Regionale Ernährungstrends

– die wachsende Rolle von Nüs­sen in Deutsch­land

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Regionale Ernährungstrends – die wachsende Rolle von Nüs­sen in Deutsch­land

Nüsse liegen im Trend: Ihr Kon­sum steigt in Deutsch­land kon­ti­nu­ier­lich, nicht nur durch pflanz­liche Er­näh­rung. Im­mer mehr Men­schen schät­zen ihre ho­he Nähr­stoff­dich­te und ach­ten be­wusst auf Qua­li­tät, Her­kunft und Ver­ar­bei­tung der Pro­duk­te.

Walnüsse walnüsse walnuss

Der Kon­sum von Nüssen hat sich in Deutsch­land in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren mess­bar ver­än­dert. Lag der Pro-Kopf-Ver­brauch im Jahr 2013 noch bei rund 3,2 Kilo­gramm pro Jahr, liegt er in­zwi­schen bei über 4 Kilo­gramm

Die­ser An­stieg lässt sich nicht al­lein mit dem Trend zur pflanz­li­chen Ernäh­rung er­klä­ren. Viel­mehr spie­len auch ein ge­stie­ge­nes Be­wusst­sein für Le­bens­mit­tel­qua­li­tät, Nach­hal­tig­keit und Nähr­stoff­dichte eine ent­schei­den­de Rolle. Be­son­ders in länd­li­chen Re­gio­nen zeigt sich ein wach­sen­des In­ter­es­se an na­tur­be­las­se­nen Le­bens­mit­teln, die ohne auf­wen­di­ge Ver­ar­bei­tung aus­kom­men und gleich­zei­tig ei­nen ho­hen Er­näh­rungs­wert bie­ten.

Knackiger und gesunder Genuss

Nüsse pas­sen ide­al in die­ses Er­näh­rungs­bild, da sie ohne Küh­lung lan­ge halt­bar sind, kaum Zu­be­rei­tung er­for­dern und gleich­zei­tig ein be­son­ders dich­tes Nähr­stoff­pro­fil auf­wei­sen. Wal­nüs­se lie­fern wert­vol­le Ome­ga-3-Fett­säu­ren, Man­deln sind reich an Vi­ta­min E und Cal­ci­um, wäh­rend Ca­shew­ker­ne wich­ti­ge Men­gen an Zink und Ei­sen ent­hal­ten. Die­se Viel­sei­tig­keit macht Nüsse zu ei­nem Le­bens­mit­tel, das sich so­wohl als Snack für zwi­schen­durch, süße Nascherei » als auch als fes­ter Be­stand­teil aus­ge­wo­ge­ner Mahl­zei­ten » eig­net. Ge­ra­de in Re­gio­nen mit star­ker land­wirt­schaft­li­cher Tra­di­ti­on be­steht ein na­tür­li­ches Ver­ständ­nis für den Wert un­ver­ar­bei­te­ter Nah­rungs­mit­tel.

Lo­ka­le Be­richt­er­stat­tung als Spie­gel ver­än­der­ter Ess­ge­wohn­hei­ten

Re­gio­na­le Me­di­en grei­fen Er­näh­rungs­the­men zu­neh­mend auf, da sie den All­tag ih­rer Le­ser­schaft un­mit­tel­bar be­treffen. Auf bay­reu­ther-tag­blatt.de fin­den sich re­gel­mäs­sig Bei­trä­ge zu Ge­sund­heit und Er­näh­rung, die lo­ka­le Be­zü­ge her­stel­len und prak­ti­sche Ori­en­tie­rung bie­ten. Das zeigt, dass das In­ter­es­se an fun­dier­ter Er­näh­rungs­in­for­ma­ti­on nicht nur in Groß­städ­ten exis­tiert, son­dern flä­chen­de­ckend wächst. Nüsse tau­chen in sol­chen Bei­trä­gen häu­fig als emp­foh­le­ner Be­stand­teil ei­ner aus­ge­wo­ge­nen Er­näh­rung auf, da ih­re ge­sund­heit­li­chen Vor­tei­le wis­sen­schaft­lich gut do­ku­men­tiert sind.

Qua­li­täts­merk­ma­le, die beim Kauf den Un­ter­schied ma­chen

Nicht je­de Nuss im Han­del hält, was die Ver­pa­ckung ver­spricht. Her­kunft, Ern­te­zeit­punkt und La­ger­be­din­gun­gen be­ein­flus­sen den tat­säch­li­chen Nähr­stoff­ge­halt er­heb­lich. Ka­li­for­ni­sche Man­deln un­ter­schei­den sich von spa­ni­schen in Grös­se, Öl­ge­halt und Ge­schmack, wäh­rend Wal­nüs­se aus Chi­le ein an­de­res Fett­säu­re­pro­fil auf­wei­sen als sol­che aus Frank­reich. Beim Ein­kauf lohnt es sich, auf Trans­pa­renz zu ach­ten. An­bie­ter wie Nutsupply.com »  ge­ben Her­kunfts­land und Ver­ar­bei­tungs­grad of­fen an und er­mög­li­chen so ei­ne ge­ziel­te Aus­wahl nach in­di­vi­du­el­len Kri­te­ri­en. Na­tur­be­las­se­ne Nüsse ohne Salz oder zu­ge­setz­te Öle be­hal­ten ihr ur­sprüng­li­ches Nähr­stoff­pro­fil und eig­nen sich be­son­ders gut für die täg­li­che Er­näh­rung.

Haltbarkeit und richtige Lagerung im Haushalt

Nüsse sind zwar grund­sätz­lich lange halt­bar, aber nicht un­be­grenzt. Sor­ten mit ho­hem Fett­an­teil wie Ma­ca­damia, Pi­nien­k­erne oder Pe­kan­nüs­se wer­den bei fal­scher La­ge­rung inner­halb we­ni­ger Wo­chen ran­zig. Küh­le, dunkle und tro­cke­ne Be­din­gungen ver­län­gern die Halt­bar­keit deut­lich. Im Kühl­schrank hal­ten sich die meis­ten Sor­ten meh­re­re Mo­na­te, im Ge­frier­fach bis zu einem Jahr, oh­ne nen­nens­wer­te Nähr­stoff­ver­lus­te. Luft­dich­te Be­häl­ter ver­hin­dern, dass die Nüs­se Feuch­tig­keit oder Fremd­ge­rüche auf­neh­men. Wer grö­ße­re Men­gen kauft, soll­te die­se por­tions­wei­se ver­pa­cken und nur die ak­tu­el­le Por­tion bei Raum­tem­pe­ra­tur auf­be­wah­ren.

Fazit:

Nüsse verdienen einen fes­ten Platz in der täg­li­chen Er­näh­rung, vo­raus­ge­setzt, Qua­li­tät und La­ge­rung stim­men. Die Un­ter­schie­de zwi­schen den Sor­ten sind groß ge­nug, um die Aus­wahl be­wusst zu tref­fen. Wer Her­kunft, Fri­sche und Ver­ar­bei­tung be­rück­sich­tigt, holt deut­lich mehr aus die­sem Le­bens­mit­tel he­raus als je­mand, der aus­schließ­lich nach Preis ent­schei­det.

Antike trifft Gegenwart:

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Nährwert- & Ge­sund­heits­ana­ly­se

von Dipl. Ernährungs­wissen­schaftler Michael Pagelsdorf

Walnüsse

– knackiger Genuss für Körper und Geist

Walnüsse

Die Wal­nuss zählt zu den äl­tes­ten Kul­tur­pflan­zen der Welt und wur­de be­reits in der An­ti­ke hochgeschätzt. Ur­sprüng­lich aus Zen­tral­asi­en stam­mend, fand sie früh ih­ren Weg nach Eu­ro­pa und ist heu­te aus der me­di­ter­ra­nen wie auch der hei­mi­schen Kü­che nicht mehr weg­zu­den­ken. Ih­re cha­rak­te­ris­ti­sche, leicht bit­ter-nus­si­ge Aro­ma­tik so­wie ih­re kna­cki­ge Tex­tur ma­chen sie zu ei­ner viel­sei­ti­gen Zu­tat in sü­ßen und herz­haf­ten Ge­rich­ten.

Er­näh­rungs­phy­sio­lo­gisch ge­hö­ren Wal­nüs­se zu den be­son­ders nähr­stoff­rei­chen Le­bens­mit­teln. Sie zeich­nen sich durch ei­nen ho­hen Ge­halt an un­ge­sät­tig­ten Fett­säu­ren aus, ins­be­son­de­re an Ome­ga-3-Fett­säu­ren, die ei­ne wich­ti­ge Rol­le für Herz- und Ge­fäß­ge­sund­heit spie­len kön­nen. Trotz ih­rer re­la­tiv ho­hen Ka­lo­rien­dich­te gilt die Fett­zu­sam­men­set­zung als er­näh­rungs­phy­sio­lo­gisch wert­voll und kann sich po­si­tiv auf den Cho­le­ste­rin­spie­gel aus­wir­ken.

Dar­über hin­aus lie­fern Wal­nüs­se pflanz­li­ches Ei­weiß so­wie wich­ti­ge Bal­last­stof­fe, die zu ei­nem lan­ge an­hal­ten­den Sät­ti­gungs­ge­fühl bei­tra­gen und die Ver­dau­ung un­ter­stüt­zen kön­nen. Be­son­ders her­vor­zu­he­ben ist ihr Ge­halt an Vi­ta­mi­nen der B-Grup­pe, ins­be­son­de­re Vi­ta­min B6, das den Ener­gie­stoff­wech­sel und das Ner­ven­sys­tem un­ter­stützt. Auch Vi­ta­min E ist ent­hal­ten und wirkt als An­ti­oxi­dan­ti­ons­schutz für un­se­re Zel­len.

An Mi­ne­ral­stof­fen bie­ten Wal­nüs­se un­ter an­de­rem Mag­ne­si­um, Ka­li­um, Zink und Ei­sen, die wich­ti­ge Funk­tio­nen im Kör­per über­neh­men – von der Mus­kel- und Ner­ven­tä­tig­keit bis hin zur Un­ter­stüt­zung des Im­mun­sys­tems. Die ent­hal­te­nen se­kun­dä­ren Pflan­zen­stof­fe, dar­un­ter Po­ly­phe­no­le, kön­nen zu­sätz­lich ei­nen Bei­trag zum Zell­schutz leis­ten.

Kulinarische Verwendung:

Ku­li­na­risch sind Wal­nüs­se äu­ßerst viel­sei­tig ein­setz­bar und be­rei­chern so­wohl sü­ße als auch herz­haf­te Ge­rich­te. Ihr aro­ma­ti­scher, leicht her­ber Ge­schmack har­mo­niert be­son­ders gut mit fri­schen Sa­la­ten, Kä­se, Obst oder herbst­li­chen Ge­mü­se­ge­rich­ten. Ge­rös­tet ent­fal­ten sie ein noch in­ten­si­ve­res Aro­ma und eig­nen sich her­vor­ra­gend als Top­ping für Bowls oder Sup­pen.

Auch in der war­men Kü­che fin­den Wal­nüs­se viel­fäl­ti­ge Ver­wen­dung, et­wa in Pas­ta­ge­rich­ten, Fül­lun­gen oder als Ba­sis für aro­ma­ti­sche Pes­to- oder Mayo-Varianten ». In der sü­ßen Kü­che sind sie ein Klas­si­ker in Ku­chen, Des­serts oder in Kom­bi­na­ti­on mit Ho­nig und Früch­ten. Dar­über hin­aus eig­nen sie sich her­vor­ra­gend als ge­sun­der Snack für zwi­schen­durch und las­sen sich pro­blem­los in ei­ne aus­ge­wo­ge­ne All­tags­er­näh­rung in­te­grie­ren.

Be­son­ders har­mo­nisch wirkt die Kom­bi­na­ti­on aus Wal­nüs­sen, mil­dem Kä­se und fri­schen Früch­ten wie Bir­nen oder Fei­gen – ein ein­fa­ches, aber ge­schmack­lich aus­ge­wo­ge­nes Ge­richt mit ho­hem Ge­nuss­fak­tor.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oekotrophologe)