kalbsfleisch hinzufügen. Slow Cooker auf »LOW« stellen und eingemachtes Kalbfleisch ca. 4 Std. garen. Wichtig: Während des Garens den Deckel stets aufgelegt lassen!
3) Weiße Grundsauce Velouté gemäß unserer Anleitung » zubereiten und mit Salz und Pfeffer, Weißweinessig und Muskatnussabrieb abschmecken.
3) Weiße Grundsauce Velouté gemäß unserer Anleitung zubereiten und mit Salz und Pfeffer, Weißweinessig und Muskatnussabrieb abschmecken.
4) Gemüse putzen und in dünne Streifen à la Juliénne schneiden. Schnittlauch für die Garnitur in Röllchen schneiden.
5) Kalbfleisch aus dem Slow Cooker nehmen, abtropfen lassen und sorgfältig trockentupfen. Fleischwürfel auf mittlerer Temperatur in Butter schwenken. Kalbsragout auf vorgewärmten Tellern anrichten, mit der Velouté überziehen. Mit Juliénne-Streifen und Schnittlauchröllchen garnieren.
Nährwert- & Gesundheitsanalyse
von Dipl. Ernährungswissenschaftler Michael Pagelsdorf
Kalbfleisch
– mild im Geschmack, wertvoll für die Ernährung
Neben hochwertigem Eiweiß enthält Kalbfleisch die lebenswichtigen Vitamine B2, B6 und B12 sowie wichtige Mineralstoffe wie Zink und Selen. Vitamin B1 ist ebenfalls vorhanden, jedoch in geringeren Mengen als beispielsweise in Schweinefleisch.
Im Vergleich zu Rind- oder Lammfleisch ist der Eisengehalt von Kalbfleisch etwas niedriger, dennoch leistet es einen wertvollen Beitrag zur Versorgung mit diesem Spurenelement. Besonders Eisen und Vitamin B12 spielen eine zentrale Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen. Vitamin B12 kann in relevanten Mengen fast nur über tierische Produkte aufgenommen werden.
Daher lässt sich feststellen, dass eine rein vegane Ernährung ohne Supplemente nicht als vollständig ausgewogen betrachtet werden kann. Bereits 150 g Kalbsfilet können den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin B12 decken und gleichzeitig zur Mineralstoffversorgung beitragen.
Kulinarische Verwendung:
Kalbfleisch zeichnet sich durch seine zarte Textur und den feinen, milden Geschmack aus – eine Eigenschaft, die es in der gehobenen Küche besonders beliebt macht. Es eignet sich hervorragend zum Braten, Dünsten oder Schmoren, aber auch für feine Ragouts und Schnitzel. Zu den klassischen Zubereitungen zählen das Wiener Schnitzel, das Kalbsrahmgeschnetzelte oder ein zart geschmortes Kalbshaxn-Gericht. Auch Kalbsrücken oder Filet lassen sich kurz anbraten und mit kräftigen Kräutern wie Salbei, Thymian oder Rosmarin verfeinern.
Dank seiner feinen Struktur harmoniert Kalbfleisch besonders gut mit cremigen Saucen, leichten Gemüsebeilagen oder Kartoffelpüree – ein leichter und eleganter Genuss, der auch in modernen, gesundheitsbewussten Küchen seinen festen Platz hat.
Karotten alias Möhren
– vielseitiger Genuss, voll gesunder Nährstoffpower
Die in Deutschland sehr beliebten und in der Küche vielseitig verwendbaren Möhren bzw. Mohrrüben gehören zu den Doldenblütengewächsen. Sie sind reich an Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalium, Phosphor, Calcium, Magnesium und Zink sowie reich an Carotin, welches in den Möhren in Form von Alpha- wie auch Beta-Carotin (Provitamin A, einer Vorstufe von Vitamin A) vorkommt. Vitamin A unterstützt unsere Sehfähigkeit, besonders bei Nacht, und wirkt sich positiv auf unser Immunsystem wie auch unser Zellwachstum aus.
Carotin (und auch einige Vitamine) kann am besten vom Körper resorbiert werden, wenn man es zusammen mit Fett in Form von Öl oder Butter isst.
Kulinarische Verwendung:
Karotten eignen sich hervorragend für süße wie herzhafte Gerichte – ob als cremige Suppe, geschmorte Beilage, frischer Salat oder saftiger Kuchen. Ihr zartes, süßliches Aroma entfaltet sich besonders gut in Kombination mit etwas Öl oder Butter und sorgt damit für natürlichen, gesunden Genuss.
Porree alias Lauch
– leichter Genuss mit viel Gesundheit
»Allium porrum«, auch »Lauch« genannt, ist eine krautige Pflanze und gehört zur Familie des aus dem Mittelmeerraum stammenden Ackerlauchs. Geschmacklich ist sie eine milde Variante der Zwiebel und des Knoblauchs. Da das Zwiebelgemüse winterfest ist, wird es in Deutschland gerne und oft im heimischen Garten angebaut. Unterschieden wird zwischen Winterlauch und Sommerlauch, wobei letzterer die etwas dünnere und mildere Variante darstellt.
An Nährstoffen sind in Lauch die Mineralstoffe Eisen und Kalium enthalten, die beide für den Gesunderhalt unseres Organismus eine wichtige Rolle spielen. Auch mit Vitamin C kann Porree punkten, welches freilich beim Erhitzen zum größten Teil verlorengeht.
Knollensellerie alias Sellerie
– aromatischer Allrounder für leichten Genuss mit Nährstoffpower
Knollensellerie zählt zu den aromatischsten Gemüsesorten der heimischen Küche und ist – zusammen mit Karotten, Lauch und Petersilie – ein fester Bestandteil des klassischen Suppengrüns. Die knollige Wurzel aus der Familie der Doldenblütler wird in Mitteleuropa seit Jahrhunderten kultiviert und geschätzt – nicht nur wegen ihres ausgeprägten Geschmacks, sondern auch wegen ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften.
Knollensellerie enthält ätherische Öle, die verdauungsfördernd, entwässernd und entzündungshemmend wirken. Zudem ist er reich an Vitamin C, Vitamin K, Folat und den B-Vitaminen, welche Stoffwechsel und Nervenfunktion unterstützen. Die enthaltenen Mineralstoffe, vor allem Kalium, Calcium, Natrium und Phosphor, tragen zu einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt bei.
Das aromatische, leicht herbe Aroma des Selleries stammt von seinen natürlichen Phenylpropanoiden – sekundären Pflanzenstoffen, die antioxidativ wirken und zur Stärkung des Immunsystems beitragen.
Kulinarische Verwendung
Knollensellerie ist eine vielseitige Zutat, die in keiner Küche fehlen sollte. Er dient als Grundlage für Brühen, Suppen und Fonds, verleiht Gemüseeintöpfen Tiefe und Fleischgerichten eine feine Würze. Fein geraspelt verwandelt er sich in Selleriesalat – klassisch mit Apfel und Joghurt oder elegant mit Walnuss und Zitrone.
Als Püree oder Gemüsebeilage harmoniert er wunderbar mit Wild, Rind, Fisch oder Geflügel, während gerösteter Sellerie aus dem Ofen mit Olivenöl und Thymian zu den modernen Stars der vegetarischen Küche zählt. Auch in cremigen Risottos oder feinen Soßen bringt er eine unverwechselbare, warme Aromatik ein.
Zwiebeln und Knoblauch
– natürliches Powerduo für Gesundheit und Geschmack
Beide sind ein natürliches Antibiotikum und bekämpfen wirksam schädliche Pilze und krankheitserregende Mikroorganismen. Die Zwiebel ist eng mit dem Knoblauch verwandt und besitzt gegenüber diesem eine mildere Wirkung. Die Kombination der beiden bringt ein starkes Duo hervor.
Beide enthalten wertvolle Antioxidantien, die als Fänger »freier Radikaler« unseren Organismus dabei helfen, gesund zu bleiben.
Die zur Gattung der Liliengewächse gehörenden Pflanzen verfügen zudem über einen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt, von dem wir ebenfalls gesundheitlich profitieren.
Enthalten sind die Vitamine B1, B2 und B6 sowie die Vitamine C und E. Außer den Mineralstoffen Salz, Eisen, Zink und Magnesium sind noch eine ganze Reihe weiterer Mineralstoffe in Zwiebeln und Knoblauch enthalten, sodass man beide Pflanzen durchaus als hochwertige Mineralstoff-Lieferanten bezeichnen kann.
Kulinarische Verwendung:
Zwiebeln und Knoblauch bilden das aromatische Grundgerüst unzähliger Gerichte – von der heimischen bis zur internationalen Küche. Ob angeschwitzt, gebraten, konfitiert oder roh – ihr Geschmack reicht von süßlich-mild bis kräftig-würzig und sorgt stets für Tiefe und Charakter.
In der mediterranen Küche sind sie unverzichtbar: in Pastasaucen, Risottos, Gemüseragouts, Schmorgerichten oder Fischzubereitungen mit Olivenöl und Kräutern. Auch in der asiatischen, orientalischen und kreolischen Küche sind sie fester Bestandteil von Currys, Dips, Würzpasten und Suben.
Knoblauchöl oder Zwiebelconfit verleihen vegetarischen wie auch Fleischgerichten einen feinen, tiefwürzigen Akzent, während gerösteter oder geschmorter Knoblauch eine butterweiche Süße entfaltet, die besonders zu Lamm, Kalb, Pilzen oder geröstetem Gemüse passt.
So werden Zwiebeln und Knoblauch nicht nur zu Geschmacksträgern erster Güte, sondern auch zu Symbolen für Genuss und Gesundheit – ein Duo, das keiner Küche fehlen sollte.
Butter alias Gute Butter
– cremiger Genuss voller wertvoller Omega-3-Fettsäuren
Nachdem Butter über Jahrzehnte hinweg systematisch schlechtgeredet wurde, ohne dies auf wissenschaftliche Studien zu stützen, ist sie zwischenzeitlich von ihrem schlechten Ruf »freigesprochen« worden – und das völlig zu Recht.
Butter besitzt einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, die eben NICHT – wie lange Zeit behauptet – schlecht für unseren Organismus sind. Aber auch einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind in Butter enthalten.
Gegenüber Olivenöl kann sie zudem noch mit einem echten Plus punkten: Abhängig von der Nahrung, die Kühe zu sich nehmen, besitzt Butter die für den Menschen zwingend erforderlichen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Je mehr frisches Gras (Stichwort: Freilandhaltung!) eine Kuh zu sich nimmt, desto höher der Omega-3-Anteil in der Milch und deren Produkten.
Hier können sich z. B. der deutsche Marktführer Kerrygold sowie eine Handvoll weiterer Hersteller mit der Qualität ihrer Butter und den darin enthaltenen gesunden Fettsäuren ganz klar aus der Menge der Butterproduzenten hervorheben.
Freilandhaltung vorausgesetzt (gem. Bio-Verordnung mindestens 120 Tage im Jahr), verdient Butter ihren Namen »Gute Butter«, den ihr bereits unsere Großeltern gegeben haben, also völlig zu Recht.
Butterschmalz
Wie auch Claudia und Jürgen in ihren Rezepten mit Butterschmalz schreiben, gibt es viele Namen für »Braune Butter«, die vom Milcheiweiß befreite (geläuterte) Variante der Basisbutter. Um den Begriff »Ghee« wird seit geraumer Zeit ein Hype gemacht, dabei handelt es sich dabei um nichts anderes als eben braune Butter.
Mit dem Begriff »Ghee« ist allerdings auch eine Lebensphilosophie verbunden. Das hat auch die Industrie erkannt und so kommt es, dass man Ghee im Verkaufsregal meist höherpreisig vorfindet als eben »ordinäres« Butterschmalz, das ja bereits mehr als teuer genug ist.
Greifen Sie in diesem Fall also ruhig zum Butterschmalz. Artgerechte Freilandhaltung zur Erzeugung des Rohstoffs Butter vorausgesetzt, ist dieser eine ebenso gute und zudem preiswertere Wahl.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oecotrophologe)